Logo
Aktuell Tradition

Glänzende Augen beim Oldtimertreffen in Grafenberg

Fast 400 legendäre Autos, Zweiräder und Schlepper waren in Grafenberg zu bewundern.

Oldtimer verbinden Generationen: Moritz (Mitte) und Lasse im Samba Bus, Baujahr 1953, lassen sich vom Besitzer gerne den Lenkkra
Oldtimer verbinden Generationen: Moritz (Mitte) und Lasse im Samba Bus, Baujahr 1953, lassen sich vom Besitzer gerne den Lenkkraftverstärker und andere Einzelheiten erklären. Foto: Mara Sander
Oldtimer verbinden Generationen: Moritz (Mitte) und Lasse im Samba Bus, Baujahr 1953, lassen sich vom Besitzer gerne den Lenkkraftverstärker und andere Einzelheiten erklären.
Foto: Mara Sander

GRAFENBERG. So alt wie der Veranstalter, der Liederkranz Grafenberg, wird wohl 2027 kein Auto sein, wenn der Gesangverein sein 150-jähriges Bestehen feiert. Beim 18. Oldtimertreffen im Rahmen des 27. Ferienhocks des Liederkranzes gab es allerdings am Sonntag wahre Schätze zu besichtigen, sowohl bei Pkw als auch bei Schleppern und Zweirädern. Ein Beispiel war ein VW Samba Bus, Baujahr 1953, der viele Blicke auf sich zog. Da galt auch für AC-Cobra-Modelle und andere Fahrzeuge mit Seltenheitswert.

»Zwischen 350 und 400 Fahrzeugen, gezählt haben wir dieses Mal nicht«, so Liederkranz-Pressesprecher Ralf Wurster am frühen Nachmittag. Es kamen aber immer noch neue Fahrzeuge »auf einen Kaffee« vorbei und fuhren dann weiter. »Die Verweildauer der einzelnen Fahrzeuge ist bei der Hitze heute kürzer als sonst, und sie sind teilweise auch viel früher gekommen, manche schon um neun Uhr, als noch gar nicht geöffnet war«, erklärt Wurster, warum nicht wie sonst oft gleichzeitig mehrere hundert Oldtimer nebeneinander parkten.

Gerne gehörte Motorgeräusche

Der ständige Wechsel war allerdings Musik in den Ohren der Oldtimerfans, die gerne den Motorgeräuschen lauschten - bei sehr guter Bewirtung durch mehr als 50 Mitglieder, Freunde und Förderer des Liederkranzes. Der Gesangverein hatte vor 27 Jahren die Idee einfach für Menschen, die mit Beginn der Ferienzeit nicht oder noch nicht in Urlaub fuhren, eine gegrillte Rote, Steak und Getränke bei einem gemütlichen Hock anzubieten. Das kam gut an, der Hock auch Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer aus der Umgebung.

Vor 18 Jahren hatte Peter Kächele die Idee, doch einen Versuch zu wagen mit einem Schleppertreffen, weil man beim Ferienhock dann auch gemütlich fachsimpeln konnte über Fahrzeuge und Landwirtschaft. Aus dem vergleichsweise kleinen Hock wurde schnell ein großes Oldtimertreffen, denn auch Pkw und Zweiräder fuhren Richtung Rienzbühlhalle. Inzwischen gehört das Grafenberger Oldtimertreffen zu den festen Terminen vieler Besitzer alter Fahrzeuge. Manche kommen jedes Jahr, andere im Wechsel mit anderen Orten. »Inzwischen sind unsere Mitglieder jünger als viele Fahrzeuge«, schmunzelt Wurster über die Entwicklung, dass die Fahrzeuge immer älter werden, das Durchschnittsalter der Sängerinnen und Sänger dagegen geringer, denn es kommen gerade wieder jüngere Stimmen dazu.

Besitzer nicht unbedingt alt

Dieses Mal gab es keine Anmeldungen und damit auch keinen Überblick über das Alter der Fahrzeuge, das man äußerlich meist nicht erkennen kann, denn wer seinen Oldtimer liebt, poliert ihn auf Hochglanz für solche Treffen und pflegt ihn generell sehr sorgfältig.

Oldtimerbesitzer müssen übrigens keineswegs alt sein, wie manche denken könnten. Die Brüder Daniel und Johannes Bosch sind jünger als ihr Caddy 140, Baujahr 91. Seit drei Jahren »basteln« sie daran. »Das war eigentlich ein kleines Projekt, ist dann aber ausgeufert«, beschreiben sie den Zeitaufwand, mit dem sie das Fahrzeug wieder »aufpolieren.« Aber sie haben Freude daran.

Begehrte Schattenplätzchen

Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind vielfach noch im Arbeitseinsatz, denn nicht jeder braucht die großen, modernen Traktoren für sein Gütle. Die Schlepper sind teilweise seit Generationen im Familienbesitz und sind immer noch zuverlässige Helfer.

Zwar wurden die Fahrzeuge bestaunt, aber ein Schattenplätzchen war mindestens genauso begehrt wie neben den Fahrzeugen zu stehen. »Wir wollten nur kurz schauen, aber nun sind wir schon drei Stunden hier«, so Besucher aus Reutlingen zu ihrer Verweildauer, die nicht gleich Besichtigungszeit war. Denn eins ist sicher: Der Ferienhock vom Liederkranz ist Treffpunkt nicht nur für Oldtimerfans. (GEA)