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Aktuell Betreuung

Grafenberger Ganztagsbetreuung wie bisher

Der Grafenberger Gemeinderat bleibt zunächst beim gewohnten Modell. In zwei Jahren wird dieses überprüft

Die Grundschule von Grafenberg bleibt beim aktuellen Modell der Ganztagsbetreuung. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Si
Die Grundschule von Grafenberg bleibt beim aktuellen Modell der Ganztagsbetreuung. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung so entschieden. FOTO: SANDER
Die Grundschule von Grafenberg bleibt beim aktuellen Modell der Ganztagsbetreuung. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung so entschieden. FOTO: SANDER

GRAFENBERG. Um den gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 erfüllen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Gemeinderat hat jetzt entschieden, "am bisherigen, freiwilligen und optional buchbaren Betreuungsmodell festzuhalten und dieses so weiterzuentwickeln, dass es den gesetzlichen Vorgaben zum Ganztagsanspruch ab 2026 entspricht. Zugleich wird festgelegt, dass das Thema "Einführung einer Ganztagsschule" in zwei Jahren erneut zu evaluieren und erneut dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen ist.

Eine der Grundlagen dafür war eine Elternumfrage mit einem Rücklauf von 39 Prozent. Einige Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass das Ergebnis nicht repräsentativ sei, aber mit diesem Anspruch wurde die Abfrage auch nicht erstellt. Sie sollte lediglich ein Meinungsbild liefern.

Die Verwaltung hat die Elternumfrage ausgewertet und kam zu folgenden Ergebnissen: »Ein Großteil der Eltern nutzt jetzt schon erweiterte Betreuungsangebote im Kindergarten, die auch beim Übergang in die Schule meist weiter beansprucht werden.« Derzeit nehmen 75 Schüler am außerschulischen Betreuungsangebot teil, also fast drei Viertel aller Schüler.

»Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass eine Ganztagsschule von der Elternschaft überwiegend positiv aufgenommen wird.« Gewünscht werde maximale Flexibilität je nach Wochentag. Favorisiert werde eine Betreuung an sieben Stunden am Tag (8 bis 15 Uhr). Aber auch die Nachfrage nach acht Stunden (8 bis 16 Uhr) sei hoch, ebenso wie die zu den Randzeiten von 7 bis 8 und 16 bis 17 Uhr.

»Der wichtigste Beweggrund der Elternschaft ist mit Abstand die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dicht folgen die Verlässlichkeit der Betreuung sowie die Qualität der Betreuung der vorhandenen Angebote. Weniger relevant ist der Wegfall zusätzlicher Betreuungskosten«, sagt der Hauptamtsleiter Ilja Schell. Bedenken gebe es wegen der langen Abwesenheit der Kinder von daheim und der weniger werdenden Zeit für Vereine und Hobbys.

Alternativen geprüft

Alternativmodelle zu der Entscheidung des Gremiums wären die Offene Ganztagsschule mit einer ganztägigen Betreuung und eine Förderung an drei Wochentagen mit einer täglichen Betreuungszeit von jeweils sieben Stunden mit Teilnahme auf freiwilliger Basis. Oder die Gebundene Ganztagsschule mit drei verpflichtenden Ganztagstagen pro Woche mit jeweils sieben Stunden Unterrichts- und Betreuungszeit.

Außerdem war die Variante vorgeschlagen, »am bisherigen, freiwilligen, kostenpflichtigen und bedarfsorientierten Betreuungsmodell festzuhalten und dieses schrittweise dahin gehend auszubauen, dass es den gesetzlichen Anforderungen des Ganztagsanspruchs ab dem Jahr 2026 gerecht wird. Die Idee einer Ganztagsschule wird auf unbestimmte Zeit verworfen.«

Zur Entscheidungsfindung wurden mit einer umfassenden Umfrage bei den Nachbarkommunen im Landkreis Esslingen Meinung eingeholt. »Die meisten Kommunen in ähnlicher Größe halten weiterhin am bestehenden freiwilligen Betreuungskonzept fest. Ein Großteil der Kommunen befindet sich aktuell in derselben Phase wie Grafenberg«, informierte der Bürgermeister Volker Brodbeck.

Unabhängig von der gewählten Variante sei davon auszugehen, dass ein Beschluss zur Einführung einer Ganztagsschule einschließlich der erforderlichen Planungen, Genehmigungen, gegebenenfalls baulicher Anpassungen und Abstimmungen mit dem Schulträger, der Schulaufsicht und dem Landratsamt einen Zeitraum von mindestens drei Jahren in Anspruch nehmen werde. Eine Umsetzung wäre somit frühestens zum Schuljahr 2028/2029 realistisch.

Aktuelle Angebote

Aktuell gibt es in Grafenberg die Verlässliche Grundschule von 7 bis 8 Uhr und von 11.45 bis 13 Uhr und die flexible Nachmittagsbetreuung zwischen 13 und 16 Uhr. In den Oster-, Pfingst- und Sommerferien gibt es zusätzliche Betreuungsangebote. Bis auf den Freitagnachmittag und die Ferien kann die Gemeinde Grafenberg dem Anspruch gerecht zu werden. Fünf Wochen müssen ab dem nächsten Jahr allerdings noch zusätzlich abgedeckt werden. (GEA)