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Aktuell Schule

Jens Maschmann: Vom GEG'ler zum ärztlichen Direktor der Uniklinik Tübingen

Professor Dr. Jens Maschmann blickt bei einer Matinee des Fördervereins des Graf-Eberhard-Gymnasiums Bad Urach auf seine prägende Schulzeit zurück - aber nicht nur. Es werden weitere Ehemalige gesucht, die etwas zu sagen haben.

Der Ex-GEG'ler Jens Maschmann (Mitte) ist inzwischen Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Tü
Der Ex-GEG'ler Jens Maschmann (Mitte) ist inzwischen Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Tübingen. Bei einer Matinee stand er den Lehrern Matthias Eicks (links) und Michael Jaesrich Rede und Anwort. Foto: Kirsten Oechsner
Der Ex-GEG'ler Jens Maschmann (Mitte) ist inzwischen Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Tübingen. Bei einer Matinee stand er den Lehrern Matthias Eicks (links) und Michael Jaesrich Rede und Anwort.
Foto: Kirsten Oechsner

BAD URACH. Vom GEG-Abiturienten zum Leitenden Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikum Tübingen (UKT): Professor Dr. Jens Maschmann hat seit seinem Schulabschluss im Jahr 1988 am Graf-Eberhard-Gymnasium (GEG) eine beeindruckende Karriere hingelegt. Er ist verantwortlich für 11.000 Mitarbeiter: »Das sind mehr Personen, als Bad Urach Einwohner hat«, witzelt er bei der Matinee des GEG-Fördervereins an einem denkwürdigen Ort. Wo sich die Mensa und damit der Veranstaltungsort befindet, waren einst die Fahrradabstellplätze: »Das waren der Drogenumschlagplatz und die Raucherecke«, weiß er bis heute.

Wie Maschmann sowieso einiges aus seiner GEG-Vergangenheit nicht vergessen hat, die Verbundenheit zu den Mitschülern »seiner« a-Klasse ist nach wie vor eng. Viele von ihnen waren am Sonntag in die Mensa gekommen: »Der Hauptgrund, in die Schule zu gehen, war die Kumpels zu treffen«, gesteht er 37 Jahre nach dem Abitur. Und es seien auch viele Veranstaltungen außerhalb des offiziellen Unterrichts gewesen, die ihn nachhaltig geprägt hätten. Die Ausflüge mit dem Zug beispielsweise, als sich die ganze Schule auf Tour begeben habe. Oder die Aktionen des unvergessenen Kunstlehrers Jürgen Nuber, der mit Aktionen gegen die Verweichlichung der Schüler angehen wollte: Mit Neuntklässlern ging’s auf eine Nachtwanderung mit Übernachtung in einer Höhle. Rückblickend sei‘s ein Irrsinn gewesen, nicht anders die Abseilaktionen vom Dach. Das mache jedoch Schule aus, so seine Erfahrung.

Vom Sport zur Medizin

Locker und lässig, charmant und mit viel Witz plauderte Jens Maschmann mit den Lehrern Matthias Eicks und Michael Jaesrich. Letzteren musste er nach dessen einführenden Worten erst mal lachend korrigieren – er sei nicht in Bad Urach aufgewachsen, Sirchingen war’s. Welchen Karriereweg er mal einschlagen würde, sei einst bei der Wahl der Leistungskursfächer nicht klar gewesen: »Ich fand Sport interessant, mein Vater eher weniger«, gab der Professor zu. Über die Praxis hinaus sei viel Theorie auf dem Lehrplan gestanden, und es habe ihn fasziniert, zu verstehen wie der menschliche Körper funktioniert. »Ich dachte mir, Medizin könnte es sein«, gab er zu.

Ein Studium der Kindermedizin in Tübingen wurde es dann tatsächlich, an der Uni-Kinderklinik Würzburg legte Maschmann dann 2002 seine Facharztprüfung für Pädiatrie ab. Aufgrund der Zusatzausbildung medizinische Informatik konnte er bereits damals erfolgreich Prozesse in der Kinderklinik digitalisieren. Dabei wuchs der Wunsch in ihm, den Organismus Krankenhaus besser kennenlernen zu wollen und der Wechsel als Leiter der Stabstelle Strategische Planung zum Evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Dort erwarb Jens Maschmann die Zusatzqualifikation ärztliches Qualitätsmanagement. Nach weiteren Stationen folgte 2023 dann die Rückkehr ans UKT in seiner jetzigen Position.

Wer hat etwas zu erzählen?

»Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mal hier sitze«, gab Maschmann zu und hatte einen Tipp für künftige GEG-Abiturienten parat: Entscheidend bei der Berufswahl sei, dem zu folgen, was sich am besten anfühle und an sich zu glauben. Ansonsten solle man es halten wie Graf Eberhard – »Gott sei Dank heißt die Schule noch so« – und etwas wagen, mutig sein: »Attempto« sei nach wie vor ein wichtiger Lehrsatz. Sein Werdegang weg von der praktischen Medizin hin ins medizinische Management sei so nicht geplant gewesen, habe sich einfach ergeben: »Der Weg ging immer weiter.« Aber, das müsse er auch zugeben: Der Ablösungsprozess sei nicht immer leicht gewesen. Als Mediziner sehe man nach einem Arbeitstag meistens einen unmittelbaren Erfolg – das fehle nun. »Ich werde oft gefragt, was ich den ganzen Tag mache«, gibt Maschmann zu: Planen, Entscheiden, Kommunizieren – sein Arbeitstag sei geprägt von Sitzungen.

Übers Persönliche hinaus fragte ihn das Moderatoren-Duo Eicks und Jaesrich zu vielen Themen der (Hochleistungs-) Medizin, die nach Maschmanns Einschätzung zu sehr aufs Reparieren und nicht auf Prävention ausgerichtet sei. Viel zu schnell verflog die Zeit bei einem Format, mit dem der Förderverein des Gymnasiums am gestrigen Sonntag den Nerv von mehr als 100 ehemaligen und heutigen GEG-Schülern wie auch Lehrern, aber auch Eltern von einst und heute getroffen hat: Auf ein ausgiebiges Frühstück folgte als Bonushäppchen noch ein Gespräch mit dem Alumni Maschmann. Man sei laut Förderverein stets auf der Suche nach Ehemaligen, die etwas zu erzählen haben und für Tipps dankbar. (GEA)