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Das Flickwerk geht weiter: Keine Komplettsanierung des Dettinger Jugendhauses

Das Dach ist nicht dicht und die Heizung am Limit. Aber aus Kostengründen wird wohl die kleine Lösung realisiert und in Teilen saniert. Der Bürgermeister warnt vor einem Investitionsstau, der die Gemeinde bereits einholt.

Lars Luft und Christel Bahnmüller-Luft (am Tisch stehend) empfingen 2023 die Mitglieder des Dettinger Verwaltungsausschusses zu
Lars Luft und Christel Bahnmüller-Luft (am Tisch stehend) empfingen 2023 die Mitglieder des Dettinger Verwaltungsausschusses zu einer Sitzung im Jugendhaus. Wie nun deutlich wird, gibt es dort einen großen Sanierungsbedarf. Foto: Kirsten Oechsner
Lars Luft und Christel Bahnmüller-Luft (am Tisch stehend) empfingen 2023 die Mitglieder des Dettinger Verwaltungsausschusses zu einer Sitzung im Jugendhaus. Wie nun deutlich wird, gibt es dort einen großen Sanierungsbedarf.
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN. Rot, gelb, grün: Nach dem Prinzip der Ampel möchten die Dettinger Gemeinderäte die gemeindeeigenen Gebäude nach und nach unter die Lupe nehmen und eine Sanierungs-Prioritätenliste aufstellen. Den Auftakt bildete ein Besuch im Jugendhaus. Das wird von Hochbauamtsleiter Michael Gutmann im gelben Bereich angesiedelt: »Es besteht keine dringende Notwendigkeit, etwas zu tun, mittelfristig aber schon.« Mittelfristig bedeute: in den nächsten fünf Jahren.

Seit 1997 wird das an der Gustav-Werner-Straße liegende Gebäude als Jugendhaus genutzt, zuvor diente es als Wohnheim und stand auf dem einstigen Eisenlohr-Areal. Über das tatsächliche Alter würde es, so Gutmann, keine Unterlagen geben, er datiert es auf die 60er-Jahre. Der Standort und die Größe des zu Beginn rudimentär ausgestatteten Gebäudes seien ideal, unterstrich der Schulsozialarbeiter Lars Luft. Man habe sich nach und nach entsprechend eingerichtet und gegebenenfalls auch Schäden repariert: »Wenn etwas kaputt gegangen ist, sollte es danach besser sein als vorher«, beschreibt er die Vorgehensweise.

Große Probleme mit dem Dach

Bislang habe man sozusagen immer wieder ein Pflästerle auf wunde Stellen geklebt, aber lange sei diese Taktik wohl nicht mehr möglich: Die Fenster seien »schrottig«, große Probleme würden jedoch vor allem das undichte Dach – »es braucht mindestens drei Mal im Jahr ‚Pflege‘« - und die Heizung bereiten. Sie hätten glücklicherweise immer wieder einen Flaschner gefunden, der sie mit neuen Ideen wieder funktionsfähig gemacht habe.

Eine große Lösung, also ein Neubau auf dem alten Fundament, werde man sich nach Einschätzung von Bürgermeister Michael Hillert in den nächsten Jahren aufgrund der finanziellen Situation nicht leisten können: »Man wird sich wohl weiter mit dem Alten behelfen müssen«. Gleichwohl sei die Jugendarbeit top und habe sich glänzend entwickelt. Die Erfolge der inzwischen 25 Jahre andauernden Arbeit des Schulsozialarbeiter-Ehepaars Lars Luft und Christel Bahnmüller-Luft seien positiv spürbar. Die Einrichtung sei laut Lars Luft gut besucht von Jugendlichen aus verschiedenen Altersgruppen, unterschiedlicher Herkunft und sogar Schularten.

Gefahr des Heizungsausfalls

Um Investitionen komme man in absehbarer Zeit nicht herum. Darin waren sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses einig. Denn, so Gutmann: »Wenn die Heizung kaputt geht, ist sie kaputt«. Mit dem Dach könne man sich weiter behelfen, machte er mit Blick auf die kommenden Haushaltsgespräche deutlich. Bürgermeister Michael Hillert warnte vor den Folgen eines Investitionsstaus, der werde sich künftig an der einen oder anderen Stelle bemerkbar machen.

Im Fall der Fußgängerbrücke über den Ermskanal im Bereich des Bauhofs, hatte der Tiefbauamtsleiter Jochen Baur bei der Fortsetzung der Sitzung im Rathaus in der Tat eine entsprechend schlechte Nachricht: Sie fiel durch die regelmäßig anstehende Brückenprüfung und muss gesperrt werden. Der Zustand sei laut Baur schon bei der letzten Prüfung als kritisch beschrieben gewesen, die im Etat für 2025 eingeplante Sanierung sei indes angesichts des Finanznot wieder gestrichen worden. Jetzt komme man um eine Sanierung nicht herum. Der Fachmann rechnet mit etwa maximal 200.000 Euro und minimal 120.000 Euro Kosten.

Der Steg wird sofort saniert

Da der Steg viel benutzt wird und eine wichtige Achse vom Wohngebiet Oberer Boden zur Bahn- und Bushaltestelle und auch von Schulkindern bildet, gab der Technisches Ausschuss grünes Licht für eine sofortige Umsetzung. Es soll wegen der Dringlichkeit nicht bis zur Einbringung des Haushalts gewartet werden. (GEA)