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Reutlingen: Musik, die gute Laune macht

Die A-cappella-Gruppe Rasselbande präsentierte Bekanntes und Unbekanntes im Reutlinger Pappelgarten.

Rasselbande im Pappelgarten Reutlingen
Das musikalische Rüstzeug haben die Mitglieder der Rasselbande während ihrer Knabenchorzeit bei der Capella Vocalis Reutlingen und den Freiburger Domsingknaben erworben. FOTO: SPIESS
Das musikalische Rüstzeug haben die Mitglieder der Rasselbande während ihrer Knabenchorzeit bei der Capella Vocalis Reutlingen und den Freiburger Domsingknaben erworben. FOTO: SPIESS

REUTLINGEN. Ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis die Rasselbande auch eigene Stücke auf die Bühne bringt: Die Reutlinger A-cappella-Formation stellte am Dienstag im gut besuchten Pappelgarten ihr neues Programm vor – ein Potpourri aus Weihnachtsliedern, bekannten Pophits und erstmals auch ein paar Eigenkompositionen.

Es ist einfach ein reizendes Stück, die Tausendzahl an Aufführungen steckt ihm überhaupt nicht in den Knochen. Und wenn Florian Hartmann, Anselm Bieber, Timm Schuhmacher, Michael Seifferth und Christopher Kimmig den Schmachtfetzen »Angel« von Robbie Williams mit klaren und ausdrucksstarken Stimmen zum Besten geben, dann macht das schlicht gute Laune. Die Gesangstruppe aus Reutlingen, zu der bei einigen Stücken auch das langjährige Gruppenmitglied Matthieu Binder hinzustieß, haben während der Pandemie ein neues Programm einstudiert, das sie nun erstmals vor Publikum präsentierten. Das erlebte einen abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend, in dessen Verlauf bekannte Weihnachtslieder wie »Jingle Bells« und »O Tannenbaum« ebenso zur Aufführung kamen wie englisch- und deutschsprachige Ohrwürmer wie »Girls, Girls, Girls«, »Rote Lippen soll man küssen« oder »Vergammelte Speisen« von den Prinzen.

Eine unbekannte Eigenkomposition an den Anfang zu stellen, ist gewiss nicht immer von Vorteil. Hier war es jedoch mit dem Titel »Reutlingen« genau der richtige Anheizer. Dabei fassten die als Chor auftretenden Sänger die unterschiedlichen Stücke keineswegs mit Samthandschuhen an, gestalteten sie vielmehr poppig, oftmals energisch mit viel Elan, dann wieder zurückhaltend, voller Charme und Esprit. Für jeden – wenn er nicht gerade schräge Töne erwartet hatte – war bei den Vokalstücken etwas dabei. Ein Gespür für das, was beim Publikum ankommt, hin und wieder ein eingestreutes Gedicht und nicht zuletzt der ausgezeichnete Gruppensound rundeten das positive Bild ab.

Furios vorgetragen

Immer wieder versuchte die Gruppe auch, kleine musikalische Brüche in den Ablauf mit einzubauen: Auf ein furios vorgetragenes »Alles nur geklaut« von den Prinzen folgte die eher ruhige Eigenkomposition »Wir sind digital« und der alte Comedian-Harmonists-Klassiker »Lass mich dein Badewasser schlürfen«. Ein nicht immer modernes, aber dynamisches Programm ist dem seit elf Jahren bestehenden Ensemble gelungen. Das fing bei den witzigen Anmoderationen von Florian Hartmann an, das setzte sich in den eingängigen und teilweise mitreißenden Chorarrangements fort, die auch immer wieder aktuelle Vorbilder aus dem Popbereich aufnahmen. Alle brachten die zeitlosen Chor-Arrangements engagiert und lebendig auf die Pappelgarten-Bühne.

Die fünfköpfige Truppe, die insgesamt aus einem Pool von zehn Sängern schöpft, ist gut gerüstet für die Nach-Coronazeit, wenn auch die Rasselbande wieder mehr ihrer unterhaltsamen Konzerte geben kann. Am Ende gab es viel Applaus und die obligatorische Zugabe »The Longest Time« von Billy Joel. (GEA)