METZINGEN. Es gehörte zu den größten Leerständen in einer Stadt, die nicht für Leerstand bekannt ist: das Outletcenter Noyon-Allee, zwischen dem Metzinger Polizeirevier und dem Übergang der Ermstalbahn gelegen. Ab Montag, 28. Juli, wird es nach gut zwei langen, öden Jahren mit neuem Leben gefüllt: Der Wäschehersteller Schiesser zieht ein, wie ein Großfoto mit leichtbekleidetem Model an der Gebäudespitze verrät.
Im Erdgeschoss wird er Pants, BHs, Schlafanzüge und mehr verkaufen, »auf rund 500 Quadratmetern Fläche. Schiesser vergrößert sich damit wieder deutlich und kann sein komplettes Sortiment anbieten«, informiert Wolfgang Bauer, Aufsichtsratsmitglied und früherer langjähriger Vorstandsvorsitzender der Outletcity AG, der das markante Dreiecksgebäude seit 2016 gehört.
Die Outletcity ist vollvermietet
Übernommen hatte man es von einem Einzelkaufmann, der vom Lego-Spielzeug- über Mac-Hosen bis zu Ara-Schuhen nacheinander verschiedenste Waren anbieten lassen hatte, dann aber weggezogen war. Für die weltbekannte Outletcity Metzingen war und ist der Gebäude-Solitär weitab der eigentlichen Shopping-Malls ein Ausweichquartier. Die Marken wechselten auch hier, Tom Tailor war schon da, Mammut und andere.
Auch Schiesser wird an der Noyon-Allee nur verkaufen, bis sich an stärker frequentierter Stelle in der Stadt anderer Freiraum findet. »Für eine gewisse Zeit«, nennt es Bauer vage. Gestartet auf großer Fläche in der Mühlstraße, logierte der Wäschehersteller zuletzt auf vergleichsweise kleiner Fläche in der Reutlinger Straße. Dort wird der hochpreisige Kosmetik- und Geschenkartikel-Hersteller Rituals nachfolgen.
Verhandlungen für die beiden Obergeschosse
»Wir haben im Bereich der 'City' Vollvermietung«, sagt Wolfgang Bauer. Das ist in Zeiten, die für den stationären Einzelhandel keine leichten sind, nicht selbstverständlich. Das Outletcenter Noyon-Allee wird zumindest vorübergehend wieder zusätzlich gebraucht. »Das Zielpublikum ist hier ein anderes.« Es sind die Kunden, die kommen, kurz und zielgerichtet einkaufen und wieder gehen, nicht noch das eine oder andere Stündchen flanieren und einkehren wollen wie etwa am Hugo-Boss- oder dem Lindenplatz.
Parkplätze finden sie vor dem Haus, wenn auch eher wenige. »Es hat trotzdem funktioniert«, sagt Bauer mit Blick auf das eher schnörkellose Einkaufsverhalten der Noyon-Allee-Kundschaft. Für die beiden Obergeschosse laufen Verhandlungen mit weiteren Marken. (GEA)

