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Aktuell Lichtverschmutzung

Metzinger Lichtsmog: Die richtige Lampe macht's

METZINGEN. Wie negativ sich ein durch fehlgeleitetes Licht hell erleuchteter Himmel auf Menschen, Tiere und Umwelt auswirken kann, erklärte Dr. Matthias Engel vom Projekt »Sternenpark Schwäbische Alb« in einem Vortrag im Hotel Schwanen in Metzingen. Dazu eingeladen hatte der Projektleiter der Energieeffizienzregion Biosphärengebiet Schwäbische Alb, Matthias Gienandt, der bei einem sich anschließenden Stadtrundgang auf gute und schlechte Beispiele hinwies, begleitet unter anderem von Mitarbeitern der Stadtwerke.

Metzingen bei Nacht vom Weinberg aus gesehen: Unsinnigerweise wird auch der Himmel erhellt.
Metzingen bei Nacht vom Weinberg aus gesehen: Unsinnigerweise wird auch der Himmel erhellt. Foto: Markus Pfisterer
Metzingen bei Nacht vom Weinberg aus gesehen: Unsinnigerweise wird auch der Himmel erhellt.
Foto: Markus Pfisterer
Bisher gebe es Richtwerte für Lärmbegrenzung, Luft- und Wasserbelastung, aber nicht für Lichtverschmutzung, machten die beiden bewusst. Lichtverschmutzung heißt nicht schmutziges Licht, sondern steht für die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, die uneffektiv in die Atmosphäre stahlen. Der Sternenhimmel wird demnach von »Lichtsmog« insbesondere in Ballungsgebieten verdeckt.

Am Beispiel von Straßenleuchten in Metzingen zeigte Engel die Streuwirkung des künstlichen Lichts auf, wie das, das von sogenannten Kugellampen ausgeht: Sie erhellen nicht nur den Boden, sondern strahlen gleichermaßen in alle anderen Richtungen. Bodenstrahler und die immer häufiger eingesetzten Solarlampen in Gärten sind demnach ebenfalls Lichtverschmutzer. »Straßenbeleuchtung sollte rein technisch zielgerichtet und blendfrei sein, nicht Gebäude und von unten anstrahlen«, so Engel.

Optimal seien flache Leuchtkörper, die ohne Streulicht und Reflexion möglichst waagerecht nach unten strahlen. Auch die Lichtfarbe spiele eine wesentliche Rolle, sagte Engel. So sei zwar das weiße LED-Licht am effizientesten, man spare am meisten, aber man dürfe »nicht allein auf Effizienz achten«, warnte er.

Bei der Auswahl des Lichts gehe es vielmehr auch um die Gesundheit der Menschen und die Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Kaltweißes und blaues Licht halten wach, weil das Schlaf fördernde Hormon Melatonin nicht gebildet werde, nannte Engel ein Beispiel. Viele Straßenleuchten strahlen an Hauswände und in Fenster ab, ein Blick in den beruhigend dunklen Nachthimmel sei kaum noch möglich, da dieser künstlich erhellt sei.

Natürlicher Nachthimmel

Außerdem werden Insekten von solchen Lampen magisch angezogen, die Teil der Nahrungskette und wichtig zum Bestäuben von Pflanzen sind. Die Fachleute zeigten Bilder vom »Vogelschlag«, das sind durch Licht abgelenkte nächtliche Zugvögel, die gegen Hindernisse fliegen und verenden. Das ehrenamtliche und unabhängige Projekt »Sternenpark Schwäbische Alb« setzt sich für den Erhalt des natürlichen Nachthimmels ein und berät zudem über umweltgerechte Außenbeleuchtungen und die Vermeidung von Lichtverschmutzung. (GEA)

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

www.energieeffizienzregion-alb.de