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Ehrenämtler werden in Bad Urach gefeiert

Das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg gastierte am Sonntagnachmittag in der Festhalle Bad Urach

Das Landespolizeiorchester mit Stefan Halder am Dirigentenpult begeisterte die geladenen Ehrenamtlichen am Sonntagabend in der B
Das Landespolizeiorchester mit Stefan Halder am Dirigentenpult begeisterte die geladenen Ehrenamtlichen am Sonntagabend in der Bad Uracher Festhalle. FOTO: RUOF
Das Landespolizeiorchester mit Stefan Halder am Dirigentenpult begeisterte die geladenen Ehrenamtlichen am Sonntagabend in der Bad Uracher Festhalle. FOTO: RUOF

BAD URACH. Es ist guter Brauch in Bad Urach, dass einmal im Jahr zur Adventszeit das Ehrenamt geehrt wird. »Was unsere Ehrenamtlichen leisten, müsste auf dem freien Markt teuer eingekauft werden oder wäre unbezahlbar«, betonte Bürgermeister Elmar Rebmann und nannte als ein Beispiel die Wahlen: »Kernpunkt unserer Demokratie«. »Doch das dicke Ende kommt«, meinte Rebmann mit Blick in den vollbesetzten Saal voller Ehrenamtlicher: »am 23. Februar brauchen wir sie schon wieder zu den Bundestagswahlen.«

Und da der Dank die verschärfte Form der Bitte ist, hofft Rebmann auf das Engagement der Wahlhelfer: »Dann sind sie auch 2025 wieder eingeladen«, versprach er lachend schon jetzt. Sein Dank galt aber auch allen anderen, sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, den Helferinnen und Helfern bei den Seniorennachmittagen, dem Besuchsdienst in der Kurklinik, den Sitzwachen, der Bad Uracher Tafel, den Blutspendern und in den vielen Ehrenamtlichen in den Bad Uracher Vereinen.

Das einzige Berufsblasorchester

Als besonderes Schmankerl für die Ehrenamtlichen gastierte an diesem Sonntag das Landespolizeiorchester unter der Leitung von Professor Stefan Halder. Schon seit Jahren fester Bestandteil dieser Feier ist der Münchner Willi Huber an der Zither, der von Moderator Edi Graf besonders herzlich begrüßt wurde. Stimmungsvoll eröffnete das brillant aufspielende Landespolizeiorchester mit »Adeste fidelis« und der »Alpenländischen Weihnacht«. Das Ensemble ist mit seinen professionellen Musikerinnen und Musikern das einzige Berufsblasorchester in der Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg. Das Repertoire des Orchesters reicht von der traditionellen und sinfonischen Blasmusik über klassische Musik bis hin zu Swing, Jazz, Pop und Rock. Fast alles drehte sich an diesem 1. Advent um das »Weggetaler Kripple« – ein Gedicht der Mundartliteratur wie Graf dem Publikum erklärte. Geschrieben hat es der Rottenburger Josef Eberle, besser bekannt als Sebastian Blau. Zu diesem knitzen in Rottenburger Mundart vorgetragenen Gedicht, entstand die passende Komposition von Willi Huber, musikalisch umgesetzt vom Landespolizeiorchester. Und die Ehrenamtlichen in Bad Urach hatten das Privileg, dieses Wechselspiel aus Gedicht und Komposition zum ersten Mal zu hören.

Mit zwei Zugaben

Sebastian Blau versetzt das biblische Bethlehem ins Schwabenland. Die Weihnachtsgeschichte auf Schwäbisch, ist ein Stück erlebbares und erfühlbares Urchristentum; voller Poesie und Humor. Im Wegg’taler Kripple schließt sich der Kreis der Macht: die Mächtigen der Welt, die Politiker, die drei Könige, verbeugen sich vor dem Schwächsten auf der Welt, vor dem Säugling. Und ist das nicht eine Kernaussage des Christentums: die Macht, die man hat, nicht selbstsüchtig zu benützen, sondern den Schwächeren zu dienen und Sebastian Blau lässt es so beginnen: »Es ischt am Heilig Obed gsei, dr Luft hot grausig blose, soweit ma gseah hot – Eis ond Schnai, ond wia ausgstorbe d Stroße«. Nach Zither- und Harfen-Duo folgte ein weiteres Gedicht, das Edi Graf vortrug: »Wenter«. Fehlen durfte auch nicht Willi Hubers Version des Zither-Klassikers von Anton Karas aus dem Film »Der dritte Mann«: Weiter ging es mit dem Polarexpress des Landespolizeiorchesters und dann folgte der obligatorische Abschluss des Ehrenamtskonzerts: Drei Strophen von »O du fröhliche« und »Stille Nacht«, gesungen vom Publikum und dirigiert von Stefan Halder, die alle rührten und manches Taschentuch gezückt wurde.

Nach zwei weiteren Zugaben, blieb Edi Graf nur der Weihnachtswunsch, wie er in Rottenburg Brauch ist: »Man sagt zum Fest nicht einfach schöne Weihnachten, sondern man sagt: I wünsch dir s Chrischtkendle ens Herz!« (GEA)