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Aktuell Strom und Wärme

Energie aus Flowerpower

METZINGEN. Es tut sich was in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz in der Region. Der BUND etwa leitet mit Mattias Gienandt das Projekt »Energieeffizienzregion Biosphärengebiet Schwäbische Alb«. Vor allem durch Informationsveranstaltungen, durch Vernetzung von vorhandenen Strukturen in den drei Landkreisen des Biosphärengebiets und durch gezielte Aktionen wie etwa Glühbirnen- oder Heizungspumpentausch-aktionen, Strommessgeräteverleih oder Ähnliches soll vor allem eines erzielt werden – ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung, bei Firmen und Unternehmen wie auch bei Kommunen und Vereinen hin zu mehr Energiesparen. Auf diesem Weg wurde laut Gienandt das Ziel ausgegeben, »den Energiebedarf in der Region mit 29 Kommunen bis 2018 um 16 Prozent zu senken«.

Hauptthema bei der Sitzung des Arbeitskreises Klima und Energie war am Dienstagabend allerdings das Projekt »Energiebündel und Flowerpower« – eine von Ehrenamtlichen breit angelegte Initiative, die weite Kreise gezogen hat. Ansatzpunkt war laut Projektleiterin Sabine Mall-Eder die Sorge um die Streuobstwiesen mit rund 40 000 Bäumen in der Gegend um Mössingen herum. Dort besteht das gleiche Problem wie auch im Ermstal – die Bäume und die Grundstücke werden immer weniger gepflegt. »Wir hatten uns die Frage gestellt, wie wir von einem Entsorgungsproblem des Schnittguts zu einer energetischen Nutzung kommen könnten«, so Mall-Eder.

Biomassereiche Blumenmischung

Zahlreiche Ideen haben die engagierten Vorkämpfer in Mössingen entwickelt, eine davon war die »Flowerpower«, die Entwicklung einer biomassereicheren Blumenmischung. Nun wurden auf Versuchsflächen ein- und mehrjährige Blumenmischungen ausgesät.

Als jetzt schon sehr erfolgreich erwies sich die Umsetzung der folgenden, sehr arbeitsintensiven Idee: »Die Unterstützung der Streuobstbewirtschaftung durch Schnittgutabfuhrtermine.« Dazu wurde in Mössingen ein »Netzwerk Streuobst« aufgebaut. Eine »Grüngruppe« holt das Baumschnittgut in einem Testgebiet ab. Ein Großabnehmer wurde mit dem Universitätsklinikum Tübingen gefunden, der die Biomasse in seiner Holzhackschnitzelanlage verwertete. Und der Maschinenring Freudenstadt/Rottweil hat das Schnittgut gehäckselt und geschreddert. Zehn riesige Container an Biomasse kamen zusammen, was 27 000 Litern Heizöl entsprach. Die Aktion soll 2015 wiederholt werden.

Das Fazit für den Metzinger AKE: »Ich hoffe, dass wir hier von den Erfahrungen in Mössingen profitieren können«, sagte Frieder Handel. »Denn bei uns ist das Thema ja genauso aktuell.« (nol)