DETTINGEN. Einen genehmigungsfähigen Haushalt 2025 hatten sich die Verwaltung und der Gemeinderat hart erarbeiten müssen, in zwei jeweils über dreistündigen Sondersitzungen wurde das Minus von 4,7 auf 3,6 Millionen Euro gedrückt. Nun legte die neue Kämmerin Daniela Wucher ein genehmigungsfähiges Zahlenwerk mit einem Plus von 416.446 Euro vor. Dennoch sprach Michael Hillert von dem anspruchsvollsten Haushalt in seinen 24 Jahren als Bürgermeister. Die Gemeinde befinde sich nach wie vor in einer finanziellen Schieflage und der Etat sei von unabwägbaren Wahrscheinlichkeiten geprägt.
Noch sei beispielsweise nicht klar, ob die Personalkosten (bislang mit 12,1 Millionen Euro veranschlagt) wegen weiterer Tariferhöhungen steigen würden. Und es sei laut Bürgermeister auch noch nicht geklärt, ob eventuell eine Gewerbesteuernachzahlung anstehe – die sei nämlich nicht eingeplant. Im Fall der Fälle müsse ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden. Unklarheit herrsche auch in Bezug auf die Kreisumlage, die erst im kommenden Jahr verabschiedet werde. Dettingens Finanzchefin hat sie nun mit 34 Prozent festgelegt, das sind 5,7 Millionen Euro. Für Transferleistungen sind insgesamt rund 11,5 Millionen Euro eingeplant. Die Aufwendungen summieren sich auf rund 33,7 Millionen Euro.
Schlüsselzuweisungen steigen
Dem stehen Erträge von 34 Millionen Euro gegenüber. Daniela Wucher informierte den Gemeinderat bei der Sitzung am Donnerstag über eine leichte Entlastung in allen Bereichen. Durch die geplante Erhöhung der Gewerbesteuer von 380 auf 410 Prozentpunkte wird mit einem Ertrag von 5,1 Millionen Euro gerechnet. Erhöht haben sich auch die Einnahmen durch die Grundsteuer von zwei auf 2,1 Millionen Euro. Nachdem 2025 die Schlüsselzuweisungen mit knapp über vier Millionen Euro sehr gering ausgefallen waren, steigen sie nun dieses Jahr auf acht Millionen Euro. Das ist auf die im Jahr 2024 stark zurückgegangene Steuerkraft zurückzuführen.
Es handele sich beim vorgelegten Haushalt laut Hillert weder um ein Wunschkonzert, noch um einen Kürzungsplan. Der Bürgermeister sprach von einem ehrlichen und rechtlich sauberen, soliden und vorausschauenden Zahlenwerk. Man habe bewusst nicht auf Freiwilligkeitsleistungen wie die Bäder und die Förderung der Vereine und der Kultur verzichtet. Denn, so Hillert: »Das prägt die Gemeinde, und darauf bin ich stolz.« Er empfehle dem Gemeinderat, dies auch weiterhin zu pflegen und so lange wie möglich zu verteidigen.
Investitionen maßvoll gekürzt
Dennoch habe man hausintern im Bereich der Investitionen laut Finanzchefin Wucher die angemeldeten Mittel bereits maßvoll um etwa eine Million Euro auf eine geschätzte Summe von 6,4 Millionen Euro gekürzt, um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu erreichen. Man habe sich überlegt, welche Investitionen verschiebbar seien. Nicht zur Disposition steht der Bau des Kinderhauses – mit 500.000 Euro handelt es sich um die größte Investition im Jahr 2026.
Aufgrund der Sperrung der Fußgängerbrücke über den Ermskanal wegen sicherheitsrelevanter Mängel und dem Totalausfall eines Bauhoffahrzeugs waren im Lauf des Jahres außerplanmäßige Ausgaben notwendig geworden. Bürgermeister Hillert gab zu bedenken, dass bei weiteren Einsparungen langsam die Infrastruktur leide: »Wir haben Investitionslücken«, erklärte er. Es würde in Dettingen inzwischen durchaus Einrichtungen geben, die Pflege und Betreuung nötig hätten.
Beratung im Januar
Insgesamt gesehen sei er froh, dass in Bezug auf den Haushalt alles so gut gelaufen sei: »Wir hatten einen ehrgeizigen Zeitplan.« Die Gemeinderäte können sich nun mit Fragen zum Etatentwurf an die Finanzverwaltung wenden, in der Januar-Sitzung wird er beraten und, wenn alles normal läuft, im Februar verabschiedet. (GEA)

