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Hülbener Band Willkuer rockt beim fünften Heimspiel den Flughafen

Fünftes Heimspiel der Hülbener Band. Rund 4.000 Deutschrock-Musikfans an drei Tagen.

9mm Headshot war eine Vorgruppe vor Willkuer.  FOTOS: RUOF
9mm Headshot war eine Vorgruppe vor Willkuer. FOTOS: RUOF
9mm Headshot war eine Vorgruppe vor Willkuer. FOTOS: RUOF

HÜLBEN. Geduldig stehen Väter mit ihren Töchtern auf den Armen oder den Söhnen an der Hand, junge Frauen und Männer, Alt und Jung in einer langen Schlange vor dem Promo-Anhänger, bis sie endlich bei der Autogrammstunde an der Reihe sind. Die Hülbener Julian Kuder, Moritz Hermle und Andreas Weible sowie Florian Söll aus Ehestetten und der Donnstetter Tobias Röschl signieren ohne Unterlass Autogrammkarten und Basecaps, schreiben auf T-Shirts ihre Initialen oder machen Selfies mit ihren Idolen: Willkuer.

Rund 4.000 Fans des Deutschrocks und allen voran Willkuer verwandelten an drei Tagen den Hülbener Flugplatz in ein riesiges Festivalgelände. Bereits am Donnerstag hatte die Hülbener Band ihre Supporters (Unterstützer) zu einem Exklusiv-Abend eingeladen, bei dem kräftig gefeiert wurde. Sechs Bands rockten bereits am Freitag die Bühne: Angefangen mit der fünfköpfigen Rockband »TonRausch« aus Nordhessen, der Deutschrock-Band »Tulpe« oder der Gruppe »Herbst«, beide aus Berlin. Headliner war der Niederösterreicher Alexander Eder.

Coverband zu Anfang

Angefangen hat das Rockmärchen Willkuer mit einer Schulband: »Moritz, Julian und Andi haben da schon miteinander gespielt, Tobi und ich sind dann später dazugekommen«, sagt Florian Söll. Seit 2007 machen die fünf Jungs gemeinsam Musik. Zu Anfang traten sie als Coverband auf, spielten die Hits der anderen. »2018 haben wir gesagt, warum schreiben wir nicht unsere eigenen Songs und so kam 2021 unser erstes Album ›Willkuer‹ heraus«, erzählt Söll, der als Lehrer für Musik und Biologie in Zwiefalten unterrichtet. Auch alle anderen Bandmitglieder gehen noch einem Beruf nach: »Moritz ist Versicherungsmakler, Tobias Energiemanager, Andreas Vertriebsleiter und Julian selbstständig. Er managt uns auch«, sagt Söll.

Alle Bandmitglieder signierten fleißig auf allem, was dargeboten wurde.
Alle Bandmitglieder signierten fleißig auf allem, was dargeboten wurde. Foto: Bernd Ruof
Alle Bandmitglieder signierten fleißig auf allem, was dargeboten wurde.
Foto: Bernd Ruof

Schnell zeichnete sich ab, dass das worüber die Band sang, bei den Menschen ankam. »Wir sind nicht politisch, aber wir singen über alles, was die Menschen bewegt. So geht es in einem Song um Respekt, Moral und Anstand. Wir sind der Überzeugung, dass man mit klarem Menschenverstand gut durchs Leben kommt. Und wir sind gegen Extremismus von links oder von rechts.«

Und das treue Publikum sieht es genauso: "Die Jungs sind bodenständig geblieben, stets freundlich, haben für jeden ein nettes Wort, kurz die sind einfach toll, und die sind von hier, meint eine junge Frau im schwarzen Willkuer-Shirt.

Mittlerweile hat die Band ihr drittes Album herausgebracht, brachte es im vergangenen Jahr auf über 40 Auftritte in ganz Deutschland.

»Dieses Jahr wollen wir ein wenig kürzertreten und haben nur 30 Auftritte eingeplant«, sagt Söll. Die Musik kommt bei den Fans an, die Texte nicht weniger. Dies spiegelt sich auch in den Deutschen Albumcharts wider. »Standen wir mit unserem ersten Album noch als beste Platzierung auf Rang elf, erreichten wir mit dem neuen sogar Platz zwei im Juni hinter der dänischen Gruppe Volbeat – eine echte Größe im Business.«

Doch trotz des sich verfestigenden Erfolgs will die Band an ihrem bisherigen Plan festhalten. »Wir haben zwar schon mal darüber nachgedacht, in unseren Berufen etwas kürzerzutreten und uns mehr auf die Musik zu konzentrieren, aber Berufsmusiker zu werden, ist nicht unser Ziel. Das Geschäft ist viel zu schwierig, der Markt überfüllt«, betont Söll. Bislang hat die Gruppe laut Söll fast jeden Cent reinvestiert, ein Promo-Truck wurde angeschafft, die Bühnentechnik ausgebaut. »Und dennoch wäre ohne Sponsoren so ein Festival nicht möglich«, sagt Söll. Seit Sonntag sind alle Bandmitglieder zusammen mit den Helfern im Einsatz gewesen, um das Festivalgelände aufzubauen. »Mittlerweile haben wir viele Campinggäste, die das ganze Wochenende hier sind«, so Söll weiter. Deshalb biete man ein vollumfängliches Campingangebot mit warmen Duschen, sanitären Anlagen und Frühstück an. Für Essen und Getränke ist zudem reichlich gesorgt.

Handys bewegen sich im Takt

Und während draußen dunkle Wolken aufziehen, lassen es auf der Bühne die vier wilden Jungs von »9mm Headshot« so richtig krachen und das Publikum singt lautstark mit. Direkt von der Autogrammstunde geht es dann hinter die Bühne, denn der Höhepunkt des Abends steht bevor: Die Gastgeber nehmen die Bühne ein, heizen zwei Stunden lang mit ihren brandneuen Songs wie »Adrenalin«, »Die Party ist vorbei«, »Arschloch mit Herz« oder altbekannten Songs wie »Die besten sterben nie« und »Wir sind, wer wir sind« so richtig ein. Die Handys bewegten sich im Takt, die Fans sangen mühelos alle Texte mit und eine große Pyro- und Lichtshow rundete das Ganze ab. (GEA)