Am Beispiel von Straßenleuchten in Metzingen zeigte Engel die Streuwirkung des künstlichen Lichts auf, wie das, das von sogenannten Kugellampen ausgeht: Sie erhellen nicht nur den Boden, sondern strahlen gleichermaßen in alle anderen Richtungen. Bodenstrahler und die immer häufiger eingesetzten Solarlampen in Gärten sind demnach ebenfalls Lichtverschmutzer. »Straßenbeleuchtung sollte rein technisch zielgerichtet und blendfrei sein, nicht Gebäude und von unten anstrahlen«, so Engel.
Optimal seien flache Leuchtkörper, die ohne Streulicht und Reflexion möglichst waagerecht nach unten strahlen. Auch die Lichtfarbe spiele eine wesentliche Rolle, sagte Engel. So sei zwar das weiße LED-Licht am effizientesten, man spare am meisten, aber man dürfe »nicht allein auf Effizienz achten«, warnte er.
Bei der Auswahl des Lichts gehe es vielmehr auch um die Gesundheit der Menschen und die Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Kaltweißes und blaues Licht halten wach, weil das Schlaf fördernde Hormon Melatonin nicht gebildet werde, nannte Engel ein Beispiel. Viele Straßenleuchten strahlen an Hauswände und in Fenster ab, ein Blick in den beruhigend dunklen Nachthimmel sei kaum noch möglich, da dieser künstlich erhellt sei.
Natürlicher Nachthimmel
Außerdem werden Insekten von solchen Lampen magisch angezogen, die Teil der Nahrungskette und wichtig zum Bestäuben von Pflanzen sind. Die Fachleute zeigten Bilder vom »Vogelschlag«, das sind durch Licht abgelenkte nächtliche Zugvögel, die gegen Hindernisse fliegen und verenden. Das ehrenamtliche und unabhängige Projekt »Sternenpark Schwäbische Alb« setzt sich für den Erhalt des natürlichen Nachthimmels ein und berät zudem über umweltgerechte Außenbeleuchtungen und die Vermeidung von Lichtverschmutzung. (GEA)www.sternenpark-schwaebische-alb.de
www.energieeffizienzregion-alb.de

