GRAFENBERG. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig Interesse an Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und an einer Windkraftanlage bekundet. Auf dem Weg will dahin man sich von Experten informieren und beraten lassen.
Zum Thema Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden gab Konrad Saalmüller vom PV-Netzwerk Neckar-Alb der Klimaschutzagentur Reutlingen einen Vorbericht zum Photovoltaik-Eignungs-Check der Gebäude und stellte allgemeine Rahmenbedingungen sowie Details über Einspeisungsvergütungen und Betreibermodelle vor. Vor allem zeigte er rechnerische Beispiele für nutzbare Flächen und maximale Leistungen auf den öffentlichen Gebäuden auf. Danach wäre die Freifläche am Regenüberlaufbecken Helfersbach die größte nutzbare Fläche, gefolgt von der Rienzbühlhalle.
Ist das Dach stabil genug?
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass für die Gemeinde die Eigenversorgung der betreffenden Gebäude mit Strom im Vordergrund steht und nicht die Einspeisung ins Netz. Bei der Halle gab Gemeinderat Thomas Vorwerk zu bedenken, dass die Dachlast einer Anlage zu schwer sein könnte, denn die Feuerwehr habe bei starker Schneelast schon das Dach räumen müssen. Darum muss dieser Punkt noch geprüft werden. Was auf dem Rathaus möglich ist, muss erst mit dem Denkmalschutz abgeklärt werden.
Generell sind Standorte interessant, in deren Gebäude viel Strom genutzt wird – was zum Beispiel bei der Aussegnungshalle nicht der Fall ist. Der Bauhof wäre auch nicht optimal, weil das Gebäude möglicherweise für einen Neubau abgerissen werden wird. Auf der Containeranlage für Flüchtlinge gäbe es nur eine geringe Leistung und die Container sind nur temporär aufgestellt.
Der Vorbericht ist nur die erste Information für die spätere Entscheidungsfindung, ob und wenn ja: welche Gebäude sinnvoll mit Solarzellen ausgestattet werden sollen. Ein genauer Bericht wird noch erstellt, denn es müssen noch die Ergebnisse der Vor-Ort-Begehung und die Bewertungskriterien eingearbeitet und ausgewertet werden, um die besten Anlagenkonstellationen zu ermitteln. Eine Idee dabei ist, die bisherige Bürgergemeinschaftsanlagen auf dem Dach der Grundschule nach deren Ablaufzeit in Gemeindebesitz zu übernehmen und auf Eigenstromverbrauch umzurüsten.
Windräder in der Nachbarschaft
Beim Thema Windenergie beauftragte das Gremium die Verwaltung, die notwendigen Schritte zur Aufnahme möglicher Gebiete in den Teilregionalplan Wind- und Solarenergie zu unternehmen. Zuvor hatte Dr. Peter Seiffert vom Regionalverband den Teilfortschreibungsentwurf mit rechtlichem Rahmen präsentiert und Einzelheiten zu den »Suchräumen« erklärt. So werde zum Beispiel nicht jeder denkbare Ort beplant, außerdem werden ökologische und soziale Belange berücksichtigt.
Das Interesse von Grafenberg hat damit zu tun, dass auch die Nachbargemeinden Bempflingen und Großbettlingen direkt an der Gemarkungsgrenze möglicherweise ein geeignetes Gebiet haben. So könnte im Verbund ein kleiner »Windpark« entstehen. (mar)

