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Die Jugendleitercard soll im Kreis Reutlingen sichtbarer werden

Die Jugendleitercard (Juleica) gewährt in der Jugendarbeit aktiven Ehrenamtlichen Vorzüge, hat im Kreis Reutlingen jedoch noch wenig Relevanz. Das soll sich ändern, der Kreisjugendring lud zu einer Kickoff-Veranstaltung ins Forum 22 nach Bad Urach ein.

In der Jugendarbeit aktive Ehrenamtliche aus dem Landkreis  im Gespräch mit Landrat Dr. Ulrich Fiedler wie die Juleica im Kreis
In der Jugendarbeit aktive Ehrenamtliche aus dem Landkreis im Gespräch mit Landrat Dr. Ulrich Fiedler wie die Juleica im Kreis Reutlingen bekannter gemacht werden könnte. Foto: Kirsten Oechsner
In der Jugendarbeit aktive Ehrenamtliche aus dem Landkreis im Gespräch mit Landrat Dr. Ulrich Fiedler wie die Juleica im Kreis Reutlingen bekannter gemacht werden könnte.
Foto: Kirsten Oechsner

BAD URACH. Juleica – die Abkürzung steht für Wertschätzung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit. Doch richtig gezündet hat die bundesweite Idee der Jugendleiter Card im Kreis Reutlingen noch nicht. Weder bei Jugendleitern, die dadurch in den Genuss von Vorzügen kommen. Noch bei denen, die Vergünstigungen anbieten könnten – Akzeptanzstellen genannt. Das soll sich ändern: Der Kreisjugendring hatte zu einer Kickoff-Veranstaltung ins Bad Uracher Forum 22 eingeladen, um sich darüber auszutauschen, wie die scheckkartengroße Ehrenamtskarte an Bekanntheit gewinnen könnte. Bei den Ehrenamtlichen wie auch bei potenziellen Unterstützern.

Dass die Juleica in der Region so wenig Relevanz für ehrenamtlich aktive Jugendleiter habe, bedauert Kreisjugendring-Vorsitzender Thomas Traub sehr: »Das muss sich ändern«. Denn, so seine Ansicht: Die Juleica sei ein »fettes Zeichen der Anerkennung.« Und die habe laut Landrat Dr. Ulrich Fiedler in der Tat auch jeder verdient, der sich als junger Mensch gerade in Zeiten massiver Veränderungen der Gesellschaft in der Jugendarbeit engagiere. Die politische Entwicklung bereite ihm Sorge und mache ihm regelrecht Angst. Eine funktionierende Jugendarbeit der ehrenamtlich Aktiven sei deshalb wichtiger denn je: »Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und zur Demokratiebildung«, so der Landrat. »Wir brauchen diese Vorbilder und die brauchen Wertschätzung.«

Möglichkeiten der Anerkennung

Um die Juleica zu erhalten, müssen einerseits gewisse Standards erfüllt sowie Schulungen besucht werden. Als Nachweis könne man danach die Card beantragen und als Dankeschön würde es laut Thomas Traub Vergünstigungen obendrauf geben. Das Interesse an einer Beantragung halte sich im Kreis indes in Grenzen, werde jedoch immens wichtig – davon würden in Zukunft die Vergabe von Zuschüssen abhängen. »Es gibt Landkreise, in denen bereits deutlich mehr läuft«, erklärte er.

Deshalb eruierten in kleineren Gesprächsrunden aktive Ehrenämtler, Kommunalpolitiker inklusive des Landrats und Vertreter von Jugendorganisationen – darunter auch des Landesjugendrings – welche Form der Anerkennung überhaupt gewünscht werde. Ganz oben auf der Liste standen Vergünstigungen beim öffentlichen Personennahverkehr wie günstigere Bahntickets für den Einzelnen oder die Möglichkeit, als Ehrenamtlicher verbilligte Gruppenkarten kaufen zu können. Es kam auch die Idee auf, Führerscheine zu bezuschussen oder einen Notenbonus beim Schulabschluss zu gewähren. Wieso nicht ein Wasenzelt mieten für eine gemeinsame Feier, schlug eine Gruppe vor.

Freikarten für Juleica-Inhaber

Jetzt schon gibt es einige wenige sogenannte Akzeptanzstellen, die Vergünstigungen gewähren – es könnten laut Traub deutlich mehr sein. Das Forum 22 gehört dazu und stellt pro Jahr 20 Freikarten für Juleica-Inhaber zur Verfügung. Dasselbe macht die Württembergische Philharmonie: »Wir suchen den Austausch und wollen nicht in einem Elfenbeinturm alt werden«, erklärte deren Projektkoordinator Lukas Onken die Motivation, eine Vergünstigung zu gewähren. »Wir leisten gerne einen kleinen Beitrag zur Unterstützung des Ehrenamtes.« Um diese Form der Anerkennung des Ehrenamts im Landkreis noch bekannter zu machen, sei eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit auf allen Kanälen notwendig - das wurde in den Gesprächskreisen deutlich. Der Gedanke von Schirmherrschaften kam ebenso auf wie die Forderung, »Klinken putzen zu gehen«. Wenn lediglich Ivano Abetini, Hauptamtlicher beim Kreisjugendring, und er als Vorsitzender Mitmacher suchen würden, so Thomas Traub, gehe es in der Tat langsam voran: »Man kann durchaus mal selbst jemanden ansprechen«, regte er an. (GEA)