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Aktuell Zuschüsse

Kulturförderung Metzingen: Es wird enger

Noch ist das Kultur-Angebot in Metzingen vielfältig und wird von der Stadt nicht zu knapp bezuschusst. Das könnte sich ändern. Woran das liegt, was der Gemeinderat für 2026/27 beschlossen hat und wie es weitergehen könnte.

Clubkonzert im Glemser "Hirsch": Thomas Kuhn, besser bekannt als DTK, performt mit Anne Haigis und Susanne Back das "Whisky Lull
Clubkonzert im Glemser »Hirsch«: Thomas Kuhn, besser bekannt als DTK, performt mit Anne Haigis und Susanne Back das »Whisky Lullaby«. Foto: Armin Knauer
Clubkonzert im Glemser »Hirsch«: Thomas Kuhn, besser bekannt als DTK, performt mit Anne Haigis und Susanne Back das »Whisky Lullaby«.
Foto: Armin Knauer

METZINGEN. Der Veranstaltungsring macht Theater, die VHS Integration, der Kulturverein z.B. Glems Folk, die Musikschule Basisbildung, der Club Thing Rock für Jugendliche, das Kulturforum zwei Events die Woche ohne Eintritt und das Luna Filmtheater zeigt Arthaus-Filme genauso wie Blockbuster: Noch ist das Kultur- und Bildungsprogramm in Metzingen breit aufgestellt. Das könnte sich ändern.

Kultur kostet Geld, das auch die Sieben-Keltern-Stadt nicht mehr so dicke hat wie früher. Ein letztes Mal hat der Gemeinderat meist einstimmig beschlossen, die Kultur- und Bildungsträger wie bisher zu bezuschussen. Die sogenannten Barzuschüsse bleiben dabei unverändert, sind anders als früher nicht mehr geklettert. Für die VHS Metzingen-Ermstal (350.000 Euro im Jahr) und die Musikschule Metzingen (rund 420.000 Euro jährlich) übernimmt die Stadt aber weiterhin auch die Kosten, die durch höhere Tarifabschlüsse entstehen.

Insgesamt über eine Million Euro

Wird auch der Veranstaltungsring mit gut 100.000 Euro im Jahr noch vergleichsweise reich mit städtischen Zuschüssen bedacht, sieht die Jahresförderung bei den weitestgehend ehrenamtlich betriebenen anderen Einrichtungen schmaler aus: 18.000 Euro beim »KuFo«, jeweils 15.000 beim Luna und beim Club Thing und knapp 30.000 Euro für den Kulturverein z.B. Glems.

Das alles gilt für die kommenden beiden Jahre und wurde im Vorfeld zwischen dem Ersten Bürgermeister Patrick Hubertz und Vertretern der Einrichtungen mehr oder weniger geräuschlos und mit viel Verständnis ausgehandelt. Auch im Gemeinderat gab es keine Neiddebatte mehr, nur ein paar Anregungen. Und Freude über die überhaupt noch möglichen breiten Geldflüsse.

Die VHS Metzingen-Ermstal leistet mit ihren Integrationskursen unverzichtbare gesellschaftliche Arbeit.
Die VHS Metzingen-Ermstal leistet mit ihren Integrationskursen unverzichtbare gesellschaftliche Arbeit. Foto: Thomas Füssel
Die VHS Metzingen-Ermstal leistet mit ihren Integrationskursen unverzichtbare gesellschaftliche Arbeit.
Foto: Thomas Füssel

Denn sie können bei der nächsten Verteilungsrunde schmaler werden. »Wegen der volatilen wirtschaftlichen Lage wird es jetzt schwieriger«, kündigte Hubertz an, »wir müssen kritisch beobachten, wie es weitergeht.« Grünen-Fraktionschef Dr. Georg Bräuchle hat sich schon Gedanken gemacht: »Wir müssen die Zeit nutzen, um uns über Förderrichtlinien und -kriterien auszutauschen.« Auch eine »verstärkte Kooperation« verschiedener Kulturträger stellte er in den Raum, ohne sie näher zu beschreiben.

Die übrigen Ratsredner betonten den Wert der jetzigen Kultur- und Bildungsträger, bei denen sie teilweise mitmischen. »Die VHS leistet unheimlich viel für die Stadtgesellschaft«, betonte FWV-Rat Robert Schmid, der bei der Volkshochschule Vorstandsmitglied ist; für ihre unverzichtbaren Integrationskurse bekommt die Einrichtung um Leiter Oliver Beck allerdings auch kräftige Bundeszuschüsse.

Halbe Miete beim Kulturforum

»Das Kulturforum hat einen deutlichen Aufschwung genommen und eine hohe soziale Bedeutung«, stellte Fraktionskollege Dr. Ulrich Schneck, der beim KuFo ehrenamtlich anpackt, heraus, »die Finanzierung ist äußerst schwierig.« Sind doch alle Veranstaltungen auf Spendenbasis, fallen aber 1.875 Euro Raummiete im Monat sowie Künstlergagen an. Schneck regte an, die Stadt möge dem kleinen, aber hoch engagierten KuFo-Team einen Mietzuschuss von 50 Prozent gewähren. Der Erste Bürgermeister konterte damit, dass nicht nur die Stadt, sondern auch Kreis und Land Geld geben, doch der FWVler zog die Ratsmehrheit zu sich.

Stichwort Luna: Grünen-Stadtrat Klaus Rümmelin hatte »das Gefühl, dass immer junge Leute da sind. Die Besucherzahlen sind jetzt wieder über der Zeit vor Corona. Toll«. Der städtische Zuschuss an den Stadtjugendring Urach als Betreiber ist also gut investiert. Hängepartie für das Metzinger Kino bleibt die Raumfrage ab 2027.

Das Duo SaHaRa tritt zusammen mit Musikerfreunden im Kulturforum Metzingen auf.
Das Duo SaHaRa tritt zusammen mit Musikerfreunden im Kulturforum Metzingen auf. Foto: Privat
Das Duo SaHaRa tritt zusammen mit Musikerfreunden im Kulturforum Metzingen auf.
Foto: Privat

Blieb noch der Club Thing - und sein undichtes Dach im Alten E-Werk an der Nordtangente. ""Wir hoffen auf eine zeitnahe Sanierung", machte Dr, Markus Schenk (Grüne) deutlich. "Das Gebäude müssten wir generalsanieren", entgegnete OB Carmen Haberstroh, "beim nächsten Haushalt fehlt mir die Fantasie dafür." Dachtechnik-Unternehmer und FWV-Sprecher Stefan Köhler zog lieber die dicken Wände des Jugendclubs in den Fokus. "Auch mit kaputtem Dach wird es noch ein paar Jahre stehen." Ob die schweißgebadeten Rockfans irgendwann naturgeduscht werden? Dafür, "das Notwendige" am Dach zu tun, war aber auch Köhler. Und sicher kaum aus beruflichen Gründen. (GEA)