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Kleine Fische, große Fische: »Swimmy« feiert im Theater am Torbogen Premiere

Das Theater am Torbogen in Rottenburg zeigt ein Stück nach dem Kinderbuchklassiker von Leo Lionni: »Swimmy« lädt ein in eine schillernde, bunte, klingende und nicht immer ungefährliche Unterwasserwelt.

Die Herrin des Fischschwarms: Anne-Kathrin Klatt.
Die Herrin des Fischschwarms: Anne-Kathrin Klatt. Foto: Thomas Morawitzky
Die Herrin des Fischschwarms: Anne-Kathrin Klatt.
Foto: Thomas Morawitzky

ROTTENBURG. »Am Meer ist es schön« – so beginnt die Erzählung. Man hört den Wind, den Schrei der Vögel. »Aber im Meer ist es wunderschön«, fährt sie fort, die Frau, die da im Dunkel sitzt, mit einem weißen Zylinder auf dem Kopf. Die Geräuschkulisse der Natur verschwindet, leise, helle Töne tanzen umher, der fernste Hauch einer unterseeischen Melodie. Und da ist auch schon ein Fisch. Er schwimmt über der Erzählerin herum, er wird von ihr gehalten. Sein Name ist Swimmy, das wissen die Kinder, die am Premierentag in das Rottenburger Theater am Torbogen gekommen sind.

Swimmy ist einer von vielen, und alle sind sie klein. Das Meer ist für sie auch ein Ort, an dem sie sich fürchten müssen, denn in ihm leben auch die natürlichen Feinde. Swimmy ist der schnellste Fisch im Schwarm . »Ja!«, sagt er frech. Neugierig ist er auch. Er wohnt mit seinen Freunden in einem Riff. Bis eines Tages ein großer Fisch kommt. Da sind die Freunde plötzlich weg. Swimmy schwimmt hinaus ins Meer und trifft dort einen anderen Schwarm kleiner roter Fische, trifft einen gutmütigen Wal, hinter dem die Fische Schutz suchen, und er hat eine fabelhafte Idee: Viele kleine Fische, denkt er, können ein großer sein. Sie können die Feinde täuschen und in Frieden leben.

Der Klassiker klingt und leuchtet

»Swimmy« ist ein Kinderbuch von Leon Lionni, erschienen vor 62 Jahren in den USA. Den Klassiker bringt nun Anne-Kathrin Klatt unter der Regie von Nastasja Raböse in Rottenburg auf die Bühne. Die Ludwigsburger Künstlerin Justyna Koeke schuf die Szene, die Figuren; Christian Dähn schrieb die Musik zu diesem Spiel, lässt Wunder und Gefahren zauberhaft laut werden, schafft Spannung mit schnellem Rhythmus, wenn es dramatisch zugeht unter Wasser.

Alles wirkt hier zusammen: Anne-Kathrin Klatt spielt sehr ausdrucksstark, tanzt pantomimisch durchs Bild und lässt den Fischschwarm auftreten in der Gestalt vieler kleiner Fische, die gemeinsam in einem Netz hängen, das sie nicht fängt, sondern davonträgt, mit großem Schwung. Und Swimmy, der kleine Fisch, lernt schnell, wie relativ alles ist, auch in der Welt der Fische: Wer hier ein großer Fisch ist, ist dort ein kleiner. Bescheid muss man wissen!

Aufführungsinfo

»Swimmy« wird im Theater am Torbogen in Rottenburg wieder am 6., 7. (ausverkauft), 23. und 27. Juli gezeigt. (GEA)

Swimmy durchquert auf der Suche nach gutem Rat und seinen Freunden eine fantastische Unterwasserwelt, schwimmt durch einen Algenwald, trifft auf eine große Qualle, ein rüschenbesetzes Regenschirmwesen mit seltsamer Nase. Harfenklänge, Glockenspiel, silberne Laute schweben umher. Alles wird dunkler, mysteriöser. Schließlich trifft Swimmy den Wal. »Fress mich nicht!«, ruft der Kleine erschrocken. »Aber nein«, sagt der sehr Große und lacht. »Ich fresse keine Fische!« (GEA)