WANNWEIL. Kelly-Inseln sind seit 20 Jahren Anlaufstellen für Kinder in Notsituationen in einer Stadt oder Gemeinde. Das Logo mit einer Polizeikelle darauf signalisiert in den Geschäften, kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen, dass sie hier Hilfe bei großen oder kleinen Problemen bekommen können.
Die Gemeinde Wannweil kooperiert jetzt mit dem Verein Kelly-Insel mit Sitz in Filderstadt und hat dafür den Kooperationsvertrag mit Gemeinde, Verein und Polizei im Rathaus unterzeichnet. Damit wird die Absicht erklärt, Kelly-Inseln in der Gemeinde zu etablieren und zusammen mit Eltern, Schule und Bürgern »eine aktive Gemeinschaft zum Wohle und Schutz aller Kinder zu bilden«. Außerdem erhielten die beteiligten Partner, die künftig als Kelly-Inseln im Ort Anlaufstellen für Kinder, aber auch für Senioren in Notsituationen sind, ein Zertifikat.
Vor 20 Jahren gegründet
Das Projekt im Rahmen der kommunalen Kriminalprävention ist keine private Initiative sondern nur in Kooperation von Kommune mit dem Verein »Kelly-Insel« und der Polizei möglich. Gegründet wurde der Verein vor 20 Jahren als deutsches Kinderschutzprojekt der Kommunalen Kriminalprävention, das Kindern sichere Anlaufstellen in einer Stadt oder Gemeinde bieten soll, nachdem in Filderstadt ein kleines Mädchen ermordet worden war. Die Alexandra-Sophia-Stiftung hat das Konzept zusammen mit der Polizei, Bürgern und der Stadtverwaltung entwickelt.
Der heutige Vereinsvorsitzende, Andreas Koch, war damals als Bürgermeister von Filderstadt Initiator und Gründungsmitglied. »Kinder stark machen, sie befähigen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen«, sagt er zu dieser kriminalpräventiven Maßnahme. Es geht nicht unbedingt um große Notfälle wie einen Unfall, sondern insbesondere auch um kleinere Probleme wie den Bus zu verpassen oder auch unterwegs Schutz vor Gewitter, Kälte, Hitze oder Regen zu suchen. Manchmal kann ein Pflaster und tröstende Worte helfen. Bei Bedrohung oder anderen Gefahren wie zum Beispiel der Aufforderung von fremden Menschen zum Mitkommen in ein Auto einzusteigen, werden die Ansprechpartner Polizei oder Rettungsdienst rufen.
Hilfe auch für Senioren
»Man muss nicht immer vom Schlimmsten ausgehen«, so Katrin Binsch von der Geschäftsstelle Kelly-Insel. Wichtig sei, einen Schutzraum und Rückzugsort mit Ansprechpartner zu bieten, um sich einer möglichen Gefahr zu entziehen. Zwar sei der Verein zum Schutz für Kinder gegründet, selbstverständlich könne aber auch Senioren beispielsweise bei Unsicherheiten hier Hilfe finden.
»Das verbessert die Sicherheit in unserer Gesunden Gemeinde. Der Verein leistet gute Arbeit seit 20 Jahren, die Polizei spielt dabei eine wichtige Rolle«, so Wannweils Bürgermeister Dr. Christian Majer zur Motivation, sich als Gemeinde an diesem Projekt zu beteiligen. Erzieherinnen und Lehrer machen ebenso motiviert mit wie Einzelhandel und Gewerbe im Ort, wobei selbstverständlich auch das Rathaus jetzt eine Kelly-Insel ist. (mar)

