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Metzinger Bahnhof: Ein Gleis in den Sommerferien zu, zwei offen

Wie und wann die Ermstalbahn von und nach Bad Urach trotz ausbleibender Komplettsperrung der viel befahrenen Zugstation Metzingen im August und September für den Halbstundentakt fitgemacht wird.

Ein Zug der Ermstalbahn im Bahnhof Metzingen. Links vor ihm eine Schienenlücke, in der in Kürze eine Weiche das neue Gleis 4 mit
Ein Zug der Ermstalbahn im Bahnhof Metzingen. Links vor ihm eine Schienenlücke, in der in Kürze eine Weiche das neue Gleis 4 mit dem bestehenden Gleis 3 verbinden wird. Foto: Markus Pfisterer
Ein Zug der Ermstalbahn im Bahnhof Metzingen. Links vor ihm eine Schienenlücke, in der in Kürze eine Weiche das neue Gleis 4 mit dem bestehenden Gleis 3 verbinden wird.
Foto: Markus Pfisterer

METZINGEN. Jetzt ist es offiziell. »Gleis 3 wird während der Sommerferien wegen Weichenarbeiten gesperrt, die Gleise 1 und 2 bleiben offen«, sagt Professor Tobias Bernecker. Der Geschäftsführer des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb hat dem GEA am Mittwoch erläutert, wie der von bis zu fünf Zügen pro Stunde und Richtung bediente Bahnhof Metzingen für den Halbstundentakt auf der Ermstalbahn von und nach Bad Urach ab Mitte Dezember fitgemacht wird, obwohl eine Komplettsperrung der Station anders als zunächst vom Verband kommuniziert ausbleibt.

Umfangreiche Gleisbauarbeiten sind in Metzingen nötig, um das neue vierte Gleis an der Noyon-Allee, das bisher nur provisorisch auf dem Schotter liegt, ans bestehende Schienennetz anzubinden. Erst damit und mit einem ebenfalls neuen Elektronischen Stellwerk in Metzingen wird die Ermstalbahn fit für den ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember geplanten Halbstundentakt, der im Vorgriff auf die Regional-Stadtbahn eingeführt wird. Das ganze große Bau-Unterfangen beginnt zwar jetzt im Sommer an den Gleisen 3 und 4, wird aber erst Anfang Dezember vollendet. Vom 1. bis 14. Dezember wird für maximal zwei Wochen tatsächlich eine Vollsperrung des Bahnhofs nötig, weil weitere Weichenarbeiten laufen und das Stellwerk getestet werden muss.

Und damit nicht genug: Fahrgäste zwischen Reutlingen und Bad Urach müssen sich laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn wegen der Bauarbeiten auch bis Ende November auf betriebliche Einschränkungen gefasst machen. Wann und wie diese ausfallen, will der Zweckverband rechtzeitig bekanntgeben."

»Wir sind der Deutschen Bahn dankbar, dass ein Weg gefunden wurde, ohne Totalsperrung zu bauen«

Jetzt im Sommer bleibt der Bahnhof für die Hauptstrecke Stuttgart - Reutlingen(-Tübingen) offen - anders als in den vergangenen Jahren. »Wir sind der Deutschen Bahn dankbar, dass ein Weg gefunden worden ist, ohne Totalsperrung zu bauen«, sagt Bernecker. Wie berichtet, fahren die Regionalzüge der Linien MEX 12 und MEX 18 auf der Neckar-Alb-Bahn zwischen Reutlingen, Stuttgart und Heilbronn während der gesamten Sommerferien. Der Abschnitt Reutlingen - Tübingen ist baubedingt wie berichtet im August zu, während der übrigen Ferienwochen und vom 25. Juli bis 4. August (2 Uhr) eingleisig befahrbar.

Durch Busse ersetzt werden die schnellen RE 6-Züge (Tübingen - Stuttgart) und die der RB 63 (Tübingen - Bad Urach). Denn Letztere fahren in Metzingen über das Gleis 3, das in den Ferien gesperrt wird. Auch zum Uracher Schäferlauf geht es dann nur noch per Bus und nicht mehr im Zug - was der gebürtige Bad Uracher Tobias Bernecker bedauert. »Gleis 3 ist während des Schäferlaufs zwar noch nicht gesperrt, aber wird ausnahmsweise von den Zügen der Neckar-Alb-Bahn genutzt.« Und zwar, weil Gleis 1 wegen der Bahnsteig-Erhöhung der DB in Bempflingen gesperrt und dadurch vorübergehend nur eingleisiger Verkehr zwischen Metzingen und Nürtingen möglich ist.

»Wir hätten uns mit der DB rückkoppeln müssen «

Der Zweckverbands-Chef, der von sich aus bei der Metzinger GEA-Redaktion angerufen hat, hat dort um Entschuldigung für die zunächst unzutreffende Information des Verbands gebeten, die »für jede Menge Konfusion und Frustrationen gesorgt hat«. Die Info basierte »auf einer früheren Bauplanung«, blickt er zurück. Doch die war überholt. »Wir hätten uns mit der DB rückkoppeln müssen«, räumt Bernecker ein.

Sind doch sowohl die DB als auch der Zweckverband RSB NA Schieneninfrastruktur GmbH - die frühere Erms-Neckar-Bahn AG - für die Arbeiten im Bahnhof Metzingen zuständig. Letztere baut ihn stadtbahntauglich aus, die DB-Tochter InfraGo ist aber für das Schienennetz im Bahnhof und auch für die Einrichtung von Sperrpausen verantwortlich. (GEA)