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Dettingen erhöht den Zuschuss für die Volkshochschule Reutlingen

Seit 13 Jahren hat sich am Kooperationsvertrag nichts geändert, ab 2026 erhöht sich der Zuschuss von einem Euro auf 1,50 Euro. Mehr als 1.000 Teilnehmende an den Angeboten in Dettingen im Jahr, das Vor-Corona-Niveau ist nahezu wieder erreicht.

Das vhs-Orchester Dettingen ist ein Aushängeschild der Außenstelle Dettingen
Das vhs-Orchester Dettingen ist ein Aushängeschild der Außenstelle Dettingen Foto: Armin Knauer
Das vhs-Orchester Dettingen ist ein Aushängeschild der Außenstelle Dettingen
Foto: Armin Knauer

DETTINGEN.. Einigkeit herrschte bei den Dettinger Gemeinderäten, den Zuschuss der Gemeinde an die Volkshochschule (vhs) Reutlingen ab 2026 von einem Euro auf 1,50 Euro pro Einwohner zu erhöhen. Zuletzt sei dies laut Kulturamtsleiterin Ulrike Müller 2013 der Fall gewesen, inzwischen befinde sich die VHS ökonomisch aufgrund der tarifbedingten Steigerung der Personalkosten, der erhöhten Energiekosten und notwendiger Investitionen in die Digitalisierung in einer schwierigen ökonomischen Situation.

In der befinde sich die Gemeinde Dettingen zwar auch und für eine Erhöhung der Zuschüsse sei nie die richtige Zeit, hieß es im Gremium. Doch der Argumentation konnten die Gemeinderäte folgen: Der jährliche Zuschuss steigt von 10.000 auf 15.000 Euro. Die Summe werde jedoch, so Ulrike Müller abgemildert, da die vhs Reutlingen nun die Druck- und Verteilkosten in Höhe von 2.500 Euro für das zweimal jährlich erscheinende Programmheft übernimmt. Bislang war dafür die Gemeinde Dettingen verantwortlich.

Vor-Corona-Niveau nahezu erreicht

Ulrike Müller unterstrich die Bedeutung der Volkshochschule für Dettingen: »Sie trägt mit Angeboten zur allgemeinen, beruflichen, kulturellen und gesundheitlichen Bildung maßgeblich zur Lebensqualität und Attraktivität der Gemeinde bei«, so die Kulturamtsleiterin. »Eine besondere Stellung nimmt dabei das vhs-Orchester ein, das weit über die Region hinaus bekannt ist.« Wie vhs- Außenstellenleiterin Anke Adametz-Leichtle in der April-Sitzung des Gemeinderats erklärt hatte, habe die Dettinger Volkshochschule 2024 das hohe Vor-Corona-Niveau nahezu erreicht. 2024 besuchten 1.240 Teilnehmende 99 durchgeführte Angebote, das entspricht 1.090 Unterrichtseinheiten mit je 45 Minuten.

Erfreulich sei das Interesse an Abendveranstaltungen, die Bereitschaft, sich auf langfristig angelegte einzulassen, habe dagegen nachgelassen. Darauf habe sie in der Programmplanung reagiert, so Anke Adametz-Leichtle, und mit Erfolg Kurzformate aufgenommen: »Das zeigt, dass sich Investitionen in Kultur, Bildung in Gemeinschaft, langfristig lohnen«, heißt es im Jahresbericht. Die positive Entwicklung der Dettinger Außenstelle beflügle sie ebenso wie die Zustimmung zur Erhöhung des Zuschusses. Denn: »Unter dem Dach der Volkshochschule Reutlingen sind wir gut aufgehoben.« Immerhin gehöre sie zu einer der größten in Baden-Württemberg.

Dennoch soll die Kooperationsvereinbarung überprüft werden, will sich die Gemeinde ein Angebot von der Volkshochschule Metzingen-Ermstal geben lassen: »Fragen kann man ja mal«, erklärte Bürgermeister Michael Hillert. UL-Gemeinderat Frank Schwaigerer zweifelte an, ob sich die Mühe lohne: Mit der Reutlinger vhs habe man seit etwas über 20 Jahren eine tolle Werbefläche, die Angebote würden viele Menschen nach Dettingen gelockt. Das werde bei einer Kooperation mit Metzingen so nicht mehr der Fall sein, mutmaßt er. (GEA)