Logo
Aktuell Bürgermeisterwahl

Dr. Niels Joeres: Wannweil ins Jahr 2026 bringen

Dr. Niels Joeres hat viele Ideen, um die Gemeinde weiter zu entwickeln und moderner zu gestalten

Bürgermeisterkandidat Dr. Niels Joeres traf sich zum Gespräch mit GEA-Redakteur Ralf Rittgeroth auf eigenen Wunsch vor der Johan
Bürgermeisterkandidat Dr. Niels Joeres traf sich zum Gespräch mit GEA-Redakteur Ralf Rittgeroth auf eigenen Wunsch vor der Johanneskirche in Wannweil, weil dort sein erst wenige Wochen alter Sohn Constantin getauft wurde. FOTO: NIETHAMMER
Bürgermeisterkandidat Dr. Niels Joeres traf sich zum Gespräch mit GEA-Redakteur Ralf Rittgeroth auf eigenen Wunsch vor der Johanneskirche in Wannweil, weil dort sein erst wenige Wochen alter Sohn Constantin getauft wurde. FOTO: NIETHAMMER

WANNWEIL. Zum Gespräch mit dem GEA kommt die ganze, kleine Familie Joeres: Papa, Mama und der erst wenige Wochen alte Constantin. Und der frischgebackene Bürgermeisterkandidat Dr. Niels Joeres strotzt vor Stolz: »Erst vor Kurzem haben wir ihn hier in der Johanneskirche taufen lassen«, verkündet er ebenso stolz, wie: »Er schläft jetzt nachts schon vier bis fünf Stunden durch.« Spätes Vaterglück?

Joeres ist dieses Jahr 47 Jahre alt geworden und hatte erst vor wenigen Tagen seine Bewerbung für die Bürgermeisterwahl im Rathaus eingereicht. Er ist damit einer von mittlerweile sieben Bewerbern um die Nachfolge von Wannweils Bürgermeisterin Anette Rösch.

Er sei sehr überrascht gewesen, als Anette Rösch angekündigt hatte, nicht mehr für eine vierte Amtszeit im Wannweiler Rathaus zu kandidieren. Dieser Rückzug nach drei erfolgreichen Amtsperioden sei nicht notwendig gewesen, so Joeres. Er schätze Rösch und ihre Arbeit für die Gemeinde sehr. Bei der Kinderbetreuung, der Schulsozialarbeit und der Altenpflege habe sie viel erreicht. Das müsse weiterentwickelt werden, meint Joeres.

»Der Rotmilan soll noch lange über uns fliegen«

Seine Kandidatur sei im Kontext rund um den Wirbel um den Sozialbaukomplex im Unteren Haldenweg schon eine Herausforderung. Joeres hatte für die Bürgerinitiative die Pressearbeit übernommen. Weil dieses Engagement im Widerspruch zu den Zielen der CDU-Gemeindefraktion stand, war er als damaliger Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Wannweil nach nur wenigen Monaten vom Amt zurückgetreten und danach auch noch abgewählt worden (der GEA berichtete).

Im Gespräch wird deutlich, dass er diesen Wirbel noch nicht ganz hinter sich gelassen hat: »Das ist unschön gelaufen, und ich will auch eigene Versäumnisse nicht abstreiten«, meint er. Aber er blicke jetzt nach vorne und habe seinen Hut bei der Bürgermeisterwahl in den Ring geworfen, »um die Qualität zu erhöhen« und eine Alternative zu den anderen Kandidaten zu bieten.

Besonders wichtig ist Niels Joeres unter anderem, den dörflichen Charakter von Wannweil und seine "lebenswerte Idylle aus Einfamilienhäusern und seine Gärten zu bewahren". Der Naturschutz sei ihm wichtig: »Der Rotmilan soll noch lange über uns fliegen«, so Joeres wörtlich.

Sollte er die Wahl gewinnen und ins Rathaus einziehen, dann wolle er die Bürger mehr in politische Entscheidungsprozesse einbinden. Gleichzeitig dürften die repräsentative Demokratie und die Aufgaben der gewählten Volksvertreter nicht dahinter zurückfallen. Für ihn sei die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung enorm wichtig.

Geht es um wichtige Zukunftsthemen für Wannweil, hat Niels Joeres viele Ideen: Dazu gehören für ihn unter anderem die Gründung eines Gewerbevereins, eine Förderung von Handel und Gewerbe, ein neues Verkehrskonzept und ein Sonderprojekt, das zum Ziel haben müsse, Wannweil einzigartig zu machen. Es müssten junge Firmen auch aus der IT-Branche angelockt und angesiedelt werden. Ebenso gehöre speziell der Einzelhandel gefördert: »Es ist doch schade, dass es in Wannweil keinen Metzger gibt«, gibt er zu bedenken. Er wünsche sich eine Wiederbelebung der Dorfstraße als Einkaufsmeile. Die alte Spinnerei mit ihren historischen Industriegebäuden müsse weiterentwickelt werden, inklusive eines Gewerbeteils. Das Batteurgebäude der alten Spinnerei könne er sich gut als repräsentatives Zentrum für die Gemeinde vorstellen.

Als Bürgermeister würde er ein »Gemeinsames Leitbild 2026« entwerfen wollen. Das beinhalte ein Gemeindeentwicklungskonzept, in dem der Gemeinderat, die Verwaltung und die Bürger die entscheidenden Säulen bilden sollten.

»Es ist doch schade, dass es in Wannweil keinen Metzger gibt«

Sollte er die Bürgermeisterwahl am 21. Oktober gewinnen, wolle er rasch den Internetauftritt der Gemeinde modernisieren. Dazu gehöre dann auch, dass Behördengänge online erledigt werden könnten.

Ein herausragend wichtiges Zukunftsthema sei selbstverständlich der Wohnungsbau in Wannweil. Die Schaffung von Sozialwohnungen werde jetzt zu einem dauerhaften Thema werden. Es müsse ein Konzept für bezahlbaren Wohnungsbau und Sozialwohnungen erstellt werden. Den Leerstand von Gebäuden gelte es zu bekämpfen.

Während des gesamten Gespräches schläft sein kleiner Sohn selig im Kinderwagen, und als Niels Joeres mit seiner Ehefrau Katharina wieder aufbricht, wird aus dem Politiker Joeres wieder der frischgebackene Familienvater. (GEA)

 

DER KANDIDAT

Dr. Niels Joeres

Geboren: 9. April 1971 Wohnort: Wannweil Familienstand: Verheiratet, einen Sohn (geboren im Juli 2018) Beruf: Geschäftsführer der Europa-Institut-Gruppe, Reutlingen Aktuelles Buch: Management im öffentlichen Sektor Lieblingsfilm: Saint Ralph – Wunder sind möglich Lieblings-App: Essec-Paris Hobbys: Tennis, Kunst & Kultur, Gärtnern Vorbild: Helmut Schmidt Was gar nicht geht: Fehlender Respekt Zentrales politisches Anliegen in einem Satz: Systemisches Planen & Arbeiten