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Jahrelang Containerdorf am Metzinger Gymnasium

Weil die Pavillons des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums abgerissen werden und ein naturwissenschaftlicher Trakt entsteht, stellt die Stadt Metzingen als Ausweichquartier ein dreigeschossiges Schulcontainerdorf mit zwölf Klassenzimmern auf.

Die beiden Pavillons des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums (links und rechts) sind in die Jahre gekommen und werden abgerissen. Die
Die beiden Pavillons des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums (links und rechts) sind in die Jahre gekommen und werden abgerissen. Die Zukunft des Hauptgebäudes (Mitte) ist noch offen. Foto: Markus Pfisterer
Die beiden Pavillons des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums (links und rechts) sind in die Jahre gekommen und werden abgerissen. Die Zukunft des Hauptgebäudes (Mitte) ist noch offen.
Foto: Markus Pfisterer

METZINGEN. »Die Schüler sollen nicht in Containern Abi machen«, wünscht sich der Metzinger FVW-Fraktionsvorsitzende Stefan Köhler. Diese Gefahr droht aber auch nicht wirklich, denn die Stadtverwaltung hat den Zeitplan für die Modernisierung des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums (DBG) gestreckt hat: In den Sommerferien werden die beiden über 50 Jahre alten Pavillons des G-9-Gymis abgebrochen. An ihrer Stelle entsteht ein naturwissenschaftlicher Trakt, der zum Schuljahr 2026/27 in Betrieb gehen soll. 12,6 Millionen stehen dafür in der mittelfristigen Finanzplanung. Ob und wann das Hauptgebäude der Schule aus den 1950er- bis 1970er-Jahren saniert oder ebenfalls abgebrochen wird, steht auf einem anderen Blatt. Dafür lässt die Stadt als Schulträgerin eine Machbarkeitsstudie erstellen.

Öschweg nur kurz gesperrt

Während all dieser Bauarbeiten muss ein Teil der Schülerinnen und Schüler aus den gewohnten Räumen ausziehen. Unter kommen sie in einem Containerdorf, das auf dem Schulhof aufgestellt wird. Zwölf Klassenzimmern auf drei Stockwerken wird es beherbergen. Die Stadtverwaltung spricht auch gerne von einem modulartigen Schulinterimsgebäude, das zwischen dem 21. Mai und dem 12. Juli 2024 errichtet werden soll. »Wie lange wird der Öschweg gesperrt?«, hakte Robert Schmid (FWV) nach. »Nur zum Aufstellen der Container«, antwortete Baubürgermeister Markus Haas. Denn dazu wird ein großer Mobilkran auf der Straße gebraucht. »Während der eigentlichen Bauphase ist der Öschweg voll nutzbar.«

Erprobte Sache: An der Sieben-Keltern-Schule stand während deren Generalsanierung von Herbst 2015 bis Frühjahr 2018 ein Containe
Erprobte Sache: An der Sieben-Keltern-Schule stand während deren Generalsanierung von Herbst 2015 bis Frühjahr 2018 ein Containerdorf. Foto: Pacher Ursula
Erprobte Sache: An der Sieben-Keltern-Schule stand während deren Generalsanierung von Herbst 2015 bis Frühjahr 2018 ein Containerdorf.
Foto: Pacher Ursula

Für 3,2 Millionen Euro kauft die Stadt Metzingen die Klassenzimmercontainer. Nicht nur bei Sanierung oder Abbruch des DBG-Hauptgebäudes könnten sie eingesetzt werden, sondern auch bei der Sanierung der Uhlandschule Neuhausen, mit der sich der Neuhäuser Ortschaftsrat und der Metzinger Gemeinderat voraussichtlich Anfang des Jahres befassen könnten. Ein ähnliches, allerdings zweigeschossiges Schulmoduldorf hatte von September 2015 bis Februar 2018 schon an der Sieben-Keltern-Schule gestanden, die generalsaniert wurde. Damals hatte die Stadt die Container aber gemietet, nicht gekauft.

Jetzt setzt Metzingen also auf eigene Module, die sich laut Bauverwaltung gegenüber der Anmietung auch rechnen, wenn sie mehr als zwei Jahre in Gebrauch sind. Grünen-Stadt Peter Hild sah darin eine »nachhaltige Nutzung« im Sinn des Klimaschutzes. Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh sprach von einer Herkulesaufgabe. Nach den kommenden Sommerferien geht's für viele der rund 1.000 DBG-Jugendlichen erstmal raus aus den Pavillons und rein ins Containerdorf. (GEA)