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Gniebel schafft Platz für die Ortsmitte: Abriss alter Häuser beginnt

Die Gemeinde Pliezhausen schafft an der zentralen Straßenkreuzung Platz für eine neue Nutzung.

Dieses Haus an der Kreuzung der Brunnenstraße und der Walddorfer Straße wird seit vergangenem Freitag abgerissen.
Dieses Haus an der Kreuzung der Brunnenstraße und der Walddorfer Straße wird seit vergangenem Freitag abgerissen. Foto: Malte Klein
Dieses Haus an der Kreuzung der Brunnenstraße und der Walddorfer Straße wird seit vergangenem Freitag abgerissen.
Foto: Malte Klein

PLIEZHAUSEN. Nun hat der Abriss des alten und maroden Hauses Brunnenstraße 2 im Pliezhäuser Teilort Gniebel begonnen. Von der Walddorfer Straße auf der Höhe der Bushaltestelle können Passanten bereits in das Innere des Hauses schauen. Das ehemalige vorgezogene Dach ist schon abgerissen. Einige Dachpfannen liegen nicht mehr an ihren früheren Plätzen, manche einst tragende Balken fehlen, andere sind geborsten, halten aber noch. Aus dem ersten Stockwerk quillt aus der offenen Wand Heu und Stroh, von dem viel auf dem Erdboden davor verteilt ist. Weiter hinten steht ein Bagger im Nieselregen. Der Abrissbagger. Immer wieder bewegt sich der Scheibenwischer hinter der vergitterten Scheibe. Die Arbeiter kümmern sich gerade um andere Aufgaben. Einer misst auf einem früheren Dachbalken mit einer Schablone Abstände, der andere zerteilt das Holz mit der Kettensäge.

Das Haus Brunnenstraße 2 hat die Gemeinde Pliezhausen Anfang des Jahres gekauft. Langfristig möchte sie dort Platz für Neues schaffen - für Wohnraum, womöglich öffentlich genutzte Räume, Frei- und Verkehrsflächen. Das zukünftige Ziel ist, dass sich die Gniebeler auf einem Platz aufhalten und treffen können. Dafür wird nun das alte landwirtschaftliche Anwesen abgerissen. »Das Gebäude ist baufällig und soll nach der Übergabe und der Verabschiedung des Haushalts aus Verkehrssicherungsgründen schnellstmöglich abgerissen werden«, sagte Stefan Adam, der Leiter der Haupt- und Bauverwaltung von Pliezhausen, im Februar. Bevor der Abrissbagger anrückte, ist das Innere entrümpelt worden.

Abriss soll zwei Wochen dauern

Wie viel die Gemeinde für die Immobilie ausgegeben hat, ist unbekannt. Der Gemeinderat hat den Beschluss, wie bei Grundstückskäufen üblich, in nicht-öffentlicher Sitzung getroffen. Frederik Raach, der stellvertretende Leiter des Ortsbauamts, berichtet nun auf GEA-Anfrage, dass der Abriss am vergangenen Freitag begonnen hat. »Der soll in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen sein.«

Dass die Gemeinde an der Kreuzung von Brunnenstraße und Walddorfer Straße eine städtebauliche Neuordnung und Neubebauung plant, hat der Gemeinderat bereits im Oktober 2021 beschlossen. Damals hatte das Gremium bereits dafür gestimmt, das Nachbargebäude Walddorfer Straße 3 zu kaufen. Die Gemeinde hatte dafür das Vorkaufsrecht und übte dieses auch aus. Ein Hausteil dient als Flüchtlingsunterkunft, in dem anderen lagern Dinge des Dorfmuseums.

Nachbarhaus wird genutzt

Stefan Adam sagte im Februar, dass dieses Haus zunächst so weitergenutzt werden soll, bis Planungen abgeschlossen sind. »Wir rechnen mit einem Zeithorizont von circa drei Jahren und gehen aktuell nicht davon aus, dass die Gemeinde selbst bauen wird«, sagte Adam. Er verwies auf die angespannte finanzielle Situation der Kommune und teilte zu Jahresbeginn mit, dass es offen sei, ob es Perspektiven für eine städtebauliche Neuordnung des Gniebeler Zentrums gebe. »Das wird im Weiteren zu klären sein. Grundsätzlich wird sich die Gemeinde vermutlich sehr auf das Wesentliche konzentrieren müssen.«

Bisher gibt es in Gniebel keine richtige Ortsmitte. Am ehesten könnte noch die Kreuzung der Dörnacher Straße im Westen, der Walddorfer Straße im Norden und der Reutlinger Straße im Süden als Zentrum gelten. Steht dort doch das Backhaus des Teilorts. Doch die gepflasterte Fläche davor an der Straße lädt nicht zu einem längeren Verweilen ein. (GEA)