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Aktuell Verkehr

Die Schönbein-Realschule in Metzingen ist jetzt offiziell fahrradfreundlich

Philipp Wokeck vom baden-württembergischen Kultusministerium überreichte sowohl die Urkunde als auch die Plakette.

Die Schönbein-Realschule darf für fünf Jahre den Titel »Fahrradfreundliche Schule« tragen. Obere Reihe von links: Konrad Berger
Die Schönbein-Realschule darf für fünf Jahre den Titel »Fahrradfreundliche Schule« tragen. Obere Reihe von links: Konrad Berger (Stadt Metzingen), Lehrerin Antje Holder, Philipp Wokeck (Kultusministerium), Rektor Jürgen Grund und Konrektor Friedemann Kuhn. Foto: Michael Sturm
Die Schönbein-Realschule darf für fünf Jahre den Titel »Fahrradfreundliche Schule« tragen. Obere Reihe von links: Konrad Berger (Stadt Metzingen), Lehrerin Antje Holder, Philipp Wokeck (Kultusministerium), Rektor Jürgen Grund und Konrektor Friedemann Kuhn.
Foto: Michael Sturm

METZINGEN. Für die kommenden fünf Jahre darf sich die Schönbein-Realschule in Metzingen »Fahrradfreundliche Schule« nennen. Heike Sorge vom Landes-Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung begleitete den Zertifizierungs-Prozess. Zu den Kriterien für die Auszeichnung gehört unter anderem ein Schulwegplan, der auf Gefahrenstellen hinweist. So einen Plan hat die Schule zum einen in digitaler Form, er ist stets aktualisierbar. Zum anderen ist er in Papierform zu haben, wenn auch nicht in der klassischen Variante als Straßenplan für Schüler und Eltern. »Stattdessen haben wir eine Broschüre mit den Gefahrenpunkten bereitliegen«, erklärte Rektor Jürgen Grund. Neue Schüler erhalten sie gleich nach der Anmeldung.

Während des Schuljahrs gibt es mehrere fahrradbezogene Veranstaltungen an der Schönbein-Realschule. Lehrerin Antje Holder, die Verkehrsbeauftragte der Schule, sagte: »An einem Tag in jedem Herbst veranstalten wir für die Klasse Fünf ein Fahrradtraining mit Bremsübungen an der Bushaltestelle.« Jugendliche können auf dem Verkehrsübungsplatz Münsingen oder Passagen im Wald üben. Ihre Kollegin Katrin Schütze berichtete, mithilfe des Ressort übergreifenden Landesprogramms »Movers« entwickle die Schönbein-Realschule gerade ein neues, fünfstufiges Radabzeichen: »Der Fahrradschein bleibt erhalten. Dem schalten wir noch einen Rollerführerschein vor.«

550 Schüler, rund 250 Räder täglich

550 Schüler gehen an die Schönbeinschule. Das heißt: Jeden Tag werden dort um die 250 Räder abgestellt. Rektor Grund weist auf die Fahrradstellplätze hinter der Schule: »Es wäre zwar mehr Bügel zum Anschließen der Fahrräder nötig, das wollen wir aber nicht.« Dafür müsste man den Raum beschneiden, der als Aufenthalt in den Pausen dient. Zudem verzichtete die Schule auf eine Überdachung dieser Stellplätze. Man wolle keine Anreize bieten, sich dort außerhalb der Schulzeiten aufzuhalten. Außerdem könnte man dann nicht sehen, ob sich jemand an den Fahrrädern zu schaffen macht.

Das war vor nicht allzu langer Zeit der Fall. Reifen wurden zerstochen. Weil am Schnellspanner seines Rads manipuliert worden war, flog ein Schüler über den Lenker und zog sich bei dem Sturz ein Hämatom an der Milz zu. Daraufhin entwarf der Rektor in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern einen Quick Guide zur Fahrradsicherheit. »Der befindet sich im Schulplaner, den jeder zum Beginn des Schuljahrs bekommt«, so Grund. Und: »Seitdem kommen Manipulationen an Fahrrädern wesentlich weniger vor.« Noch etwas, das für die Auszeichnung dieser Schule spricht: Sie nennt eine Service-Station für Fahrräder ihr eigen.

Die Stadt Metzingen zog von Anfang an mit

Ohne Mithilfe der Stadt Metzingen wäre die Schönbein-Realschule nicht ausgezeichnet worden. Konrad Berger vom Bauamt war von Beginn an involviert. Die an der Schule entwickelte interaktive Karte half der Verwaltung, Gefahren an bestimmten Stellen, wenn auch noch nicht überall, zu entschärfen. »Wir fühlen uns auf einem guten Weg«, sagte Berger. »Wir haben seit drei Jahren ein Mobilitätsentwicklungskonzept mit Bürgerbeteiligung.« Seit 20 Jahren gebe es eine Radfahrkommission in der Stadt, paritätisch besetzt durch Mitglieder aus der Bewohnerschaft und der Verwaltung. Metzingen habe eine gewisse Tradition, das Fahrrad betreffend.

Philipp Wokeck, Überbringer von Urkunde und Plakette, kam als Referent der Landes-Kultusministeriums für Verkehrserziehung. Jürgen Grund, der am Ende des Monats in Ruhestand geht, freute die Auszeichnung besonders. In einer Rad begeisterten Lehrerschaft stach er immer noch etwas heraus. Seine nächste Radtour ist bereits geplant: Das Ziel ist Südfrankreich. Einige der Etappen führen über Alpenpässe. (GEA)