MÜNSINGEN. Die jungen Musiker Yuliia Van, Violine, Lukas Rothenfußer, Violoncello, und Jung Eun Séverine Kim, Klavier, haben sich zusammengeschlossen zum Jasper Trio und auf Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde (GdM) ein Konzert mit dem Titel »Befreiungsschläge« in der Münsinger Zehntscheuer gegeben. Die beiden Klaviertrios Nr. 1 in d-Moll op. 63 von Robert Schumann und Nr. 3 in f-Moll op. 65 von Antonin Dvorák kamen zu Gehör – und wurden dem Publikum auf vollkommen neue Weise nahegebracht.
Die Virtuosen waren überzeugt, dass für die beiden Komponisten die Hinwendung zur Kammermusik ein Befreiungsschlag bedeutete. Ihr Publikum forderten sie auf, das beim Hören der Trio-Kompositionen nachzuvollziehen: Sowohl für Robert Schumann als auch für Antonin Dvorák hätten die hier vorgestellten Klaviertrios eine Art schöpferischen Befreiungsschlag bedeutet – eine Rückkehr zu innerer Freiheit und reiner musikalischer Inspiration, gleichsam eine kompositorische Insel der Seligkeit. Beide Werke entstanden als willkommene Unterbrechung inmitten der mühsamen, letztlich vergeblichen Arbeit an einer Oper.
Große Bühnenpräsenz
Das Jasper Trio ist viel mehr als die Summe seiner Teile, verbindet nicht nur die Begeisterung für die Klaviertrioliteratur, sondern teilt insgesamt die Freude am gemeinsamen Musizieren. Das ist zu spüren von Anbeginn des Auftritts: Bühnenpräsenz und Verbindung zur Zuhörerschaft sind dergestalt, als säße man selbst auf der Bühne und wollte sein Bestes geben. Und immer wieder lässt das Trio bei der Darbietung beider Komponisten das Gefühl dieser kompositorischen Befreiungsschläge spüren.
Da ist es überflüssig, von Virtuosität zu sprechen, die ist selbstverständlich, sowie die Gemeinsamkeit des Musizierens. Die Zuhörerschaft war begeistert von der kraftvollen Virtuosität des Ensembles. Und auch die Gespräche anschließend kreisten um den erstaunlichen Stand des Ensembles im Umgang mit dem jeweiligen Instrument. Eine Wiederholung des 2. Satzes des Dvorák-Trios beschloss den Abend. Das Jasper Trio bot am Sonntag noch ein Matinee-Konzert für Familien und Kinder ab 6 Jahren an mit Sergej Prokofjews musikalischer Geschichte »Peter und der Wolf«. (GEA)

