METZINGEN. Richtfest beim Metzinger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Ein guter Grund, um ein klein wenig zu feiern, nach verhältnismäßig kurzer Bauzeit, wie Bürgermeister Patrick Hubertz bemerkte. Der Baubeschluss für den Neubau beim DBG war nach den Worten von Hubertz im Mai des Jahres 2023 gefasst worden.
Zuvor trug sich die Stadt allerdings (nach dem Hagelschaden 2013) schon zehn Jahre lang mit dem Gedanken an einen neuen Naturwissenschaftlichen Trakt für die Schule. Aber: Dann ging’s doch ziemlich schnell – Spatenstich im Oktober 2024, jetzt Richtfest und wenn alles gut läuft, so Hubertz in Vertretung der erkrankten OB Carmen Haberstroh, dann könne in einem Jahr der Neubau bezogen werden.
Verfrühte Weihnachtsüberraschung
Die Baubeteiligten waren am Donnerstagabend bei der nahezu fertigen Bauhülle zusammengekommen, um das Richtfest zu feiern. Einen Tag zuvor war die Nachricht aus Stuttgart quasi als verfrühte Weihnachtsüberraschung eingetrudelt, dass die bisherige Fördersumme für den Bau von 3,1 Millionen Euro auf 6,2 Millionen gestiegen sei.
Allerdings bleiben laut Patrick Hubertz dann immer noch rund 15 Millionen Euro, die die Stadt schultern muss. Damit aber nicht genug: Wenn danach der Gebäudeteil direkt neben der Baustelle saniert wird, kommt die Instandsetzung und das Fit-machen-für-die-Zukunft des Gymnasiums ein Betrag von rund 55 Millionen Euro auf die Stadt zu.
Das ist jede Menge Geld, aber: »Es handelt sich dabei um eine wichtige Investition in die Bildung und damit um einen Baustein in die soziale Nachhaltigkeit«, so Metzingens Bürgermeister. Er richtete genauso wie Schulleiterin Ulrike Fezer und Architekt Matthias Breithack den Dank an alle am Bau Beteiligten. Alle Drei betonten die gute Zusammenarbeit, »auch wenn es schon eine Herausforderung ist, die Bautätigkeit und den Schulbetrieb gleichzeitig zu bewältigen«, so Fezer.
Freie Fläche bewusst geschaffen
Beim vergangenen Abitur habe s Abstimmungsbedarf gegeben. Ansonsten hätten laut Fezer oftmals »große Kinderaugen« aus den benachbarten Klassenzimmern heraus die Handwerker und die Bautätigkeit verfolgt. Hin und wieder sei das zur Herausforderung für die Lehrerinnen und Lehrer geworden, wenn sie die Aufmerksamkeit der Kids wieder zurück auf den Unterricht lenken wollten.
Die »warme Winterhülle« sei laut Architekt Breithack nun rechtzeitig fast komplett aufgebracht, der Innenausbau könne starten. Gelobt hat Matthias Breithack die Planer, das eigene Büro Trint + Kreuder und auch alle Handwerker – »es gibt hier auf der Baustelle die spürbare Lust, was Gutes auf den Weg zu bringen«, so Breithack. Bevor er ein »kleines saures Glücksschwein« (eine Zitrone mit Augen, Rüssel und Schwänzle) an Hubertz überreichte, hatte der Architekt seine Überzeugung geäußert, dass nicht die KI, sondern »die Menschen garantieren, dass das Gebäude gut wird«.
Danach folgte der Auftritt von Marius Latzel: Als leitender Handwerker auf der Baustelle durfte er den Richtspruch verlesen, nicht ohne die obligatorischen drei Gläser Wein zu schlucken. Danach zerschmetterte er das Glas auf dem Boden, ganz nach dem Motto: »Scherben bringen Glück.«
Konrad Berger hatte als Leiter des Geschäftsbereichs Planen und Bauen in der Stadtverwaltung am Rande des Richtfests betont, dass die große freie Fläche vor und neben dem Biologie-, Chemie- und Physik-Trakt bewusst geschaffen wird, um einen neuen Schulhof zu gestalten. Und vielleicht (in unbekannter Zukunft) wiederum ein neues Gebäude auf dem Gelände des DBG zu bauen. Wenn das denn notwendig sein sollte. (GEA)

