METZINGEN. 1.000 Sternsinger nehmen am Dienstag in Freiburg an der bundesweiten Eröffnung der 68. Aktion Drei-königssingen teil, stellvertretend für 300.000 Sternsinger, die im gesamten Bundesgebiet unterwegs sind. 37 Segensbringer haben sich bereits am Samstag in der Metzinger Kernstadt auf den Weg gemacht, um den Segen in die Häuser zu bringen. »Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit« lautet in diesem Jahr das Motto. Beispielland ist Bangladesch, wo trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit immer noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten müssen, mehr als die Hälfte davon sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen setzen sich vor Ort dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.
Weltgrößte Solidaritätsaktion
Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Kinder-Solidaritätsaktion weltweit. Ihr Ursprung liegt im Jahr 1846. Da erfuhr die 15-jährige Auguste von Sartorius vom Schicksal der Kinder in China und Afrika und gründete zu ihrer Unterstützung einen Verein. Dabei ahnte sie nicht, dass sich daraus die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickeln würde.
Die 37 Sternsinger in der Metzinger Kernstadt sind hoffentlich nicht zum letzten Mal unterwegs. Das wäre allerdings nur der Fall, falls sich keine Nachfolger für das Ehepaar Ingrid und Harald Hermann als Organisatoren finden lassen würden. Außerdem würden sich auch Begleitpersonen über Verstärkung freuen, denn »wenn jemand dabei ist, der in den jeweiligen Straßen wohnt, ist alles viel leichter«, sagen die Begleiter. Gut sichtbare Hausnummern wären hilfreich für die Kinder und ihre Begleiter.
Die Unterstützung durch Erwachsene und Jugendliche ist unverzichtbar, aber eben auch das Organisationsteam im Hintergrund. Es bereitet alles vor: von den Laufplänen bis zum gemeinsamen Essen nach dem Einsatz. Zudem lädt das Team zu Vorbereitungstreffen ein, beschafft Material und übernimmt auch verwaltungsmäßige Tätigkeiten wie die Registrierung der Spenden.
Das Ehepaar Hermann macht das in der Verantwortung seit 22 Jahren, davor waren die beiden schon seit der Kindheit selbst als Sternsinger dabei. Wobei Ingrid Hermann, die auf der Alb aufwuchs, erst später dazu kam, »weil damals nur Ministranten Sternsinger waren und Mädchen noch keine Ministrantinnen sein konnten«. Harald Hermann dagegen war schon als Ministrant 1982 Sternsinger und ist außerdem seit vielen Jahren katholischer Kirchengemeinderatsvorsitzender.
Auch Begleitpersonen gesucht
Der ehemalige Pfarrer Hermann Weiß fragte das Ehepaar bei einem Ehrenamtsausflug nach Beuron, ob sie die organisatorische Leitung übernehmen würden, was sie seither machen und jetzt in jüngere Hände übergeben möchten. Beide sind beruflich sehr eingespannt und »werden auch nicht jünger«.
Begleitpersonen sind zwar vorwiegend Eltern, die selbst Sternsinger waren, aber in den Teams in allen Stadtteilen ist jeder herzlich willkommen, Einzelpersonen und Familienangehörige genauso wie Nachbarn und Freunde, Jugendliche und Senioren gleichermaßen.
Wer gerne organisiert, könnte mit Vorbereitung durch das Ehepaar Hermann schon nächstes Jahr viel bewegen, neue Ideen einbringen, Ansprechpartner für sehr engagierte Teams sein und auf diese Weise ebenso segenbringend sein wie die Kinder und Jugendlichen als Sternsinger mit ihren Begleitpersonen. Interessierte können per E-Mail Kontakt zu den jetzigen Organisatoren und der katholischen Kirchengemeinde aufnehmen. (GEA)
sternsinger@ katholischekirchemetzingen.de

