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Geigenvirtuose aus Italien

METZINGEN. Mario di Nonno (25), der im April 2002 das Reutlinger Publikum mit seiner erstaunlichen Geigenvirtuosität beeindruckt hatte, war nun von der Kreissparkasse ein zweites Mal engagiert worden, um im Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag in der Metzinger Bank für ein außerordentliches Highlight zu sorgen. Im Matineekonzert am Sonntag trat der aus Foggia stammende Geiger zusammen mit dem georgischen Pianisten Alexander Reitenbach (24) auf und ließ bezüglich violinistischer Kunstfertigkeit keine Wünsche offen.

Diese kam natürlich besonders bei seinem Solo zu Ausdruck - mit einer Arienvariation von Niccoló Paganini. Wie er da zweistimmig strich, »Triller« produzierte, beidhändig zupfte, dass die Geige wie eine Mandoline klang, wie er mit dem Bogen tupfte und tickte und der Ton sich hinauf bis zu einem heiseren Flüstern verstieg, das war imponierende musikdramatische Artistik. Zusammen mit dem Klavier gestaltete di Nonno die Leidenschaft von Manuel de Fallas Dance espagnole aus der Oper »Das kurze Leben«, wobei die Violine beinahe zum Schlaginstrument wurde. Bei Henrik Wieniawskis Polonaise de Concert setzte dann der Flügel zur schmachtenden Melodie die Forte-Paukenschläge.

Von ganz anderem Charakter war die Sonate für Violine und Klavier in B-Dur (KV 454), die Mozart für eine Geigerin geschrieben hat, die für ihr gefühlvolles Spiel bekannt war. Die beiden Musiker wählten eine klare, unaufgeregte Spielweise der beredten Komposition, die im ersten Satz (Largo-Allegro) langsam auf einen abwechslungsreichen Dialog zusteuert, um im dritten Satz (Allegretto) mit harmonischer Kühnheit zu überraschen. Der Klavierpart ist hier der Geige ebenbürtig, wobei Alexander Reitenbach eine hervorragende Figur machte.

Zum Dank für den lang anhaltenden Applaus der zahlreichen Zuhörer, spielten die beiden noch das Lied »Estrellita« von Ponze Heifetz. (can)