RIEDERICH. Es geht wieder etwas in Riederich: Nachdem fast zwei Jahre haushaltsbedingt die Gemeinde kaum etwas investieren konnte, verabschiedete der Gemeinderat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause ein Projekt nach dem anderen. Ein großer Brocken sind Sanierungsmaßnahmen von Straßen und Gehwegen. Elf Schadstellen gilt es zu beseitigen. Insgesamt kostet alles 100.500 Euro, der größte Posten beläuft sich auf 17.000 Euro und der niedrigste beträgt 3.000 Euro.
Beide liegen in der Bachstraße, wo zwei weitere Maßnahmen notwendig sind. Grund ist vor allem der starke Wurzeleinwuchs im Gehwegbereich. »Das ist eine Teststrecke für Bergschuhe«, meinte Bürgermeister Tobias Pokrop angesichts der zum Teil extremen Verwölbungen. »Die Bäume haben dort nicht genug Lebensraum.« Langfristig müsse man sich Gedanken machen, wie die Bachstraße gestaltet werden könnte. Auch beim Parkplatz an den Sportanlagen wäre eine große Lösung sinnvoll, ein Teil des Areals ist geschottert und der Rest weise erhebliche Schadstellen aus. Die werden nun für 11.000 Euro geflickt: »Es ist Zeit, in eine Großinvestition zu gehen.« Der Arbeitskreis Straßenunterhaltung, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats, des Bauhofs und der Verwaltung sowie das Ingenieurbüro Ambacher hatten eine Prioritätenliste aufgestellt. Ausgeführt werden die Arbeiten im Rahmen des Jahresbaus von der Baufirma Eberhard Vohl aus Leinfelden-Echterdingen.
Malerarbeiten für 24.000 Euro am Bauhof
Am Bauhof und dem alten Rathaus werden im Zuge der Hagelschadenregulierung die Dächer saniert. Die Verwaltung möchte Synergieeffekte des dafür notwendigen Gerüstes nutzen und Fassadenarbeiten ausführen. Die Malerarbeiten für 24.000 Euro am Bauhof wurden einstimmig durchgewunken, im Fall der Maßnahmen am Alten Rathaus in der Entenbachstraße sprach sich Gemeinderat Ulrich Sensbach dagegen aus. Dort soll für 26.000 Euro die Fassade erneuert werden, weitere 10.100 Euro werden für weitere Malerarbeiten einschließlich der Holzbearbeitung der Fensterklappläden veranschlagt. »Unbedingt sein muss das nicht. Wir haben einen negativen Haushalt und geben hier viel Geld aus«, begründete Sensbach sein Nein. Das Alte Rathaus, in dem sich inzwischen Wohnungen befinden, sei laut Pokrop eines der wenigen denkmalgeschützten Gebäude in Riederich, er sehe die Arbeiten als dessen Werterhaltung an. Die Malerarbeiten wurden an die Firma Heinrich Schmid aus Riederich vergeben.
130.000 Euro investiert Riederich in eine neue Hard- und Software für die EDV-Anlagen des Rathauses, der Gutenbergschule, der Bibliothek, des Bauhofs und der Kindertageseinrichtungen. Beauftragt wurde einstimmig die Komm.One AÖR aus Stuttgart. Eine EDV-Ausstattung sollte, so Hauptamtsleiter Jannis Matthiesen, alle fünf Jahre ausgetauscht werden – letztmalig war dies 2020 der Fall. Im Gesamtpaket enthalten sind 52 Bildschirme, 16 PC’s und 40 Laptops.
Überraschendes brachte eine Reinigungsmaßnahme an der Wasserkammer des Tiefbrunnen Burris zu Tage: Die Wandbeschichtung verliert an Stabilität, eine Sanierung sollte zügig erfolgen. Das habe laut Sabrina Miltenberger vom Büro IMS Ingenieure aus Leinfelden-Echterdingen keine Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers, aber die Bausubstanz leide. Auch würde der Zugang zur Wasserkammer nicht mehr den heutigen Verordnungen entsprechen, der Ein- und Ausstieg erfolgt über eine Leiter durch ein Fenster. Fachfrau Miltenberger schätzt die Baukosten auf rund 170.000 Euro, das Büro wird die Planungen ausführen. Der Tiefbrunnen Burris wurde 1960/61 gebaut: »An der Bausubstanz muss man nun nachjustieren«, meinte Bürgermeister Pokrop. (GEA)

