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Sommernachtstraum: Zucchero bei den Jazzopen in Stuttgart

Hartes und Herzbrecher: Zucchero liefert in Stuttgart wie gewünscht.

Auf dem Schlossplatz feierte das Publikum Zucchero. Und der Sänger feierte sein Publikum.
Auf dem Schlossplatz feierte das Publikum Zucchero. Und der Sänger feierte sein Publikum. Foto: Andrea Glitz
Auf dem Schlossplatz feierte das Publikum Zucchero. Und der Sänger feierte sein Publikum.
Foto: Andrea Glitz

STUTTGART. Laue Sommernacht, entspannte Atmosphäre, die Schlosskulisse und dazu Musik vom Meister des pompösen Italo-Schmachts: Den perfekten Sommernachtstraum erlebten am Samstagabend die 7.200 Besucher des Jazzopen-Konzerts von Zucchero auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

Pur. Routiniert. Mit Hut und ohne Facelifting steht der Star auf der Bühne. Die markante Stimme ist dem 69-Jährigen weiter treu, klingt immer noch wie über feines Schmirgelpapier gezogen.

Das Publikum bekommt, was es will, in wohltemperierter Mischung: die rockigen Nummern zum Abhotten. Die Herzschmerzballaden zum seligen Mitwiegen. »Diamante«, »Cosi celeste«, »Per colpa di chi«: Vor allem in der zweiten Halbzeit verarzten der Künstler und seine fantastische multinationale Band die Sehnsucht nach Bewährtem.

Duett mit Energiebündel Oma Jali

Natürlich darf auch »Miserere« nicht fehlen. Zuccheros Duett mit dem 2007 verstorbenen Tenor Luciano Pavarotti (auf Leinwand) lässt die ohnehin schon angehobenen Herzen höher schweben. Willig folgt das Publikum den Stimmungsumschwüngen auf der Bühne. So folgt auf die Mega-Ballade »Nutbush City Limits«, und Zucchero macht Platz für Oma Jali, die sonst im Background, in der zweiten Reihe tobt. Jali lässt Tina Turner vergessen.

Auch beim Duett »Facile« mit Zucchero setzt die Sängerin aus Kamerun den Schlosshof unter Strom, und auch der etwas hitzegestresste Superstar kommt auf eine bessere Betriebstemperatur.

22 Lieder nonstop, dann ist Schluss. Eine einzige Zugabe kann sich das Publikum erbetteln. Zucchero hat natürlich was aufgehoben. Mit »Senza una donna« entlässt er das beschwingte Publikum in die laue Sommernacht zum Weiterträumen.

Reutlinger Nicolas Haydt mit Phil als Vorgruppe

Vorneweg hatte die Vorgruppe Phil mit Frontmann Nicolas Haydt gespielt - in der Region auch bekannt als Ex-Skispringer. Aktuell trainiert er die Skisprung-Jugend beim VfL Pfullingen. »Der Oberhammer, wir sind komplett geflasht«, freute sich das Multitalent auf der großen Bühne über die ehrenvolle Aufgabe, als Vorgruppe von Superstar Zucchero das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Was gut gelang.

Mit Mario Biondi folgte ein Künstler, der schon mehrfach bei den Jazzopen aufgetreten ist. Wer die Augen schloss, hörte, warum der Musiker als »die italienische Antwort auf Barry White« angekündigt war. Das Publikum bereitete auch ihm einen warmen Empfang. Grandiose Stimme und ebensolche Band: Man musste nicht auf die Uhr schauen, wann endlich der Hauptact startet. Kurzum: Fast fünf Stunden ein gelungenes Gesamtpaket. (GEA)