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Kontrastreiche Leidenschaft

SANKT JOHANN. Ihren Namen, Paganini-Duo, haben sich der Violinist Michael Schwarz und der Gitarrist Peter Bernreuther sehr bewusst gegeben. »Paganini bietet diesen schönen Kontrast zwischen wunderbarer Melodie und dann geht es so richtig zur Sache - das tut auch dem Geiger gut«, schwärmte Schwarz. Als Mitglied der Württembergischen Philharmonie Reutlingen verbringt er gewiss etliche Stunden an den Saiten. Doch was er dann im Duo mit Bernreuther aus diesen herausstrich, schlug und zupfte, war zweifelsohne furios.

Bernreuther hielt den strahlenden Violinenklängen mit der milderen Gitarre souverän stand, sicherte das musikalische Fundament für Schwarz’ Höhenflüge und erhob sich selber immer wieder zu virtuosen Solopassagen und intensiven wie kunstvoll verflochtenen Dialogen. Bei aller Spielwucht des Geigers bilden Schwarz und Bernreuther ein ausgewogenes Duo, in dem für jeden Platz zu Entwicklung und Darstellung ist.

Das Programm »Best of« aus 20 Jahren Paganini-Duo umfasste überwiegend gefühlsstarke und effektreiche Werke. Es begann mit einer Sonate von Mauro Giuliani aus dem späten 18. Jahrhundert, brachte mit Stücken von Stanley Weiner und Jacques Ibert moderne, teilweise die Harmonien auflösende Klänge aus dem 20. Jahrhundert und widmete sich neben Paganini mit mehreren Werken der spanischen Musik von Komponisten wie Enrique Granados und Pablo de Sarasate.

Mit dessen Zigeunerweise verausgabten sich die Musiker in einem Reichtum an Stilmitteln, technischen Raffinessen, ausgeprägter Dynamik, intensivem Ausdruck und rauschhafter Spiellust, der die Zuhörer in Würtingen begeisterte.

Zwei Zugaben rangen sie dem Duo noch ab, bevor das Konzert zum zwanzigjährigen Musizieren der Paganini-Jünger endete. (sol)