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»Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt« in Bad Urach

In Bad Urach gibt es am Freitag, 1. März, eine Demonstration gegen Rechtsextremismus auf dem Marktplatz

Klare Statements in Worten und Bildern: Der Protest richtet sich bei der Kundgebung in Reutlingen am 26. Januar insbesondere ge
Klare Statements in Worten und Bildern: Der Protest richtet sich bei der Kundgebung in Reutlingen am 26. Januar insbesondere gegen extremistische Vertreter der AfD. FOTO: PIETH
Klare Statements in Worten und Bildern: Der Protest richtet sich bei der Kundgebung in Reutlingen am 26. Januar insbesondere gegen extremistische Vertreter der AfD. FOTO: PIETH

BAD URACH. Auch in der Kurstadt wird ein Zeichen gesetzt für ein gelebtes Miteinander: Am Freitag, 1. März, findet um 17 Uhr eine Demonstration auf dem Bad Uracher Marktplatz statt. Organisiert wird sie von Uthe Scheckel, Wolfgang Brucker und Kirsten Oechsner als Privatpersonen, das Motto der Kundgebung ist bewusst positiv formuliert: »Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt«.

Rechtsexterme Machenschaften enden nicht mit den vielfältigen Protesten der vergangenen Wochen, und deshalb ist sich das Trio einig, dass es nie zu spät für eine Kundgebung ist und man am Thema dranbleiben muss: »Morgen wieder, übermorgen noch einmal und überübermorgen erst recht«, muss es ihrer Ansicht nach heißen.

Neue Heimat in der Region

Oft hatten die drei Organisatoren seit den ersten deutschlandweiten Protesten gehört, dass sich auch in Bad Urach etwas tun müsse. Beim Reden ließen sie es nicht und sind aktiv geworden. Einig war sich die drei, dass auf der Kundgebung betroffene Menschen zu Wort kommen sollen. Als Redner zugesagt haben Ruben Stapelbroek, Bad Urachs Leiter des Amtes für Soziales, Jugend, Senioren und Integration mit Wurzeln in den Niederlanden sowie Susanne Sauer und Mehmet Subasi – beide sind seit Langem in der interkulturellen Arbeit aktiv und haben in Bad Urach Akzente gesetzt.

Hermann Kiefer aus Hengen beschäftigt seit vielen Jahren in seinem Betrieb Menschen aus aller Welt. Thomas Stäblers Familie hat 1952 das Sozialunternehmen »Haus am Berg« gegründet, es hat das Miteinander von Menschen mit und ohne Einschränkungen in Bad Urach nachhaltig geprägt. Er ist als Bereichsleiter bei der Bruderhaus-Diakonie verantwortlich für die Seniorenheime in Bad Urach und Dettingen, die dringend Fachkräfte suchen.

Zum Kreis der Redner wird auch Bürgermeister Elmar Rebmann gehören. Ein Plakat ist bereits gestaltet, nun werden die Bad Uracher Vereine und Organisationen, Schulen und Betriebe sowie zahlreiche weitere Vereinigungen angeschrieben. Darin wird zum einen um eine Teilnahme an der Demonstration gebeten, aber auch um Unterstützung in einem Bündnis für Demokratie und Vielfalt.

Wie viele andere Menschen in Deutschland waren die Organisatoren davon aufgeschreckt, wie stark sich der Rechtsextremismus in Deutschland tatsächlich bereits ausgebreitet hat und wie die Fantasien von Remigration und anderen Themen fortgeschritten sind. Schon immer war die Region von Zuwanderung geprägt, mussten Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen: Weil sie nach Kriegen dort nicht bleiben konnten, vor ihnen flüchteten oder in ihren Heimatländern keine Perspektiven hatten und haben – wirtschaftlich oder weil sie aufgrund ihrer politischen Haltung, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder aufgrund ihrer sexuellen Neigung verfolgt werden. Sie haben in der Region eine neue Heimat gefunden.

Unterstützung wird benötigt

Die Organisatoren wollen nicht, dass Menschen in Deutschland wieder Angst haben, diskriminiert werden und sich ausgestoßen fühlen, nur weil sie nach Ansicht der Rechtsextremen anders sind – das gilt auch für Menschen mit Handicap. Diese Menschen sind wichtiger Teil der Gesellschaft: Sie bereichern das Miteinander und sichern als Arbeitnehmer die Wirtschaftskraft. Uthe Scheckel, Wolfgang Brucker und Kirsten Oechsner wollen auf diese Menschen nicht verzichten: »Weil sie unsere Freunde und Mitbürger, unsere Nachbarn und Kollegen sind und weil wir gemeinsam unsere Freizeit verbringen.«

Scheckel, Brucker und Oechsner stehen für ein solidarisches, demokratisches und vielfältiges Miteinander, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind und sich respektieren. Dafür suchen die drei noch Unterstützer. (oech)

Fuer-Demokratie-und-Vielfalt@t-online