BAD URACH. Ein neuer Anfang ist mit einem bewährten Team gemacht: Um das seit unzähligen Jahren daueraktuelle Thema Innenstadtbelebung beherzt angehen zu können, hat sich Bad Urach aktiv beim Büro Meyer&Koch aus Endingen externe Hilfe geholt – am Ende eines intensiven Prozesses mit den Fachleuten für Citymanagement und Stadtmarketing steht nun ein Positionspapier. Nur in der Gemeinschaft könne man etwas bewirken, machte Marco Meyer bei dessen Vorstellung im Rahmen der Jahreshauptversammlung deutlich: »Nur mit Strategie und Professionalität kommt man zum Erfolg. Es muss erkennbar sein, wohin es geht.« Auf diesen verlässlichen Weg hat sich die Vereinigung der Gewerbetreibenden aus Handel, Gastronomie und Handwerk jetzt gemacht: »Das Positionspapier ist eine verbindliche Leitlinie für das zukünftige Handeln der Gemeinschaft und markiert gleichzeitig den Zeitpunkt einer Neuausrichtung«, heißt es darin.
Positionspapier nicht für die Schublade
Er habe, so Marco Meyer, die Beteiligten bei diesem Selbstfindungsprozess als engagiert, motiviert und ideenreich, aber auch als durchaus (selbst)kritisch kennengelernt. Die kleine Runde der Engagierten sei geprägt durch einen intensiven Zusammenhalt und einer konstruktiven Zusammenarbeit, doch der Kreis der Mitmacher müsste größer sein. Das wurde auch bei der Hauptversammlung deutlich: Von derzeit rund 70 Mitgliedern, waren gerade mal 14 zur Hauptversammlung gekommen.
Marco Meyer äußerte denn auch eine dringende Bitte an alle Mitglieder: Die Inhalte des Positionspapiers sollen positiv nach außen getragen werden, das sorge für einen Motivationsschub und Spaß bei der Mitarbeit. »Wir haben das alles nicht für die Schublade gemacht«, bekräftigte Sabine Hunzinger, die alte und neue Vorsitzende. Im November 2022 hatte sie kommissarisch das Amt übernommen, nun ließ sie sich wie der gesamte Vorstand für weitere zwei Jahre wählen: Die selbst gewählte Mammutaufgabe möchte das Team gemeinsam in die Tat umsetzen.
Familienfreundliche Desitination
Das Positionspapier sorge für Kontinuität im Handeln sorgen, ein Schwerpunkt soll die Förderung inhabergeführter Geschäfte mit regionalem Bezug sein. Die Innenstadt soll, so heißt es weiter, für Bürger und Gäste gleichermaßen noch liebenswerter und einladender gestaltet sowie als familienfreundliche Destination empfunden werden. Die regionale Verwurzelung sei ein wichtiger Aspekt, an der Entwicklung und Organisation von originellen, ideenreichen und niveauvollen Veranstaltungen, Festen und Märkten wolle man sich aktiv beteiligen. Wichtig sei ein gut funktionierendes Netzwerk, der Schulterschluss mit der Stadtverwaltung solle noch enger werden.
In diesem Sinne seien, so Sabine Hunzinger, bereits erste Maßnahmen umgesetzt worden: Es finden regelmäßig Gespräche mit Bürgermeister Elmar Rebmann statt, auch ein kontinuierlicher Austausch mit dem Gemeinderat ist bereits in Gang gebracht. Als große Chance wird auch gesehen, dass sich die Mitglieder von Bad Urach aktiv am 21. September bei Tag der Industrie einklinken können. »Der Anfang ist gemacht, dass Bad Urach aktiv weiter aktiv bleibt«, fasste Marco Meyer die Situation zusammen, zahlreiche Zahnräder müssten nun ineinandergreifen.
Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigern
Dazu gehört auch die Umsetzung der Ergebnisse des Projekts Innenstadtberatung der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, an dem sich Bad Urach beteiligt hat. Bei der Bad Urach aktiv-Hauptversammlung gab es erste Informationen über die Ergebnisse des einjährigen Untersuchungsprozesses, am Dienstag werden sie im Gemeinderat ausführlich vorgestellt und diskutiert. Zum Maßnahmenkatalog würden laut Bürgermeister Rebmann unter anderem eine Marketingkampagne wie auch ein Leerstandsmanagement gehören. Über eine Begrünung und eine Möblierung der Innenstadt soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden, aber auch die digitale Präsenz gehört überarbeitet. Es gibt viel zu tun in der Stadt, Bad Urach aktiv sei laut der Vorsitzenden Hunzinger motiviert mit im Boot. (GEA)

