PLIEZHAUSEN. Mit »Sounds of Music« hat der Musikverein am Samstagabend seine Zuhörerinnen und Zuhörer in höhere Sphären entführt und ihnen dabei einen Einblick ins musikalische Schaffen gegeben. Und dies schon im Vorgriff auf ein besonderes Jahr des Musikvereins, der 2026 sein 150. Jubiläum feiert.
Mit einer Doppelspitze agiert der Musikverein seit fünf Jahren: Stefan Hartmann und Jens Mohaupt. Zum Vorstandsteam gehören noch Ralf Müller (Kasse) und die Schriftführerin Mirjam Proksch.
Beide Vorstände sind selbst Musiker: Hartmann am Schlagzeug und Mohaupt an der Querflöte/Piccolo. Mohaupt führte durch den Abend und Hartmann begrüßte den amtierenden Bürgermeister Christof Dold sowie dessen Vorgänger Otwin Brucker und die Ehrenvorsitzenden.
Die Klage vieler Vereine, der Nachwuchs bleibe aus, ist in Pliezhausen, kaum zu spüren: "Es könnten natürlich immer mehr sein", gestand Jens Mo-haupt. "Mit einer wöchentlichen Musikprobe" ist es allerdings heute nicht mehr getan", betonte er. Wichtig ist seinen Worten zufolge, die Jugendlichen abzuholen, es muss ein ganzjähriges Programm geben – auch außerhalb des Unterrichts. Die Pliezhäuser Musikschule bietet quasi die Basis für den Nachwuchs. "Es ist entscheidend, den Übergang zu den aktiven Musikern zu begleiten", erzählte Stefan Hartmann.
Was der Nachwuchs schon drauf hat, konnten die Pliezhäuser in der voll be-setzten Gemeindehalle gleich zu Anfang erleben. Obwohl das Jugendblasorchesters erst seit September unter der neuen Leitung von Johanna Grözinger steht, legte das Ensemble mit »Latin Fire« und »Moon River« einen mitreißenden Einstieg in den Abend hin. Grözinger, komme, so Mohaupt, aus Vaihingen an der Enz und unterrichtet an der Musikschule. Mit Witz und Humor, Motivation und Führung – »eine tolle Kombination« – begeistere sie die Jugendlichen für die Musik.
Und was sie in der kurzen Zeit bereits erreicht hat, war hörbar, genauso wie der Spaß der Jugendlichen an der Musik und dem engagierten und konzentrierten Zusammenspiel. Mit dem »Sternschnuppen-Walzer« und »All about that bass« ging es weiter: Das Publikum reagierte mit Beifall und Bravo-Rufen und wurde mit einer Zugabe belohnt.
Lied zeigt mentale Kraft
Nach einer kurzen Umbauphase hatte der Musikverein seinen Auftritt. Hoch in die Lüfte ging es mit »Where Eagles soar« (Wo Adler kreisen) von Steven Reineke. »Der Titel stellt die Schönheit, Weite und Freiheit des US-Staates Maine musikalisch dar«, sagte Jens Mohaupt. Gleichzeitig steht er auch als Sinnbild dafür, welche mentale Kraft es in einem Menschen auslösen kann, wenn der realisiert, welches Potenzial er in sich trägt.
Dann fuhr der »Starlight Express« in die Gemeindehalle. Seit mehr als 40 Jahren ist das Musical von Andrew Lloyd-Webber ein Dauerbrenner. Die spektakuläre deutsche Produktion in Bochum im eigens dafür gebauten Theater mit Rollbahnen durch den Zuschauerraum läuft seit 1988. Die Geschichte handelt vom jungen, veralteten Dampfzug Rusty, der sich gegen moderne Diesel- und E-Lokomotiven behaupten muss, um die Aufmerksamkeit der ersten Klasse Pearl zu gewinnen.
Nach der Pause ging es weiter mit dem Cousin der Erde, dem »Kepler 452b«. Der »Flight Of Valor« (Flug der Tapferkeit) erinnerte an dunkle Zeiten der Luftfahrt, »Over The Rainbow« verzauberte hingegen die Gemüter des Pliezhäuser Publikums. Den musikalischen Schlusspunkt setzte der Soundtrack »Guardians of the Galaxy«.
Rauschenden Beifall gab es für das Ensemble, das seit Anfang 2023 von Nina Cichon dirigiert wird. »Beide Dirigentinnen sind für den Musikverein ein Glücksfall« betonten Hartmann und Mohaupt unisono.
Beide Vorstände richteten bereits den Blick nach vorne, denn 2026 steht ganz im Zeichen des Jubiläums. Allzu schnell wird heute von Tradition gesprochen, da sind 150 Jahre eine ganz andere Hausnummer. Und so startet der Verein erstmalig mit einem Neujahrsblasen auf dem Pliezhäuser Marktplatz am 3. Januar ins Jubiläumsjahr.
Das große Jubiläumswochenende ist am 21./22. März mit den Musikfreunden aus Rickenbach. Am 10. Mai gibt das Landespolizeiorchester ein Gastkonzert in der Gemeindehalle. Darüber hinaus spielt der Musikverein bei Platzkonzerten in den Stadtteilen Rübgarten, Gniebel und Dörnach sowie in Pliezhausen. »Es ist einiges geboten«, versprach Jens Mo-haupt. (GEA)

