PLIEZHAUSEN. »Vielleicht wird daraus eine Tradition«, hoffte Stefan Hartmann, Vorstand und Schlagwerker des Musikvereins Pliezhausen, sowie Ansager. Bei frostigen Temperaturen kamen über 50 Zuhörer zum ersten Neujahresblasen auf den Marktplatz in Pliezhausen. Die meisten wärmten ihre Finger an einem Glas Glühwein, zur Verfügung gestellt vom Wirt der Pliezhausener Kneipe L’Epoque.
Zu denen, deren Finger einzufrieren drohten, gehörten gerade die Musiker. Bei denen reihte sich auch Dirigentin Nina Cichon ein. Sie half bei den Klarinetten aus, die ein paar Personalausfälle zu beklagen hatten. Immerhin stand sie nahe genug am Glühweintopf, um nach dem Umblättern der Noten noch schnell etwas externe Wärme an die Hände zu bringen. Das half, wenigstens das jeweils folgende Lied hindurch.
»Wir wollten eigentlich eine Stunde spielen«, sagte sie hinterher. Es wurde eine Dreiviertelstunde, weil das nachlassende Tageslicht es schwieriger machte, die Noten zu lesen. Die Kälte tat ihr Übriges. Dagegen spielten die Musiker erfolgreich mit Märschen und klassischer Blasmusik an: »Gablonzer Perlen«, »Wir Musikanten« oder der »Bozener Bergsteigermarsch« animierten das Publikum dazu, rhythmisch mitzuklatschen und sich auf diese Weise aufzuwärmen.
Klassische Blasmusikstücke zum ersten Neujahresblasen in Pliezhausen
Zum Gelingen des Konzerts trug auch der Pliezhausener Rathausverein bei, der das Gebäude aufschließen ließ. Dort lagerten die Musiker ihre Instrumente vor dem Konzert, danach wärmten sie sich drinnen wieder auf. »Heute findet keine Heirat statt, aber der «Hochzeitsmarsch» wäre gegen eine Spende möglich«, schlug Stefan Hartmann vor. Dazu kam es zwar nicht, doch die Musiker gaben den zahlreichen Rufen nach Zugabe gerne nach: »Böhmischer Traum«, die »Nationalhymne der Blasmusiker« bildete den Abschluss des Konzerts.
»Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen«, gestand Nina Cichon. Es war der gelungene Auftakt zu einer Serie von Auftritten im Jubiläumsjahr des Vereins: »Wir wollen in jedem Monat, in dem nichts Besonderes zur 150-Jahr-Feier stattfindet, ein Platzkonzert, auch in den Ortsteilen, geben«, sagte die Dirigentin. (GEA)

