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Die Vakanz bleibt kurz: Dettingen hat eine neue Kämmerin

Daniela Wucher ist ab 1. Oktober die neue Finanzchefin im Dettinger Rathaus. Sie folgt auf Steffi Buzadzic-Schneider, die auf eigenen Wunsch gekündigt hatte und an ihre alte Wirkungsstätte in Römerstein zurück ist.

In der Finanzverwaltung der Gemeinde Dettingen bleibt die Vakanz zur Erleichterung von Bürgermeister Michael Hillert kurz.
In der Finanzverwaltung der Gemeinde Dettingen bleibt die Vakanz zur Erleichterung von Bürgermeister Michael Hillert kurz. Foto: Füssel Thomas
In der Finanzverwaltung der Gemeinde Dettingen bleibt die Vakanz zur Erleichterung von Bürgermeister Michael Hillert kurz.
Foto: Füssel Thomas

DETTINGEN. . Bürgermeister Michael Hillert ist erleichtert: Die Lücke, die Kämmerin Steffi Buzadzic-Schneider mit ihrer überraschenden Kündigung im Mai in der Dettinger Finanzverwaltung hinterlassen hat, dauert nicht lange. Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden, Daniela Wucher tritt am 1. Oktober ihren Dienst an. Dabei hat’s die künftige Finanzchefin nicht weit, sie wechselt von einem Büro der Gemeindeverwaltung ins nächste: Wucher ist derzeit noch in Teilzeit Geschäftsführerin der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, nun rüstet sie auf 100 Prozent auf.

Im Mai wurde es publik: Dettingens Kämmerin Buzadzic-Schneider verlässt das Dettinger Rathaus nach nicht einmal einem Jahr kehrt zurück an ihre alte Wirkungsstätte in der Römersteiner Finanzverwaltung. Eine überraschende Entscheidung: »Sie war kompetent, hat ihre Sache gut gemacht«, resümiert der Bürgermeister. Vor allem habe sie eines: Dettingen aus der Bredouille geführt. Nachdem die Kämmerei nach Daniel Gönningers Weggang im Sommer 2023 etwas mehr als ein Jahr unbesetzt war, habe Buzadzic-Schneider laut Hillert viele liegen gebliebene Aufgaben aufgearbeitet. Denn: Die Mitarbeiter der Finanzverwaltung hätten sich während der Vakanz darauf fokussieren müssen, den Haushalt 2024 ohne Kämmerer aufzustellen. Gewerbesteuerrückzahlungen in Höhe von 4,5 Millionen erforderten dann die Aufstellung eines Nachtragshaushalts, den Steffi Budzazic-Schneider bereits vor ihrem offiziellen Dienstbeginn mit begleitet hat: »Sie ist früher gekommen«, erklärt Hillert und sie sei nach ihrer Kündigung auch länger geblieben – das rechne er Steffi Buzadzic-Schneider hoch an.

Minus von 3,6 Millionen Euro

Mit ihr sei die Gemeinde dann in Bezug auf die Haushaltsaufstellung wieder in ein ruhiges Fahrwasser gekommen, wobei der Etat für 2025 die einst finanzstarke Gemeinde Dettingen vor allem aufgrund von deutlich zurückgegangenen Gewerbesteuereinnahmen mit einem Minus von 3,6 Millionen Euro in eine Schieflage brachte. Nun steht der Haushalt für 2026 an, er werde von den Mitarbeitern der Finanzverwaltung vorbereitet und von Wucher begleitet – aber bis 1. Oktober noch nicht als Kämmerin, wie Hillert unterstreicht. Immerhin, so der Bürgermeister, habe die bisherige Kämmerin Buzadzic-Schneider eine Hoffnung hinterlassen: »Sie prognostiziert, dass wir 2026 keine Probleme mit dem Haushalt haben werden.«

Die etwas mehr als einjährige Vakanz durch den Weggang von ihrem Vorgänger Daniel Gönninger mache sich bis heute bemerkbar. Der Moment sei damals ungünstig gewesen, die Gemeinde habe sich noch mittendrin in der Umsetzung des neuen kommunalen Haushaltsrechts befunden. Immer noch würden nicht alle Jahresabschlussrechnungen vorliegen: »Man weiß nicht, wie und wo man steht.«

Auf die angespannte Finanzsituation hat der Gemeinderat mit der Gründung eines Haushaltsstrukturausschusses reagiert, der bereits zweimal getagt habe. Nachdem der Gemeinderat im Zuge der Aufstellung eines genehmigungspflichtigen Haushalts in zwei Sondersitzungen jeden einzelnen Haushaltsansatz unter die Lupe genommen und den Rotstift angesetzt hatte, sieht Hillert jedoch wenig Möglichkeiten für weitere Einsparungen: »Der Knochen war abgenagt.« Der große Batzen Personalkosten werde seiner Ansicht nach noch steigen, einerseits wegen weiterer Tarifvereinbarungen und weil in den Kindergärten weiteres Personal benötigt werde. Das Thema Freiwilligkeitsleistungen komme immer wieder auf, entsprechende Streichungen würden aber eines bedeuten: »Wir machen das Leben in Dettingen kaputt.« Für Entlastung der Kommunen könnten einzig Land und Bund sorgen. Viele Ausgaben würden wachsen, ohne dass die Kommunen daran etwas ändern könnten.

Michael Hiller und auch die Mitarbeiter in der Finanzverwaltung sind froh, mit Daniela Wucher zügig eine Nachfolgerin für Steffi Buzadzic-Schneider gefunden zu haben: »Eine weitere längere Vakanz hätten wir uns nicht leisten können.« Für ihn sei’s der letzte Haushalt, so Hillert: Am 8. März wird sein Nachfolger gewählt. Bis zu seinem Ausstand werde es nicht zu einem Stillstand kommen, das sicherte er zu. Aber: Zukunftweisende Entscheidungen werde er nicht mehr angehen. (GEA)