Logo
Aktuell Freizeit

Artistenteam sorgt in Münsingen und Dettingen für Begeisterung

Die von Leader mit 30.000 Euro geförderten Aufführungen waren gut besucht: Sieben Artisten und Circusdirektor Steffen Kromer sorgen für jede Menge Emotionen und Spannung an beiden Spielorten.

Wurden für ihre Körperbeherrschung bewundert: Das Artistenpaar Voctoria und Arthur aus Paris
Wurden für ihre Körperbeherrschung bewundert: Das Artistenpaar Voctoria und Arthur aus Paris Foto: Kirsten Oechsner
Wurden für ihre Körperbeherrschung bewundert: Das Artistenpaar Voctoria und Arthur aus Paris
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN. Vor Freude strahlende und völlig entspannte Erwachsene, vor Glück laut lachende Kinder, die es kaum auf den Sitzen hält und jede Menge generationenverbindendes Luftanhalten bei Akrobatik unter dem Zeltdach: Das ist Circus! Ein eher kleines, aber feines siebenköpfiges Traumtheater-Artistenteam um Circusdirektor Steffen Kromer sorgte in Münsingen und Dettingen für jede Menge Emotionen und Spannung pur mit Folgen: Nicht nur die Akteure lieferten eine Höchstleistung nach der anderen, auch die Zuschauer kamen mächtig ins Schwitzen. Denn aus dem Klatschen kamen sie nicht heraus.

Da gab‘s Jonglage vom Allerfeinsten, präsentiert vom jungen Österreicher Bonda, ganz viel Lustiges vom chilenischen Clown Cartolla und Nia aus Wales zeigte die fast vergessene Kunst der Zopfakrobatik. Sie überzeugte aber auch mit einer Hula-Hoop-Nummer und als Könnerin am Vertikalseil. Doch nicht nur sie begeisterte mit ihrer Vielseitigkeit: Das französische Akrobatenpaar Victoria und Arthur, in der Manege wie im Privatleben ein Paar, beherrscht die große Kunst der Körperbeherrschung auf der Ebene wie auch in der Höhe an Gurten. Und Enya aus dem Ermstal regte mit ihrem Auftritt im Halbmond hoch über der Manege regelrecht zum Träumen an. Sich selbst auf die Schippe nahm Miss Dorothea aus der Schweiz, die zwar als Trapezkünstlerin scheiterte und dafür als Dompteurin von ganz wilden Tieren glänzte: Kleine Schafe und eine Ziege, die sie vor dem Tod gerettet hat. »Eigentlich bin ich kein Freund von Tieren im Circus«, gesteht Steffen Kromer. Doch er habe aus gutem Grund eine Ausnahme gemacht: Die Schafe fanden in Münsingen wie auch in Dettingen ausreichend Gras in ihrem Auslauf.

Tiere im Zirkus: nur ausnahmsweise

Aus Artisten aus aller Welt hat Steffen Kromer eine Gemeinschaft werden lassen – und das spürt das Publikum: Keiner macht sein Ding für sich allein, jeder ist überall präsent und hilft den anderen, wo er nur kann. Auch der Circusdirektor ist omnipräsent: In der Pause mixt Kromer Aperol Spritz, während der Aufführung wirkt er als Moderator und unterstützt die Artisten. Ach ja: Aufgetreten ist Kromer auch, doch die Show stahl ihm sein Pudel Dino – der wurde zum Liebling der Zuschauer. Rappelvoll war das Zelt am letzten Tag in Dettingen, auch die insgesamt fünf anderen öffentlichen Veranstaltungen in Münsingen und Dettingen waren bestens besucht. Und, das hatte sich Kromer gewünscht: Es kamen nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch viele erwachsene Circusfans bis ins hohe Seniorenalter.

Nia aus Wales beherrscht die selten zu sehende Kunst der Zopfakrobatik
Nia aus Wales beherrscht die selten zu sehende Kunst der Zopfakrobatik Foto: Kirsten Oechsner
Nia aus Wales beherrscht die selten zu sehende Kunst der Zopfakrobatik
Foto: Kirsten Oechsner

Mit seinem Konzept, Circus für alle zu bieten, hatte Steffen Kromer Leader überzeugt und eine finanzielle Unterstützung von 30.000 Euro erhalten. Das machte es möglich, die Eintrittspreise niedrig zu halten – das Interesse war tatsächlich entsprechend groß. Gebucht wurde der Circus auch von Schulen, so war die komplette Sieben-Keltern-Schule für eine Aufführung von Metzingen nach Dettingen gekommen: Die einen mit dem Zug, die Viertklässler radelnd. Im Circuszelt waren alle ganz nah dran an den Artisten und die wiederum suchten die Nähe zum Publikum: Nach den Aufführungen sagten sie persönlich Adieu, das ein oder andere Erinnerungsfoto wurde dabei selbstverständlich geschossen.

Fortsetzung des Traumtheaters erhofft

Groß muss ein Circus nicht sein, um Großes zu leisten. Dies ermöglichte der in Neuhausen aufgewachsene Steffen Kromer, der sein Geld als Professor für Internationales Management an einer privaten Hochschule in Berlin verdient und dessen riesengroße Leidenschaft zum Circus gehört. Eine Nachbarin aus alten Zeiten in Neuhausen erinnert sich: »Schon als kleiner Knirps hat er ein Seil im Garten gespannt und ist darauf gelaufen.« An seiner Liebe zur Welt des Circus lässt er viele Menschen teilhaben, die ihm und den Artisten nicht nur mit jeder Menge Applaus danken. »Beim Zeltabbau in Münsingen kam ein Mann mit einer Tüte Brezeln vorbei, weil es ihm so gefallen hatte«, freut sich Steffen Kromer über dessen Geste. Nach anstrengenden, aber erfüllten Tagen voller positiver Erlebnisse hofft er auch auf eine Wiederholung des Traumtheaters und mit ihm wohl viele Menschen aus der Region von jung bis alt. (GEA)