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Metzingen stimmt jetzt verkleinerten Windkraft-Flächen zu

Auf dem Wippberg und im Maienwald bei Metzingen möchte der Regionalverband Flächen für Windkraft-Anlagen freihalten. Er hat sie verkleinert. Was dahintersteckt und wie der Metzinger Gemeinderat darauf reagiert hat.

Windrad und Wald: auch auf Metzinger Markung kann beides möglich sein.
Windrad und Wald: auch auf Metzinger Markung kann beides möglich sein. Foto: Oliver Berg/dpa
Windrad und Wald: auch auf Metzinger Markung kann beides möglich sein.
Foto: Oliver Berg/dpa

METZINGEN. Energiewende ja, aber bitte nicht allzu einschneidend vor unserer Haustür: Beide Positionen waren im Metzinger Gemeinderat zu hören, als es um zwei potenzielle Windkraft-Flächen auf Metzinger (und auch Riedericher) Gemarkung ging. Die sollen im nächsten Regionalplan stehen. »Es geht nur um die Möglichkeit, dass dort mal Windräder platziert werden«, machte Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh deutlich.

Doch es kam erneut zur Grundsatzdiskussion. Wie schon beim ersten Aufschlag der beiden Gebiete: Das eine liegt im Maienwald, das andere am Wippberg. »Es gäbe Lärm-Emissionen und die Sichtproblematik«, meinte Robert Schmid (FWV), »ich habe große Bedenken und kann dem nicht zustimmen.« Dabei hatte der Regionalverband die betreffenden Flächen schon verkleinert, von 77 auf 63 Hektar (Maienwald) beziehungsweise von 46 auf 29 Hektar (Wippberg).

»Die Windräder werden uns unabhängiger vom Gas machen «

Fraktionskollege Hans-Joachim Polte argumentierte mit dem Landverbrauch: »Für ein Windrad müssten Bäume auf einer Fläche, die die Größe eines Fußballfeldes hätten, gefällt werden.« Das dementierte Grünen-Stadtrat Dr. Markus Schenk umgehend: »Es geht um einen halben Hektar, deutlich weniger als ein Fußballfeld.« Umso positiver ist ihm aufgefallen: »Die Windräder werden uns unabhängiger vom Gas machen.« Und damit von ausländischen Energielieferanten. »Toll, dass die Windkraftanlagen so viel Strom erzeugen können.«

Wie viele in den Metzinger Gebieten einmal stehen könnten, steht in den Sitzungsunterlagen nicht. OB Haberstroh versuchte den Brückenschlag zu den kritischen Räten: »Ohne Ihr Zutun wird da nichts passieren.« Und: »Wer weiß, wie sich die Technik entwickelt und ob man die (bisher vorgesehene, d.Red.) Höhe der Windräder dann noch braucht.«

»Es gäbe Lärm-Emissionen und die Sichtproblematik«

Letztlich gab es eine 17:5-Mehrheit für die verkleinerte mögliche Windkraftfläche im Maienwald. Die vor allem Riederich betreffende Wippberg-Fläche ging ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung durch den Gemeinderat. Verkleinert hat der Regionalverband den potenziellen Standort im Maienwald aus Rücksicht auf hochwertige Bereiche in der Pflegezone des Biosphärengebiets, die unter dem Rotoren-Überschlag nicht leiden sollen; am Wippberg aus militärischen Gründen, verläuft dort doch eine Pipeline.

Ob tatsächlich einmal Windräder auf den beiden als geeignet angesehenen Metzinger Standorten gebaut werden, ist offen. Vorher müssten die bürokratischen Grundlagen – Regionalplan, Flächennutzungsplan und Bebauungsplan - geschaffen und die Baugenehmigung erteilt werden. Aber ob überhaupt ein Investor anbeißt? »Ein Projektierer baut Windräder nur, wenn es sich auch rechnet«, sinnierte der promovierte Physiker Markus Schenk. (GEA)