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Aktuell Ehrenamt

Vorstände für die Pliezhäuser Altenarbeit gesucht

Gedächtnistraining, Betreuungsnachmittage und die Männerwerkstatt sind Angebote des Bürgervereins Altenhilfe. Nun suchen zwei Vorstände dringend Nachfolger.

Werner Genth, Monika Koch und Christel Meixner (von links) sitzen auf einer Bank des Seniorenzentrums in der Ortsmitte Pliezhaus
Werner Genth, Monika Koch und Christel Meixner (von links) sitzen auf einer Bank des Seniorenzentrums in der Ortsmitte Pliezhausens. Sie bilden noch den Vorstand des Bürgervereins Altenhilfe Pliezhausen. Foto: Malte Klein
Werner Genth, Monika Koch und Christel Meixner (von links) sitzen auf einer Bank des Seniorenzentrums in der Ortsmitte Pliezhausens. Sie bilden noch den Vorstand des Bürgervereins Altenhilfe Pliezhausen.
Foto: Malte Klein

PLIEZHAUSEN. Zwei Frauen und ein Mann sitzen im Juli 2023 auf einer Bank des Seniorenzentrums in der Pliezhäuser Ortsmitte und lächeln in die Kamera. Es sind Monika Koch, Christel Meixner und Werner Genth, die damals und auch heute noch den Vorstand des Bürgervereins Altenhilfe bilden. Noch deshalb, weil zwei von ihnen bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2026 nicht mehr für ihre Ämter kandidieren werden. Monika Koch und Christel Meixner stellen sich nicht mehr zur Wahl. Nur der Kämmerer Werner Genth möchte sich weiterhin engagieren.

Bisher hat der Bürgerverein keine Kandidaten für eine Nachfolge gefunden. Darum geht dieser jetzt an die Öffentlichkeit. Werner Genth hat sich in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats am Dienstagabend zu Wort gemeldet. »Wir haben die Frage, wer Nachfolger werden kann, jetzt seit einem halben Jahr behandelt und keine Kandidaten gefunden«, sagte Genth und malte ein düsteres Szenario: »Wir sind langsam am Ende unserer Möglichkeiten. Wenn sich keine Nachfolger für die Vorstandsämter finden, müsste die Mitgliederversammlung 2026 die Auflösung des Vereins beschließen.«

Von anderen Gemeinden lernen

Genth fragte den Rathauschef Christof Dold, ob dieser einen Weg sehe, die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements im Altenzentrum mehr in die Aufmerksamkeit der Bürger zu rücken und so den Radius der Vorstandssuche zu erweitern. Dann wollte er wissen: »Kennen Sie Modelle, die uns helfen könnten, die Arbeit für die Seniorinnen in unserer Gemeinde fortzusetzen, indem wir sie anders organisieren?« Genth fragte zudem, wie Pliezhausen die Altenarbeit nach einer möglichen Auflösung weiterführen würde und welche Strategien andere Kommunen verfolgten, um die Vereinsarbeit zu erhalten.

Dold würdigte in seiner Antwort das große Engagement der Ehrenamtlichen und des Bürgervereins: »Er ist eine wesentliche Säule in der Vereinslandschaft. Wenn wir den nicht hätten, müsste man ihn erfinden.« Schließlich sei er ein Erfolgsmodell und bereichere das soziale Leben. »Das ist heute eine gute Gelegenheit, die Werbetrommel zu rühren und sich zu fragen: Wer könnte wo was sein?« Möglich wäre es, die Stelle eines Geschäftsführers zu schaffen, um den Vorstand zu entlasten. »Dann hätte der nicht so einen Riesenrucksack.« Sportvereine im Ort hätten etwa die Vereinsverwaltung outgesourct. Generell hätten auch Sport- und Kulturvereine Schwierigkeiten, Posten zu besetzen. »Ich kann da keine Blaupause geben.«

Alle Kanäle für Werbung nutzen

Wenn sich niemand für den Vorstand fände, sehe Dold das als den Worst Case. »Die Gemeinde hat kein Interesse an einer Auflösung des Vereins. Wir könnten dann nicht das gesamte Angebot der offenen Altenhilfe kompensieren.« Daher gelte es nun, alle Kanäle für die Suche zu nutzen, an eine Teamlösung zu denken und die Angst vor solch einem Amt zu nehmen, so es denn sie gäbe. Das bisherige Angebot des Bürgervereins wäre selbst mit dem Mindestlohn nicht bezahlbar. Dold brachte es auf den Punkt: »Es wäre sehr, sehr schade, wenn sich niemand als Vorstand finden würde.«

Am Mittwoch beschreibt Monika Koch am Telefon das Aufgabengebiet der Vorsitzenden: »Es geht darum, Ehrenamtliche zu akquirieren, die 90 bisherigen zu begleiten, den Kontakt zu halten und in den Austausch zu gehen.« Diese bringen sich ein und schaffen Angebote für Senioren. Hinzu komme noch die Gremienarbeit und das Beantragen von Zuschüssen. »Wir als Bürgerverein leisten einen Großteil der Altenarbeit in Pliezhausen.« Die Bandbreite reicht von Singen, Basteln, dem Knöpfleskaffee und der Aquariumpflege über Hobbygruppen wie die Männer- und die Tonwerkstatt bis hin zu Gedächtnistraining, Gymnastik und Englisch in der Begegnungsstätte. Hinzu kommen Veranstaltungen wie das Sommerferienprogramm für Senioren, der Oster- und der Weihnachtsmarkt.

Betreuung hat begonnen

Koch nennt ein aktuelles Beispiel, was der Verein seit kurzem anbietet: »Wir haben Anfang September mit dem Betreuungsnachmittag für Senioren begonnen. Es kommen bisher jeweils vier Gäste, und wir haben dafür zehn Ehrenamtliche geschult.« Bis zum Jahresende sollen alle acht Betreuungsplätze durch Gäste genutzt werden. Die Aufgaben der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Christel Meixner bestünden mehr in der Projektarbeit. Sie habe zum Beispiel die Stelle der hauptamtlichen Altenhilfekraft für den Betreuungsnachmittag ausgeschrieben und gerade einen Ausflug für die Ehrenamtlichen organisiert. (GEA)