Logo
Aktuell Gemeinde

Michael Hillert begrüßt Dettinger zu seinem letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister

Knapp 200 Dettinger waren in den Zillenhart-Saal gekommen, um mit dem Noch-Bürgermeister das neue Jahr zu begrüßen. Die Dettinger wählen nach 24 Jahren einen neuen Bürgermeister, der derzeitige zählt die Tage bis zum Amtsende noch nicht.

Die ehemalige Gemeinderätin Karin Salzer (rechts) war eine der vielen Dettinger Bürger und Bürgerinnen, die von Bürgermeister Mi
Die ehemalige Gemeinderätin Karin Salzer (rechts) war eine der vielen Dettinger Bürger und Bürgerinnen, die von Bürgermeister Michael Hillert und seiner Frau Ilona persönlich begrüßt wurden. Foto: Kirsten Oechsner
Die ehemalige Gemeinderätin Karin Salzer (rechts) war eine der vielen Dettinger Bürger und Bürgerinnen, die von Bürgermeister Michael Hillert und seiner Frau Ilona persönlich begrüßt wurden.
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN. Der Reigen der mutmaßlich noch vielen letzten Male für Bürgermeister Michael Hillert ist mit dem Neujahrsempfang am Sonntag im Zillenhart-Saal eröffnet worden: Ab Mai wird er nicht mehr Chef des Dettinger Rathauses sein, bis dahin wird er sich in unterschiedlichen Runden und Konstellationen von Institutionen, Vereinen, Gewerbetreibenden und den Bürgern verabschieden. Aber, das sicherte Hillert zu: »Ich habe kein Maßband, zähle nicht die Tage.«

Bis 14. Mai werde er die Aufgabe des Bürgermeisters mit der Verantwortung und der Sorgfalt wahrnehmen, die aus seiner Sicht erforderlich sei. Umso mehr freue ihn die große Zahl an Dettingern, die zum Neujahrsempfang gekommen waren – knapp 200 waren es: »Ich nehme das persönlich«, unterstrich der Noch-Bürgermeister. Das Jahr 2026 habe für ihn eine besondere Bedeutung – das könne er nicht bestreiten.

Haushalt risikobehaftet

Das Zusammensein zum Beginn des Jahres solle kein politisches Forum sein, sondern ein Ort der Begegnung, des Gesprächs und des Austauschs – mit ihm und den Gemeinderäten, den Bürgermeister-Kandidaten und untereinander. »Dieser Empfang ist bewusst als offene und ungezwungene Matinée gestaltet.« Ganz ohne Blick auf das Ist komme der Neujahrsempfang indes nicht aus, zumal 2026 zahlreiche wichtige demokratische Entscheidungen anstehen würden – in Dettingen wie auch sonst überall im Land wird am 8. März gewählt.

Auf kommunaler Ebene beherrsche das Thema Finanzen die Gespräche: »Wenn man die Zahlen betrachtet, wird der Haushalt Dettingens auf den ersten Blick nicht so schlecht aussehen wie in manchen anderen Kommunen«, machte Hillert deutlich, dafür könne man dankbar sein. »Zugleich wäre es unehrlich, daraus Entwarnung abzuleiten. Unser Haushalt ist risikobehaftet.« Die Gemeinde leide unter einer strukturellen Schieflage, zumal immer mehr Aufgaben durch die Gesetzgebung auf die kommunale Ebene verlagert würden, während die Finanzierung damit nicht Schritt halte. »Hinzu kommen eine angespannte wirtschaftliche Lage, zurückhaltende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben.«

Kinderhaus steht nicht zur Debatte

Dettingen habe unbestreitbar Investitionslücken – nicht alle notwendigen Sanierungen und Investitionen in die Infrastruktur könnten in dem Umfang realisiert werden, wie es fachlich geboten sei. Dennoch werde die Gemeinde mit großer Kraft in den dringend benötigten Neubau des Kinderhauses investieren. Die Notwendigkeit des durchaus kritisierten Neubaus stehe nicht mehr zur Debatte – die Entscheidung sei gefällt: »Diese Diskussionen liegen hinter uns.« Er beneide seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin nicht, wie Hillert zugab. Die finanzielle Situation sei durchaus eine Belastung: »Und es wird sicher nicht einfacher.«

Er wolle am Dettinger Neujahrsempfang bewusst nicht auf sicherheits- oder geopolitische Fragen eingehen und er wolle auch keinen künstlichen Optimismus verbreiten, die Lage sei anspruchsvoll: »Sie erfordert einen nüchternen Blick, ehrliche Abwägung und den festen Willen, Verantwortung auf kommunaler Ebene weiterhin ernsthaft wahrzunehmen«, unterstrich Michael Hillert.

So viele Gäste wie selten einmal

Den Dettingern – so viele waren in den vergangenen 24 Jahren seit Hillerts Amtsantritt selten einmal zum Neujahrsempfang gekommen – gab der Bürgermeister den Wunsch nach Gesundheit, Kraft und Zuversicht mit ins neue Jahr. »Der Gemeinde wünsche ich Zusammenhalt, Augenmaß und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Zeiten gute Entscheidungen zu treffen«, so Hillert. »Und ich wünsche uns allen, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit im Blick behalten, was uns verbinden: die Verantwortung für unseren Ort und die Menschen, die hier leben.« (GEA)