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Investitionen in die Energiewende: Das ist der Haushaltsplan der Metzinger Stadtwerke

Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Schoch brachte den Haushaltsplan für das Jahr 2026 in den Metzinger Gemeinderat ein.

Die Metzinger Stadtwerke geben im kommenden Jahr nicht nur viel Geld für das geplante Ganzjahresbad aus, sondern stecken auch 5,
Die Metzinger Stadtwerke geben im kommenden Jahr nicht nur viel Geld für das geplante Ganzjahresbad aus, sondern stecken auch 5,5 Millionen Euro in klimarelevante Investitionen, wie SWM-Chef Alexander Schoch am Donnerstagabend im Gemeinderat verkündete. Foto: Norbert Leister
Die Metzinger Stadtwerke geben im kommenden Jahr nicht nur viel Geld für das geplante Ganzjahresbad aus, sondern stecken auch 5,5 Millionen Euro in klimarelevante Investitionen, wie SWM-Chef Alexander Schoch am Donnerstagabend im Gemeinderat verkündete.
Foto: Norbert Leister

METZINGEN. Beeindruckend sind die Tätigkeiten der Stadtwerke Metzingen (SWM), wie Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh am Donnerstagabend im Metzinger Gemeinderat hervorhob. Sie kann das wohl am besten beurteilen – schließlich war sie lange genug selbst Chefin des Energieversorgers. Vor einigen Jahren hat Alexander Schoch ihren Posten übernommen, in der Sitzung des Gemeinderats brachte er nun am Donnerstag den Haushalt der Stadtwerke für das Jahr 2026 ein.

»Seit dem letzten Wirtschaftsplan hat sich bei den Stadtwerken kaum was geändert«, sagte der SWM-Geschäftsführer. Was aber im kommenden Jahr anders sein wird, ist der Jahresgewinn: Die Stadtwerke planen mit einem Plus von 110.000 Euro, was gegenüber dem Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang bedeutet, da stand unterm Strich noch ein Gewinn von 420.000 Euro.

Kredite für das Ganzjahresbad

Der Grund dafür: »Wir werden kommendes Jahr deutlich mehr investieren«, so Alexander Schoch. Rund 18 Millionen Euro sollen es im kommenden Jahr sein, »wir müssen also Kredite vor allem für das Ganzjahresbad aufnehmen«. Die Zinsen für das geliehene Geld werden den Haushalt zusätzlich belasten. Erfreulich sei hingegen, »wir konnten im laufenden Jahr die Preise für Strom und Gas senken«, sagte Schoch.

Die Gesamtkundenzahl hatte Anfang 2025 »einen Knick nach unten erhalten, das ist normal, wenn die Preise erhöht werden«. Doch durch die späteren Preissenkungen ging die Kundenkurve der Stadtwerke nach den Worten des Geschäftsführers wieder nach oben. »Der Erfolgsplan zeigt, dass wir Wachstum haben.«

Viel Photovoltaik mit Batteriespeicher

In der Gassparte sind laut Schoch »geringere Mengen im Netz und im Vertrieb geplant«. Der Bestandserhalt stehe hier im Vordergrund. Ganz anders sehe das bei der Energiewende aus, dort werde kräftig investiert – eine große Photovoltaik-Freiflächenanlage werde etwa im Gebiet Katzensteig entstehen. Batteriespeicher sollen dort ebenfalls installiert werden.

»Insgesamt planen wir klimaschutzrelevante Investitionen im kommenden Jahr von 5,5 Millionen Euro«, betonte Alexander Schoch. Dazu gehören auch Heizzentralen im Pappelweg, in der Ulmer Straße und beim Ganzjahresbad. »Beim Bad sind wir ganz weg vom Gas.« Am Gymnasium soll eine Wärmepumpe installiert werden, die zum Heizen und Kühlen dienen werde.

Wassernotversorgung für Glems

In der Wassersparte werden die Metzinger Stadtwerke 2026 vor allem in die Druck- und Fallleitungen investieren. »Die Wassernotversorgung für Glems wird im Prinzip wie ein langer Feuerwehrschlauch aussehen.« Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch im Notfall Glems mit Wasser versorgt wird, betonte der SWM-Chef. An den Hochwasserbehältern Forst und Hochwiesen sollen Notstromaggregate bei Stromausfall für die Wasserversorgung zuständig sein.

Auch bei der Breitbandversorgung wollen die Stadtwerke im kommenden Jahr kräftig investieren. In zahlreichen Metzinger Straßen sollen die Kabel 2026 verlegt werden, »Glems ist schon recht gut erschlossen«, sagte Schoch. Weitere Schwerpunkte der Stadtwerke im kommenden Jahr? »Da steht im Prinzip genau das Gleiche drauf wie im vergangenen Jahr«, betonte Alexander Schoch.

Weniger Gewinn, hohe Investitionen

Themen werden auch in der Zukunft weiterhin die Versorgungssicherheit sein, Fachkräftemangel spiele weiter eine wichtige Rolle, Wärmenetze, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und einiges mehr. Grundsätzlich gelte für die Stadtwerke Metzingen wie auch die Kollegen in Tübingen und in anderen Städten: »Die Gewinne im Energiegeschäft gehen zurück, bei gleichzeitigen hohen Investitionen«, betonte der Metzinger Energiemanager Schoch.

Aber: Der SWM-Geschäftsführer könne sich auf sein kleines, aber feines Team verlassen, wie Schoch am Donnerstagabend betonte und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte. »Die Debatte des Gemeinderats über den Haushalt der Stadtwerke kommt ja erst im Januar«, so Alexander Schoch abschließend. (GEA)