WALDDORFHÄSLACH. Busse, »Elterntaxis« und die Fahrzeuge der Lehrkräfte sorgen für ein relativ hohes Verkehrsaufkommen in der Nonnengasse in Walddorf. Der dortige Fahrbahnbelag wird deshalb stark beansprucht. Auch die Wurzeln der Bäume setzen der Straße und vor allem den Parkplätzen an der Gustav-Werner-Schule zu. Deshalb soll die Nonnengasse nun auch saniert werden. Geschätzte Kosten: rund 820.000 Euro.
Die Sanierung der Straße besitzt laut Bürgermeisterin Silke Höflinger »höchste Priorität«. Im Gemeinderat wurden jüngst die Vorplanungen vorgestellt. Sie beinhalten allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Wegen der Baumwurzeln fallen voraussichtlich fünf der senkrecht zur Straße angeordneten Parkplätze an der Schule weg. Nur so könne man den Wurzeln mehr Luft verschaffen, erläuterte Franz Kapfer vom Pfullinger Planungsbüro Herrmann und Mang.
Baumwurzeln setzen dem Straßenbelag zu
Dies gefiel nicht allen Ratsmitgliedern. »Die Parkplätze werden der Schule fehlen«, meinte Olfert Alter (FWV). Und auch sein Fraktionskollege Gerhard Neuscheler war dagegen, die Anzahl der Parkplätze zu verringern. Er stellte sogar in den Raum, dass eventuell Bäume gefällt werden könnten, um Parkplätze zu erhalten. Die alten Bäume könne man dann durch Neupflanzungen ersetzen. Diese Idee fand im Gremium keine Mehrheit.
Auch Höflinger stellte klar, dass sie eine Baumfällung »nicht befürworten« könne. Es handele sich um »große Bäume, die Schatten spenden«. Neupflanzungen »bringen da wenig«. Auch der Vorschlag Alters, die Parkplätze (»die funktionieren doch«) und damit die Bäume einfach in Ruhe zu lassen und nur die Straße zu sanieren, stieß nicht auf Gegenliebe, weil, wie Kapfer erklärte, die Baumwurzeln inzwischen auch schon den Straßenbelag der Nonnengasse beeinträchtigten.
»Dass die Parkplätze für die Schule ganz wichtig sind«, sieht auch Höflinger. Deshalb betonte sie jetzt, dass bevor die Ausschreibung für die Sanierung der Straße gestartet werden kann, erst das Parkplatzproblem gelöst werden muss. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine Erweiterung des Schulparkplatzes am Waldenbucher Weg. Zusätzlich müsse noch die Frage der Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Nonnengasse geklärt werden.
Busbucht an der Schule wird nicht angetastet
Und so sieht die Vorentwurfsplanung nun aus. Die Nonnengasse wird zwischen Waldenbucher Weg und Tiergartenweg mit einer Breite von 5,55 Metern voll ausgebaut. Die Busbucht an der Schule wird vom Ausbau der Straße allerdings nicht tangiert, weil sie erst vor kurzem erneuert wurde. Die Haltestelle ist derzeit allerdings nicht barrierefrei.
Die Parkplätze werden etwas erhöht, um den Baumwurzeln mehr Luft zu verschaffen. Auch dass es zukünftig weniger Parkplätze gibt, hilft den Bäumen. Um sie während des Ausbaus nicht zu beschädigen, sehen die Tiefbauer einige Schutzmaßnahmen vor. So soll der Aushub im Wurzelbereich sehr schonend mit einem Saugbagger erfolgen.
Die Nonnengasse erhält zudem im Rahmen des Vollausbaus einen 1,50 Meter breiten Gehweg. Auch im Untergrund der Straße tut sich einiges. Im Rahmen der Sanierung wird eine neue Wasserleitung verlegt, »die ein wesentlicher Bestandteil der Neuaufteilung der Hoch- und Niederdruckzonen in Walddorf darstellt«, wie Höflinger erklärte. Zwischen dem Tiergartenweg und der Dettenhauser Straße ist im Zuge der Tiefbauarbeiten für die Wasserleitung eine Belagssanierung vorgesehen.
Schwierige Organisation der Sanierungsarbeiten während der Schulzeit
Der Gemeinderat stimmte dem Vorentwurf zu, bestand allerdings darauf, dass bei den Parkplätzen Rasengittersteine gesetzt und im Untergrund 150er Wasserrohre verlegt werden. Der Gehweg soll auf der Seite der Schule mit hohen Randsteinen von der Straße abgetrennt werden, »damit dort nicht auch noch Autos parken«, wie Neuscheler anmerkte.
Höflinger hofft, dass alle offenen Fragen (Parkplätze, Straßenbeleuchtung) rasch beantwortet werden können. Wenn dies der Fall sei, könnten die Sanierungsarbeiten bereits im Sommer beginnen. Allerdings würde die Zeit der Sommerferien dafür wahrscheinlich nicht ausreichen, glaubt die Bürgermeisterin. Der organisatorische Ablauf der Arbeiten während der Schulzeit werde nicht einfach sein, befürchtet Höflinger. Es müsste dann eine Umleitung eingerichtet und vor allem die Frage geklärt werden, wo die Schulbusse an der Gustav-Werner-Schule übergangsweise halten. Sollte sich die Planung verzögern, könnten die Sanierungsarbeiten in der Nonnengasse, so Höflinger, auch erst im kommenden Jahr beginnen. (GEA)

