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Heiderose Vernalis aus Dettingen und ihre große Leidenschaft für den orientalischen Tanz

Die Tänzerin, die sich Howeida nennt, organisiert an drei Tagen das Christmas Oriental Festival und lockt damit internationale Gäste aus der Szene in die Metzinger Stadthalle. Workshops, Wettbewerbe und (Gala-)Auftritte: Für Zuschauer ist vieles geboten, auch die Veranstalterin steht als Howeida auf der Bühne.

Ihre große Leidenschaft ist der orientalische Tanz und in den investiert sie viel Zeit: Heiderose Vernalis organisiert an drei T
Ihre große Leidenschaft ist der orientalische Tanz und in den investiert sie viel Zeit: Heiderose Vernalis organisiert an drei Tagen das Christmas Oriental Festival in der Metzinger Stadthalle. Foto: Kirsten Oechsner
Ihre große Leidenschaft ist der orientalische Tanz und in den investiert sie viel Zeit: Heiderose Vernalis organisiert an drei Tagen das Christmas Oriental Festival in der Metzinger Stadthalle.
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN/METZINGEN. Heiderose Vernalis ist Ur-Dettingerin und ihrem Heimatort eng verbunden. Doch ihr Herz schlägt seit den 1970er-Jahren auch im orientalischen Takt: Als Howeida ist sie weit über Dettingen hinaus als Tänzerin bekannt und vernetzt, erst vor zwei Wochen war Vernalis als Gast auf einem hochkarätigen Festival auf Mallorca. Nun ist sie selbst Veranstalterin und lockt die internationalen Stars der Szene vom Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Dezember, in die Metzinger Stadthalle zum Oriental Christmas Festival und damit einen Tag mehr wie bislang üblich. Sie wisse selber nicht ganz genau, wieso sie noch eine Schippe mehr draufpacke, meint sie lachend. Die Liebe zum orientalischen Tanz sei’s wohl, die Freude am Zusammensein mit Aktiven aus aller Welt: »Mir würde etwas fehlen.«

Was sie kann und ihre Kursteilnehmer gelernt haben, zeigt sie bereits seit 1987: »Damals waren wir noch im Zillenhart-Saal«, erzählt sie und kann’s selbst kaum glauben, wie sich ihre Shows entwickelt haben. Ab 1994 - mit einer kurzen Unterbrechung - fanden die in der Metzinger Stadthalle zunächst an einem Abend und später an zwei Tagen statt.

Mehr als 20 Kategorien und Tanzstile

Und nun setzt Heiderose Vernalis noch einen dritten drauf und das heißt: noch mehr Shows und Workshops, wofür sie namhafte Künstler wie Leandro Ferreyra aus Argentinien, Mohamed Diiaz aus Kolumbien und die Spanierin Levana, eine Meisterin des Drumburlesque, verpflichten konnte. Dazu kommen rund Einzelwettkämpfe für Kinder und Erwachsene in mehr als 20 Kategorien und Tanzstilen sowie Competitions für Gruppen. Wer unter den strengen Blicken der Jury in der Kategorie klassischer orientalischer Tanz/Professionell zur Siegerin gekürt wird, darf sich Oriental Christmas Queen nennen.

An allen drei Tagen dürfen interessierte Besucher bei allen Programmpunkten zuschauen, besonders interessant dürfte jedoch am Freitag um 18.30 Uhr die Opening Show sein. Festival-Höhepunkt ist dann erfahrungsgemäß die Gala am Samstag sein, wenn ab 20 Uhr die Dozenten und weitere Tänzerinnen und Tänzer, aber auch Howeida selbst und ihr Tanzgruppe Nushoum auftreten. Bereits um 16 Uhr präsentiert sich die Next-Generation – das sind unter anderem die VHS-Kursgruppen von Heiderose Vernalis.

Künstlerin und Kümmerin

Das Metzinger Festival gehöre nicht zu den ganz großen in Deutschland, um ein kleines handele es sich laut ihrer Einschätzung aber auch nicht: »Aber es gibt wenige, die mit so viel Herz organisiert sind«, meint sie selbstbewusst und strahlt. Denn Heiderose Vernalis, seit einigen Jahren nicht mehr berufstätig, ist die Kümmerin, stemmt die Vorbereitungen für die dreitägige Veranstaltung quasi im Alleingang: »Ich bin das ganze Jahr über damit beschäftigt«, erklärt sie, das Pensum ist enorm.

»Nach dem Festival ist vor dem Festival.« Da gelte es einerseits sofort wieder organisatorisch aktiv zu werden und bereits die ersten Gäste zu akquirieren. Anderseits müsse sie mit den Kindergruppen und ihrem Nushoum-Ensemble neue Choreografien einstudieren. Flüge und Hotels für die Gäste buchen, einen Caterer beauftragen und genug Getränke bestellen – das sind nur einige wenige Aufgaben, die abgearbeitet werden müssen. »Es wird immer anstrengender«, gibt Heiderose Vernalis zu, zumal sie ja auch mehr zu den jüngsten gehöre. »International gehöre ich inzwischen schon zu den älteren Tänzerinnen.«

Kontakte pflegen, Impulse mitnehmen

Der Gedanke, aufzuhören, ploppe immer mal wieder auf – aber werde dann doch nicht konkret: Dafür sei ihre Leidenschaft einfach für den orientalischen Tanz einfach noch viel zu groß. Auch ihre Reise kürzlich nach Mallorca kurz vor dem Festival sei eigentlich in die Kategorie unvernünftig einzuordnen, zumal sie an zwei kompletten Tagen Jurorin gewesen sei: »Das war alles andere als eine Erholung.« Aber es sei wichtig gewesen, sich zu zeigen, Kontakte zu pflegen und neue Impulse mitzunehmen. Solange ihre Gesundheit mitmache, werde sie weitermachen – das tue ihr und ihrer Seele einfach gut.

Das eigene Festival sei auch nach so vielen Jahren alles andere als ein Selbstläufer, doch an den Veranstaltungstagen weiß Heiderose Vernalis ein tolles Team hinter sich. Familienmitglieder und Freunde übernehmen ehrenamtlich die unterschiedlichsten Jobs und die Organisatorin selbst wird überall dort herumwirbeln, wo sie gebraucht wird. Es sei denn, sie steht gerade selbst auf der Bühne. (GEA)

www.howeida.com