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Aktuell Sanierung

»Astro-Summe« für Sanierung des Riedericher Rathaus-Daches

Die Kosten für die Sanierung des Daches und die Schaffung eines barrierefreien Zugangs am Riedericher Rathaus belaufen sich auf 826.200 Euro. Die hohe Summe sorgt für eine negative Überraschung im Gemeinderat, final abgestimmt wird erst im Januar.

Nach gerade mal 24 Jahren sind beim Riedericher Rathaus Sanierungsarbeiten dringend notwendig, die Summe ist einigen Gemeinderät
Nach gerade mal 24 Jahren sind beim Riedericher Rathaus Sanierungsarbeiten dringend notwendig, die Summe ist einigen Gemeinderäten jedoch zu hoch. Foto: Kirsten Oechsner
Nach gerade mal 24 Jahren sind beim Riedericher Rathaus Sanierungsarbeiten dringend notwendig, die Summe ist einigen Gemeinderäten jedoch zu hoch.
Foto: Kirsten Oechsner

RIEDERICH. Eines ist unbestritten: Das Glasdach im Foyer des Rathauses muss saniert werden. Weil es reinregnet und zum Teil sogar zu einem massiven Wassereintritt kommt, auch ist die Notentwässerung mangelhaft und von innen nicht erreichbar. Doch über das Wie ist sich der Gemeinderat nicht einig. Bereits Ende September war bei der Vorstellung des Vorentwurfs durch Planer Ulrich Brost Unmut im Gremium laut geworden. Petra Bäuerle hatte eine Alternativplanung eingefordert, hatte aber bei ihren Ratskollegen keine Mehrheit dafür erhalten. Man habe wenig Spielraum, hatte der Planer argumentiert, es handele sich nicht um eine gestalterische, sondern um ein technisch-funktionales Problem. Laut Planung sollte das Glasdach über der Eingangshalle ausgetauscht und über dem Foyer eine neue Decke mit Lichtkuppeln eingebaut werden.

Nun legte Planer Brost den Entwurf vor und sorgte im Gremium für eine Überraschung – negativ gesehen: Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 826.200 Euro. »Da musste ich erst einmal kräftig schlucken«, gibt Gemeinderätin Doris Hagemann zu. Aber bei näherer Betrachtung könne sie mit der Summe leben: Die Erneuerung des Dachs über dem Foyer wird mit 116.500 Euro veranschlagt, 185.000 Euro sind’s beim Glasdach. In die Kostenrechnung fließen unter anderem auch 120.000 Euro für den neuen barrierefreien Windfang ein, auch werden energetische Arbeiten und nach 24 Jahren notwendige Ausbesserungsarbeiten ausgeführt. Allein zehn Prozent der Kosten würden laut Brost auf die Baustelleneinrichtung entfallen – daran könne nicht gespart werden.

Charakter des Rathauses wahren

Gemeinderat Volker Kopschitsch sah den Kosten-Nutzen-Faktor als nicht gerechtfertigt an und forderte einen »minimalinvasiven Lösungsansatz« ein. Das sei schwer möglich, weil man laut Bürgermeister Tobias Pokrop den Charakter des Hauses wahren wolle und aus urheberrechtlichen Gründen sogar müsse, wie Ortsbaumeister Gerd Bischoff betonte. Ulrich Büttel sprach von einer »Astro-Summe«, die die Sanierung koste: Man müsse nach gerade mal 24 Jahren das Grundübel Wassereintritt beseitigen und das ziehe einen Rattenschwanz mit sich. Von Büttel auf Fördermöglichkeiten angesprochen, erklärte Brost, dass man aufgrund der energetischen Sanierung mit einer finanziellen Unterstützung von 120.000 Euro rechnen könne.

»Dieser Summe werde ich nicht zustimmen«, machte Petra Bäuerle jetzt schon deutlich. Final abgestimmt wird über die Sanierung jedoch erst im Januar. Einstimmig verabschiedet wurde bereits die Vergabe der Erneuerung des Sonnenschutzes in Höhe von 124.000 Euro an die Firma Pfeiffer aus Wendlingen. (GEA)