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Tierische Pop-Art: Editionen und Unikate von Ed Heck in der Tübinger Galerie Art 28

Der New Yorker Ed Heck ringt Betrachtern seiner Bilder ein Lächeln ab. In der Tübinger Kunstgalerie Art 28 ist sein comichafter Zugriff auf die Welt zu sehen.

Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Ed Heck in seiner Ausstellung in der Tübinger Galerie Art 28.
Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Ed Heck in seiner Ausstellung in der Tübinger Galerie Art 28. Foto: Christoph B. Ströhle
Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Ed Heck in seiner Ausstellung in der Tübinger Galerie Art 28.
Foto: Christoph B. Ströhle

TÜBINGEN. Er hat Bühnen-Outfits für Rock-Bands entworfen, das Musikvideo »Ow Wee Ka Zow Wee« der US-Sängerin Kimmy Schwimmy illustriert. Er gab seine Anstellung als Illustrator beim American Museum of Natural History in New York im Jahr 2004 auf, um sich auf sein eigenes Kunstunternehmen, »The World of Ed Heck«, zu konzentrieren. Jetzt stellt der 1963 in New York geborene Pop-Art-Künstler Ed Heck in der Tübinger Kunstgalerie Art 28 aus. Und war bei der Eröffnung der Schau dabei.

Es ist eine kunterbunte, unbeschwert-kindliche Welt, die einem aus seinen Editionen und neu geschaffenen Unikaten aus tierischen Augen entgegenblickt. Gleich am Galerieeingang sieht man ein Tübingen-Motiv. Mit Hund, Katze und Maus in großer Eintracht in einem Stocherkahn vor dem Hölderlinturm, einem freundlich aus dem Neckar blickenden Fisch und das Geschehen aus der Luft beobachtenden Vögeln. In der Galerie begegnen einem eine hündische Mona Lisa mit Schlappohren und dem Titel »Mona Doggie« und eine »Designer Duck«, die schwer an Karl Lagerfeld erinnert, inklusive Pferdeschwanz und Sonnenbrille.

Neugier und Humor

»Wir wagen einen kleinen Perspektivwechsel«, sagte Susanne Wegner, die die Ausstellung kuratiert hat, bei der gut besuchten Vernissage. »Wir schauen nicht nur auf die Tiere, sondern versuchen, die Welt einmal mit ihren Augen zu betrachten. Mit Neugier, mit Humor und einer ordentlichen Portion Fantasie.«

Erwartungsvoll, mitunter cool und entspannt blicken einen die im Stil von Comics und der Neo-Pop-Art gestalteten Tiere auf den Bildern an. Mit Popcorn und Getränk im Kino sitzend, in der hinteren Reihe aneinandergekuschelt. Als »Oktoberfest Dog« mit Lederhose und Bierkrügen in den Pfoten. Oder als Hund, der sich an die Spitze des Empire State Buildings klammert und es mit fliegenden Untertassen zu tun bekommt. Wobei der Vierbeiner in dieser »King Kong«-Anspielung nicht den Eindruck vermittelt, dass die Lage in irgendeiner Weise kritisch ist. »Die tierischen Charaktere in Ed Hecks Werken sind Projektionsflächen«, sagt Susanne Wegner. »Sie holen uns ab und erinnern uns gleichzeitig an etwas, das wir vielleicht längst vergessen haben. An eine Fantasiewelt, an ein Kindheitsgefühl oder einfach einen Moment Leichtigkeit.« Kein Wunder, dass Ed Heck, der auch Kinderbücher illustriert, mit seinen bunten Comic-Zeichnungen bei Kunstsammlern ebenso wie beim breiten Publikum Zuspruch findet.

Ausstellungsinfo

Die Ausstellung »Walk On The Wild Side – Die tierische Welt von Ed Heck« ist in der Galerie Art 28, Schaffhausenstraße 123 in Tübingen, zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr. Vom 24. Dezember bis zum 6. Januar bleibt die Galerie geschlossen. Termine auf Anfrage unter info@art28.com. (GEA)

Mit keckem Charme und einem Augenzwinkern kommt diese Bilderwelt daher. Jede Linie, jeder Strich, jede Farbmischung stamme aus Ed Hecks Händen, sagte Susanne Wegner. Der in New York lebende Künstler arbeite ohne eine Werkstatt, ohne Assistenten. In »Game of Bones« sitzt ein Hund als gekröntes Haupt auf einem Thron aus Knochen. Wie ein Schnappschuss wirkt die Darstellung von zwei maskierten Katzen, die sich beim Diebstahl eines Gemäldes, das einen Hund zeigt, haben erwischen lassen. (GEA)