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Chance fürs Lehrschwimmbecken: Riederich bewirbt sich für Förderprogramm

Bei vier Gegenstimmen stellt der Riedericher Gemeinderat die Weichen, dass es mit der Sanierung des 1965 eingeweihten Bades vielleicht doch noch etwas wird. Seit 2011 beschäftigt das Thema die Gemeinde.

Vor allem Schulen aus Riederich und Umgebung sowie Vereine - hier ein Aquafitness-Kurs des TSV - nutzten das Lehrschwimmbecken.
Vor allem Schulen aus Riederich und Umgebung sowie Vereine - hier ein Aquafitness-Kurs des TSV - nutzten das Lehrschwimmbecken. Nun soll ein neuer Antrag auf eine Bundesförderung gestellt werden. Foto: Kirsten Oechsner
Vor allem Schulen aus Riederich und Umgebung sowie Vereine - hier ein Aquafitness-Kurs des TSV - nutzten das Lehrschwimmbecken. Nun soll ein neuer Antrag auf eine Bundesförderung gestellt werden.
Foto: Kirsten Oechsner

RIEDERICH. Riederich gibt die Sanierung des Lehrschwimmbeckens noch nicht ganz auf und stellt einen Antrag, um in ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Bundes aufgenommen zu werden. Vier Gemeinderäte folgten der Chancen-und-Risiko-Abwägung von Bürgermeister Tobias Pokrop nicht und stimmten aus finanziellen Gründen dagegen. Man müsse es versuchen, war jedoch der Tenor der Befürworter: »Entweder machen wir es jetzt oder nie mehr«, erklärte Petra Bäuerle. Man müsse es versuchen, so ihre Ansicht, angesichts einer möglichen Förderung von drei Millionen Euro.

Bereits seit 2011 beschäftigt die dringend notwendige Sanierung des 1965 eingeweihten Lehrschwimmbeckens den Gemeinderat, zuletzt war dies in der November-Sitzung 2024 der Fall. Nach intensiver Beratung und »schweren Herzens«, wie mehrfach betont wurde, entschied damals der Gemeinderat, den zugesicherten Betrag von einer Million Euro des Bundesförderprogramms »Sanierung von kommunalen Einrichtungen in den Bereichen Kultur, Jugend und Soziales« aufgrund der rasant gestiegenen Baukosten nicht in Anspruch zu nehmen – ein Stillstand »bis auf weiteres«, wie damals ausdrücklich betont wurde. Nun wurde das Förderprogramm neu aufgelegt, und Riederich wagt einen Neuanfang. Denn das Bad - es ist seit 23. April 2024 nach einem Fliesenschaden geschlossen - liege allen am Herzen, wie der Bürgermeister betonte: Ihm, den Gemeinderäten und den Riedericher Bürgern erst recht.

Der richtige Zeitpunkt

Doch die Entscheidung hat nicht nur beim Bürgermeister für schlaflose Nächte gesorgt. Auch bei den Gremiumsmitgliedern, wie Doris Hagemann betonte – das Thema sei ein emotionales: »Wenn nicht jetzt, wann dann«, sei ihre Devise. Ulrich Büttel betonte, dass er sich vor einem Jahr schweren Herzens von dem Gedanken einer Sanierung verabschieden musste. Doch nun gehe hoffentlich wieder ein Türchen auf: »Ich sehe das als letzte Chance, und ich gehe den Weg mit.« André Brunkau dagegen gab zu, dass er nicht mit ruhigem Gewissen zustimmen könne, auch wenn er immer ein Befürworter der Sanierung gewesen sei: Zu hoch sei die finanzielle Belastung angesichts der vielen wichtigen Projekte in der Gemeinde, die in den kommenden Jahren anstehen würden. Dem konnte Robin Müller nur zustimmen, auch Nathalie Therm und Michael Tschersch sprachen sich gegen eine erneute Beantragung einer Förderung aus.

Der Gemeinderat entschied sich, die Projektskizze für die Sanierungs-Variante mit einer 25-Meter-Bahn einzureichen. Die Investitionssumme belaufe sich auf sieben Millionen Euro, die Fördermittel würden auf 3,15 Millionen Euro kommen. Es könne, so der Bürgermeister, der Betrag von einer Million Euro über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität mit in die Finanzierung einfließen. Ebenso sei es möglich, dass eine weitere Million Euro über Haushaltsmittel finanziert werde. Die darüber hinaus benötigten Finanzmittel von 1,85 Millionen Euro seien als Kreditaufnahme in die Projektfinanzierung mit eingeplant.

Dem Projekt eine Chance geben

Pokrops Pro-Argument: Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet, stehe ohne Schulden da, und die Kommune habe Potenzial zur weiteren Einnahmebeschaffung. So liege Riederich bei den Gewerbesteuersätzen im Vergleich zu anderen Kommunen weit unten in der Skala. Es könne auch darüber nachgedacht, interkommunal zu arbeiten und andere Gemeinden finanziell mit ins Boot zu nehmen. Klar bestehe immer ein Risiko – aber man müsse dem Projekt seiner Ansicht nach eine Chance geben, Und die stünde nicht schlecht, immerhin könnte Riederich über eine Projektskizze hinaus eine ausgereifte Planung vorlegen.

Im November hatte sich ein zweites Türchen geöffnet, als der Landtag einem Schulbau-Förderprogramm mit einer Förderquote von 33 Prozent zustimmte. Eine Kumulierung mit dem Bundesprogramm sei nicht möglich, wie er auf Nachfrage erfahren habe. Deshalb konzentriere man sich laut Pokrop auch auf das Bundesprogramm – die Förderquote betrage immerhin 44 Prozent. (GEA)