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Backhaushockete in Gniebel und Häslach: Tradition, die man schmecken kann

Nur wenige Kilometer voreinander entfernt feierten Besucher in Gniebel und Häslach kräftig rund um die Backhäuser mit selbst gebackenem Zwiebelkuchen und Bauernbrot.

Der Ofen im Häslacher Backhaus ist angefeuert. Es kann losgehen.
Der Ofen im Häslacher Backhaus ist angefeuert. Es kann losgehen. Foto: Veit Müller
Der Ofen im Häslacher Backhaus ist angefeuert. Es kann losgehen.
Foto: Veit Müller

WALDDORFHÄSLACH. Was will man mehr: Zweimal Backhaushockete - nur wenige Kilometer voneinander entfernt in Gniebel und Häslach. Hier wie dort leckerer Zwiebelkuchen und selbst gebackenes Bauernbrot. Und Festzelte, in denen die Menschen eng zusammen rücken, denn zu Beginn der beiden Feste schüttet es wie aus Kübeln. Doch später klart es auf. Ab und zu soll sogar blauer Himmel gesichtet worden sein.

Schon morgens um fünf Uhr stand Frank Nonnenmacher mit seinem Kollegen Marko Detomaso im Gniebler Backhaus. Der Ofen musste langsam angeheizt werden. Das dauert seine Zeit und braucht Temperaturgefühl. Wenn der Ofen dann richtig heiß ist, geht es Schlag auf Schlag.

Kneten, drücken und ab in den Ofen

Im Zelt neben dem Backhaus haben mehrere Frauen bereits den Teig für den Zwiebelkuchen geknetet und in die Form gedrückt. Die Bleche werden ins Backhaus getragen, wo Frank Nonnenmacher und Marko Detomaso mit ihren Holzschiebern schon warten. Die Zwiebelmasse kommt noch auf den Teig, dann ab in den Holzofen. Eine Dreiviertelstunde später ist der Zwiebelkuchen fertig. 200 Stück werden es am Samstag sein.

Im Backhaus in Gniebel, das Gleiche gilt natürlich auch für Häslach, hat das kühle Wetter sogar einen Vorteil. Dann wird es nicht so heiß in der Stube. Bei 35 Grad Außentemperatur, wie manchmal in den Jahren zuvor, kann das Backen im engen Häusle auch zu einer richtigen Plackerei werden.

Fleißige Hände walken den Teig und drücken ihn in die Form, bevor die in den Ofen im Gniebeler Backhaus kommen.
Fleißige Hände walken den Teig und drücken ihn in die Form, bevor die in den Ofen im Gniebeler Backhaus kommen. Foto: Veit Müller
Fleißige Hände walken den Teig und drücken ihn in die Form, bevor die in den Ofen im Gniebeler Backhaus kommen.
Foto: Veit Müller

Das Brot wurde in Gniebel schon am Freitag gebacken. Neben dem Schwarzbrot gibt es dort auch Dinkelbrot. Das wird dann mit der Feuerwehrwurst kombiniert, die »unser Metzger hier extra für uns macht«, erklärt Feuerwehrkommandant Harry Nonnenmacher.

Er hat alles im Blick, schließlich ist er der Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Gniebel, die das Fest alle zwei Jahre organisiert. Öfter geht nicht, denn »die Backhaushockete ist eine große Herausforderung für uns«, weiß der Feuerwehrkommandant aus Erfahrung. Deshalb freut er sich auch über die vielen Helfer, »die alle über die Jahre hinweg bei der Stange geblieben sind«. Rund 50 sind es in diesem Jahr.

Flammkuchen ist der Renner

Nur wenige Fahrminuten weiter in Häslach herrscht auch rege und manchmal hektische Betriebsamkeit rund ums Backhaus. Eile ist geboten, denn es hat sich eine lange Schlange gebildet. Die Festbesucher warten auf ihren Flammkuchen, eine Spezialität in Häslach, oder auf den Zwiebelkuchen.

Das Backhaus in Häslach ist größer als das in Gniebel. Es hat zwei Räume. In dem einen wird der Teig ausgewalkt und belegt, klassisch oder als vegetarische Variante. »Unser Flammkuchen ist der Renner«, erzählt Ernst Roth vom TV Häslach, der die Backhaushockete jedes Jahr auf die Beine stellt.

Pulled Pork aus dem Backhaus

In Häslach ging die Arbeit schon am Donnerstag los. Da wurden die Zwiebeln geschält, geschnitten und gedämpft. Am Freitag wurde das Bauernbrot gebacken. Erstmals gab es in Häslach auch Pulled Pork, ein zarter, zerrupfter Schweinebraten, der ebenfalls aus dem Backhaus-Ofen kommt.

Die Backhaushockete in Häslach hat eine lange Tradition. »Ich war schon als Jugendlicher auf der Hockete«, erinnert sich Roth. Er schätzt, dass es in diesem Jahr möglicherweise schon die fünfzigste Ausgabe der Backhaushockete ist. Was Roth besonders gefällt, ist die Geselligkeit beim Fest. Die Hockete bringe die Leute zusammen, »das ist fundamental für den Zusammenhalt hier im Ort«.

Musikalische Begleitung in Walddorf

Während im Zelt schon die ersten Flamm- und Zwiebelkuchen verspeist werden, hat sich draußen auf der Dorfstraße der Musikverein Walddorfhäslach positioniert. Das Wetter passt jetzt, die Regenfront ist weitergezogen, und die Musikerinnen und Musiker legen mit einer musikalischen Tour durch die 80er-Jahre los und treiben mit ihrer stimmungsvollen Blasmusik die dunklen Wolken endgültig fort. (GEA)