WANNWEIL. 2023 wurden in Wannweil nach den Worten von Frank Assfalg 76 Straftaten begangen. Im Jahr darauf, also 2024, waren es 92 Delikte, und somit 16 mehr als im Vorjahr. »Das sind rund 21 Prozent mehr, im Fünfjahresdurchschnitt geschehen in Wannweil 87 Straftaten«, betonte der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeipostens Reutlingen-West in Betzingen.
Reutlingen sei landesweit immer noch eine der sichersten Städte, so Assfalg. Sowohl in ganz Baden-Württemberg (587.310) als auch im Landkreis (13.252) seien die Kriminalitätszahlen im vergangenen Jahr leicht gesunken. Während im Kreis Reutlingen die Aufklärungsquote bei etwa 66 Prozent lag, konnten landesweit genauso wie in Wannweil etwa 62 Prozent der Kriminalfälle gelöst werden. Die Zunahme der Straftaten in Wannweil bezeichnete Assfalg als nicht besorgniserregend, Schwankungen in solch einem Rahmen kämen in jeder Kommune vor.
Elf Tatverdächtige wurden im vergangenen Jahr für Wannweil unter 21 Jahren registriert, sechs waren Jugendliche, vier Heranwachsende, dazu ein Kind. Unter allen Tatverdächtigen waren laut Assfalg 20 nicht deutsche Personen. Teil der Straftaten waren 21 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (2023: 11). Darunter fanden sich nach den Worten des Polizeihauptkommissars zumeist Beziehungstaten, die vor allem im Privaten stattfanden. Sechs verbale Bedrohungen waren dabei und auch drei Fälle sexuellen Missbrauchs.
Eine Zunahme wurde in Wannweil auch beim Diebstahl registriert: Von 17 Fällen in 2023 ging die Zahl auf 22 in 2024 hoch, darunter waren drei Wohnungseinbrüche. Bei Vermögens- und Fälschungsdelikten stieg die Zahl ebenfalls an, von 12 auf 26, im vergangenen Jahr waren es also mehr als doppelt so viele. Hierbei handle es sich vor allem um Betrugsdelikte. »Viele Anzeigen drehen sich um Spoofing«, so der Betzinger Dienststellenleiter.
Warnung vor Internetbetrug und Enkeltrick
Verstanden wird unter diesem Begriff vor allem Datenklau im Netz oder auch am Telefon. Täter würden mit den gestohlenen Daten etwa auf Rechnung Dinge im Namen anderer kaufen. »Seien Sie vorsichtig, setzen Sie möglichst wenig Kreditkarten ein, geben Sie niemals Ihren Ausweis aus der Hand und präsentieren Sie ihn auch online nicht«, mahnte Frank Assfalg.
Unter »Spoofing« registriert die Polizei aber auch all jene Anrufe, bei denen der bekannte Enkeltrick angewandt wird oder Angehörigen Katastrophen und Notsituationen vorgespielt werden. »Die Polizei würde niemals jemanden auffordern, Geld oder Wertgegenstände zu übergeben«, warnte der Polizeihauptkommissar eindringlich.
In der Rubrik »Sonstige Straftaten« war in Wannweil im Jahr 2024 die Zahl von 29 auf 16 gefallen. Laut Assfalg fanden sich darunter zehn Sachbeschädigungen, aber auch Beleidigungen, illegales Glücksspiel und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Bei »Vergehen gegen strafrechtliche Nebengesetze« seien 2024 vier Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in Wannweil registriert worden.
Wunsch nach eigenem Polizeiposten
Verkehrsunfälle fallen laut Assfalg nicht direkt in den Zuständigkeitsbereich der Polizei, Frank Assfalg hatte trotzdem die Zahlen parat: Insgesamt seien 85 Unfälle gemeldet worden, darunter sieben mit Personenschaden, glücklicherweise ohne Todesfälle und ohne Schwerverletzte. Siebenmal habe es Leichtverletzte gegeben, drei Radunfälle, vier motorisierte Zweiradunfälle.
Ein Unfallschwerpunkt in Wannweil sei der Kreisverkehr an der Hauptstraße. »Ein Kreisverkehr ist zwar ein gutes Instrument zur Verkehrslenkung – er löst aber nicht alle Probleme«, resümierte Frank Assfalg. Bürgermeister Dr. Christian Majer dankte dem Polizeihauptkommissar für den Bericht, »noch besser wäre aber, wenn wir wie früher einen eigenen Polizeiposten in Wannweil hätten«. (GEA)

