Akteure des Abends waren die Kusterdinger Cembalistin Susanne Götz, der kanadische Cellist Jonathan Gray und die holländische Sopranistin Margit Beukman. Nicht zu vergessen Susanne Gayler. Die Pfullinger Künstlerin hatte die Musiker bei den Proben zu »Tears Of Gold« – so heißt der erstaufgeführte Liederzyklus – begleitet und ihre Eindrücke und Skizzen in dem Bilderzyklus »Trio« verarbeitet. Ihre Aquarelle und Arbeiten in Mischtechnik waren vor, während und nach dem Konzert an den Wänden des Kusterdinger Klosterhofs zu sehen. Vielschichtig, farbenfroh, die Entstehung von Musik im Zusammenspiel der Instrumente und Persönlichkeiten ebenso reflektierend wie die literarische Vorlage und den kompositorischen Gehalt, entfaltet die Malerei ihre Wirkung. Das in der Musik so allzu rasch Verklungene, hier ist es – als eine sehr persönliche Deutung – auf Papier gebannt. Dem Auge statt dem Ohr zugänglich.
Aus Margit Beukmans mit inniger Strahlkraft klar zeichnendem Sopran spricht Verständnis für die »Songs Of Innocence« des englischen Malers und Dichters William Blake, die Eatock in zeitlos berührender Weise vertont hat. In »The Shepherd« zeigen sich Cello und Cembalo lautmalerisch. In »The Ecchoing Green« heißt das Trio mit kindlicher Freude den Frühling willkommen und lässt frühere Lenze in den Erinnerungen eines gealterten Mannes nachklingen. Schwärmerisch und bewegt lassen die Musiker in »The Blossom« den Klang aufblühen.
Freude und Weltschmerz
In »Night« sucht das lyrische Ich angesichts von Düsternis und Gefährdungen nach einem warmen Nest, einem Ort, wie Tiere ihn haben. Mit dunklem Timbre singend ist Beukman hier ganz bei sich selbst. Mit Gray und Götz gelingt eine wunderbar dichte und eindringliche Darbietung. Zu den Höhepunkten vor der Pause hatten Georg Friedrich Händels »Süße Stille« aus den Neun Deutschen Arien und englische Lieder wie »When I Am Laid In Earth« und »If Music Be The Food Of Love« von Henry Purcell gehört. Eindrucksvoll waren dabei Stimmungen wie Freude, Sehnsucht und Weltschmerz eingefangen. Beukman zeigte sich sicher in den Koloraturen.Bei den rein instrumental vorgetragenen Stücken stachen eine Sonate d-Moll von François Francœur und eine B-Dur-Sonate von Antonio Vivaldi heraus, wenngleich bei letzterer das erste Allegro etwas gehetzt wirkte. Henry Purcells Air d-Moll für Cello und Cembalo zu Beginn war ganz Andacht und Anmut. So auch die Zugabe: das betörende Lied »La nuit« von Jean-Philippe Rameau. (GEA)
