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Ganze Reihe von Brandstiftungen ungeklärt

WANNWEIL. In Wannweil lebt es sich verhältnismäßig sehr sicher, wie aus dem Kriminalitätsbericht für das Jahr 2008 hervorgeht, den Michael Simmendinger, Leiter des Reutlinger Polizeireviers, den Wannweiler Gemeinderäten am Donnerstagabend vorstellte. Insgesamt wurden 2008 in Wannweil 141 Straftaten begangen, ein Rückgang um sieben Missetaten oder 4,7 Prozent. Dieser rückläufige Trend setzt sich bisher auch in der ersten Jahreshälfte 2009 fort, wie Simmendinger berichtete.

Die begangenen 141 Straftaten in Wannweil konnten von der Polizei zu 54,6 Prozent aufgeklärt, die Schurken also in 77 Fällen ermittelt werden.

Eine Zunahme der Straftaten war bei schwerem Diebstahl sowie bei Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. 17 Delikte schweren Diebstahls (Vorjahr 1) registrierte die Polizei in Wannweil. Dabei handelte es sich um zwei Autodiebstähle und zwei Einbrüche in Wohnungen. Außerdem wurde in sechs Fällen ein Auto aufgebrochen - der Klau von Navigationsinstrumenten spiele dabei wohl eine Rolle, so Simmendinger.

11 der 141 Straftaten in Wannweil wurden von Jugendlichen und Heranwachsenden unter 21 Jahren begangen - in dieser Altersgruppe konstatierte die Polizei einen deutlichen Rückgang an Gesetzesverstößen.

Auf Diebestour in den Outlets

Sorgen bereitet den Polizeibeamten eine ganze Reihe von Brandstiftungen, die auf Markung Wannweil, aber auch in umliegenden Gemeinden begangen wurden. Seit April brannte es bereits 23 Mal - wer der oder die Missetäter sind, steht bislang noch nicht fest. Neben brennendem Heu oder in Brand gesetzten Dunglegen verzeichnete die Polizei auch drei schwerere Fälle von Brandstiftung: Zwei Gartenhäuschen wurden ein Raub der Flammen. Außerdem brannte eine größere Fläche von Wintergerste auf Markung Kirchentellinsfurt. Nach Aussagen von Simmendinger ist die Polizei in letzter Zeit verstärkt Streife gefahren.

»Straftaten gegen das Leben«, wie es im Gesetzesjargon heißt, gab es in Wannweil im vergangenen Jahr nicht. Allerdings kam eine Person wegen Missbrauchs von Betäubungsmitteln ums Leben.

Gingen die Straftaten in Wannweil zurück, so weist die Kriminalitätsstatistik 2008 für den Landkreis Reutlingen eine Zunahme von 5,8 Prozent auf insgesamt 16 118 Straftaten aus. Bei der sogenannten Kriminalbelastungszahl (KBZ), die stets die Straftaten pro 100 000 Einwohner aufzeigt, liegt die Stadt Metzingen mit einem KBZ-Wert von 8 282 an der Spitze. »In den zahlreichen Outlets der Stadt wird viel gestohlen«, interpretiert Simmendinger diese Zahlen.

Auch zur Sicherheitslage in ganz Deutschland hatte der Polizeibeamte für das Gremium einige aufschlussreiche Informationen parat: Am wenigsten Straftaten seien übers Jahr 2008 gesehen in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern verübt worden. »Im Süden lebt es sich tatsächlich am sichersten. Die Probleme lägen in den Stadtstaaten und im Norden der Republik.«

Ziemlich sicherer Süden

Wer sich für weitere Details zur Kriminalitätslage im Landkreis Reutlingen informieren will, der wird auf der Homepage der Polizeidirektion Reutlingen fündig. (hek)

www.polizei-reutlingen.de