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Aktuell Abriss

Der Anfang vom Ende der alten Weinstube in Metzingen

Die Spekulationen um einen Wiederaufbau der früheren Weinstube »Zum Rad« in der Innenstadt sind zu Ende.

Am Sonntagmittag  sind noch Teile der früheren Weinstube »Zum Rad« zu erkennen. Einen Tag zuvor hat der Abriss begonnen.
Am Sonntagmittag sind noch Teile der früheren Weinstube »Zum Rad« zu erkennen. Einen Tag zuvor hat der Abriss begonnen. Foto: Malte Klein
Am Sonntagmittag sind noch Teile der früheren Weinstube »Zum Rad« zu erkennen. Einen Tag zuvor hat der Abriss begonnen.
Foto: Malte Klein

METZINGEN. Manchmal geht es schneller als gedacht. Am Samstag hat ein Bagger mit Abrissarbeiten an der früheren Weinstube »Zum Rad« in der Metzinger Innenstadt begonnen. Das Haus stammt aus dem Jahr 1680 und stand früher unter Denkmalschutz. Dann brach am 24. November 2024 ein Großbrand in dem Gebäude aus. Dieser hat das sehr alte Gebäude schwer beschädigt und einen Schaden in Höhe von einem niedrigen Millionenbereich verursacht. Vor wenigen Monaten ist der Denkmalschutz entfallen - zu groß waren offenbar die Schäden, als dass es noch erhaltenswert war.

Zuletzt hatte in der ehemaligen Weinstube »Zum Rad« das Restaurant Michio vietnamesische Küche angeboten. Die Betreiberfamilie wohnte über dem Lokal und wurde durch den Brand zwischenzeitlich obdachlos. Mittlerweile hat sie ihr Restaurant Michio am Marktplatz neu eröffnet.

Wort »Rad« noch übrig geblieben

Der nun begonnene Abriss führte am Sonntag dazu, dass immer wieder Passanten vor der mit einem Metallzaun gesicherten Brandruine stehen blieben und sich das schon stark beschädigte Haus anschauten. Von der zweiten Etage war am Sonntagmittag nur noch ein Fragment übrig. Etwas blaue Folie, die einst das stark beschädigte Dach abdichtete, und Latten des Dachstuhls waren sichtbar. Vom Stockwerk darunter war noch etwas mehr übrig. Doch ein Großteil der früheren Aufschrift "Weinstube "Zum Rad" war inzwischen zerstört. Nur noch das Wort Rad und das Schild des vietnamesischen Restaurants waren zu sehen.

Während der Baggerfahrer am Samstag Stück für Stück des vom Feuer beschädigten Hauses abreißt, spritzt ein Kollege Wasser dorthi
Während der Baggerfahrer am Samstag Stück für Stück des vom Feuer beschädigten Hauses abreißt, spritzt ein Kollege Wasser dorthin, um den Staub zu binden. Foto: Stefan Pfäffle
Während der Baggerfahrer am Samstag Stück für Stück des vom Feuer beschädigten Hauses abreißt, spritzt ein Kollege Wasser dorthin, um den Staub zu binden.
Foto: Stefan Pfäffle

Auch die Kommunalpolitiker trieb die damals noch unklare Zukunft des Hauses in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats um. Seitdem das Haus nun nicht mehr unter Denkmalschutz stand, hatte die Eigentümerin, die Immobilien- und Automatenfirma Seibold, die Wahl, ob sie saniert oder abreißt und dann neu baut. »Das Gebäude ist ja sehr prägnant - wie sieht die städtebauliche Planung aus?«, hatte der Grünen-Sprecher Dr. Georg Bräuchle die Stadtverwaltung im Rat gefragt. Konrad Berger, der Leiter des Stadtplanungs- und -bauamts, hatte mit einem Wunsch geantwortet: »Wir würden uns freuen, wenn man die beiden Außenwände stehen ließe.« Nun ist es anders gekommen. (GEA)