METZINGEN. Künstliche Intelligenz, kurz: KI, hält überall Einzug. Da macht Metzingen keine Ausnahme, und so beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Beitritt der Stadt zur KI-Allianz Baden-Württemberg. Sie vereint Kommunen, IHKs, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen. Der neue Wirtschaftsförderer der Stadt, Ralf Güthert, sprach davon, dass die Stadt in diesem zukunftsfähigen Segment präsent sein wolle, »damit wir in der Region nicht untergehen«.
Seinen Worten zufolge versteht sich die KI-Allianz Baden-Württemberg als verbindendes Element zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und öffentlicher Verwaltung, mit dem Ziel den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern und auszubauen. Durch die gezielte Vernetzung der Akteure, den Wissenstransfer und die Transparenz werden laut Güthert die Potenziale von KI-Technologien für alle zugänglich. Die KI-Allianz bringe Innovationen von der Theorie zur Anwendung, um lokalen Unternehmen Zugänge zu schaffen und für potenzielle neue Firmen dadurch attraktiver zu werden.
Offen für neue Technologien
Als anerkannte Anlaufstelle und Impulsgeber für KI strebe die Allianz danach, Baden-Württemberg gemeinsam in die Zukunft zu führen, Wertschöpfung zu steigern und nachhaltiges Wachstum zu fördern. Sie qualifiziere und bündele regionale Angebote und Bedarfe, bereite sie gezielt auf und stelle sie über das Community-Management und digitale Kanäle zur Verfügung – regional wie international.
Metzingen steht nach den Worten Gütherts heute mehr denn je für Innovation, wirtschaftliche Stärke und regionale Verbundenheit. Er warb dafür, die Chancen der künstlichen Intelligenz einfach, effizient und direkt vor Ort zu nutzen. Ziel der Stadt sei langfristig das virtuelle Rathaus. »Wir wollen als Stadt zeigen, dass wir offen für neue Technologien sind.« Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat betonte Güthert, dass es ganz wichtig ist, von Anfang an die Mitarbeiter mitzunehmen, zu befähigen, sodass sie an diesem Prozess teilhaben. Dies soll ganz eng in Abstimmung mit dem Geschäftsbereich »Digitalisierung und IT« geschehen, was dessen Leiter Jan Keppler bestätigte.
CDU-Stadträtin Theis lobte das Engagement: »Wir brauchen Kontakte und dieses Netzwerk.« Sie betonte aber, dass um neue Firmen zu werben, zunächst die Basis geschaffen werden müsse: »Das ist die Infrastruktur.« Da hapert es ihrer Meinung nach, was beispielsweise die Stromversorgung anbelange. Dies wollte Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh so nicht stehen lassen: »Von einer maroden Infrastruktur kann nicht die Rede sein, der eine oder andere Bereich, wie der Ausbau des Breitbandnetzes, ist sicher noch nicht so wie gewünscht, aber auch ein Frage der Kosten.«
Am Ende stimmte das Gremium dem Beitritt zur KI-Allianz einstimmig zu. Kosten wird dies 5.000 Euro für eine einmalige Genossenschaftseinlage und jährlich 5.000 Euro Mitgliedsbeitrag.
Ein anderer Tagesordnungspunkt: Ohne Diskussion segnete der Gemeinderat die Schlussrechnung für das fünfgruppige »Kinderhaus Erms« mit Wohnungen und Tiefgarage in Neuhausen ab. Geplant in 2019, im März 2020 erfolgte die Vergabe an das Bauunternehmen Brodbeck und wurde das neue Kinderhaus nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren im Frühjahr 2022 bezogen.
Es wurden laut Verwaltung Gesamtkosten für den Neubau des Kinderhauses mit Abzug von zu erwartenden Zuschüssen in Höhe von brutto 8,4 Millionen Euro erwartet. Die tatsächlichen Gesamtkosten unter Berücksichtigung der bewilligten Zu-schüsse belaufen sich auf knapp 7,5 Millionen Euro. Das Projekt hat somit erfreulicherweise mit 850.000 Euro weniger gekostet als geplant.
Auf Verwunderung bei Stadtrat Eckart Ruopp stieß, dass die Stadtwerke Metzingen (SWM) an zahlreichen Stellen das Stromnetz in Metzingen erneuern und verstärken müssen. Angesichts steigenden Leistungsanforderungen durch höhere Verbraucherlasten wie Wallbox und Wärmepumpen bedarf es laut Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Schoch in der Budapester Straße und Wiener Straße im Millert einer Anpassung der Stromversorgung.
Viele Baustellen fürs Stromnetz
»Zukünftig erhält jedes Reihenhaus einen separaten Hausanschluss, um den heutigen technischen Anforderungen sowie eine höhere Ausfallsicherheit und Netzstabilität zu erreichen«, so SWM-Geschäftsführer Alexander Schoch. Dass nachgebessert werden müsse, liegt laut Alexander Schoch daran, dass der Vorgängerbetreiber das Netz zu schwach ausgelegt habe. »Das fällt uns jetzt auf die Füße.«
Darüber hinaus treiben die Stadtwerke Metzingen den Ausbau der digitalen Infrastruktur weiter voran: Ziel sei es, zeitnah einen flächendeckenden Zugang zu schnellem und zuverlässigem Internet in ganz Metzingen zu gewährleisten. Gemäß der aktualisierten Kostenberechnung belaufen sich die Baukosten auf Strom 121.000 Euro netto, der Preis für Breitband liegt bei 38.000 Euro netto. (GEA)

